Hochrangiger Besuch auf der Elbinsel: Die Basisgruppe Wilhelmsburg der Linksjugend ['solid] fordert eine andere Politik statt Pressespektakel


Anja Hajduk

02.06.09
HamburgHamburg, News 

 

Am Donnerstag, dem 4.Juni 2009 kommt hohe politische Prominenz nach Hamburg-Wilhelmsburg. Senatorin Anja Hajduk, Präses der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), SAGA-Geschäftsführer Willi Hoppenstedt und der Chef der Internationalen Bauausstellung (IBA), Uli Hellweg, werden dem Umbaubeginn des „Leitprojekts für interkulturelles Wohnen“, wie es in der Reklame der IBA heißt, im sogenannten „Weltquartier“, einer Mietskasernensiedlung im Zentrum der Elbinsel, mit der Enthüllung einer Informationsstele einläuten.

„Der Besuch mag gut für die Pressarbeit und das angeschlagene Image der Senatorin sowie für die Pläne der SAGA/GWG und der Stadt sein, in Zukunft mit höheren Mieten mehr Profit zu erzielen, aber die Politik vor Ort ist schlecht für die Anwohnerinnen und Anwohner“, meint der Sprecher der Basisgruppe Wilhelmsburg der Linksjugend ['solid], Dennis Meier. Ein Blick auf die Mietpreisentwicklung für Neuvermietungen in den letzten Jahren  seit Beginn der Stadtentwicklungsmaßnahmen im Rahmen des „Sprungs über die Elbe“ zeigt, dass die von der IBA und der SAGA/GWG betriebene und  euphemistisch betitelte „Aufwertung“, die sich über Jahre hinziehen wird, nun langsam in Gang kommt. Trotz gegenteiliger Statements der IBA wird das auch die Verdrängung der ansässigen Bevölkerung zur Folge haben. Denn Löhne sinken und Mieten steigen.

Das „Weltquartier“ ist für die sich demokratisch gerierende Senatorin und die IBA das Modell für Partizipation der Bevölkerung im Modernisierungsprozess der Stadt. Dass die Wünsche der Anwohnerinnen und Anwohner für die Gestaltung ihres Lebens- und Wohnraumes entsprechend der Vorstellungen der Stadtplaner gefiltert worden sind, die Sanierungsmaßnahmen unter würdelosen Bedingungen stattfinden, die SAGA/GWG offensichtlich auf die juristische Unkenntnis der Mieterinnen und Mieter baut und auch jede Menge Wohnraum eingespart wird, steht dem Vorgehen privater Miethaie kaum nach. Mit demokratischer Partizipation hat es auf jeden Fall nichts zu tun.

Dennis Meier: „Frau Hajduk hat sich nicht nur gemeinsam mit Vertretern der Handelskammer Hamburg einer demokratischen Entscheidungsfindung in der Verkehrspolitik widersetzt, sondern sie trägt nun auch dafür die Verantwortung, dass im Interesse der Wirtschaft und der Stadt Menschen aus ihren Wohnungen gedrängt werden.“







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