"Völkermord-Mahnmal in Köln erhalten!"

16.04.18
KölnKöln, NRW, News 

 

Von Initiative Völkermord erinnern

Die Stadt Köln will lt. einer Presseerklärung vom 16.4. das Mahnmal zum Gedenken an den armenischen Völkermord, das am gestrigen Sonntag feierlich vor der Hohenzollernbrücke enthüllt wurde, umgehend wieder abreißen. Die Aktion ist angeblich bereits für Dienstag früh geplant. Zuständig ist Stadtdirektor Dr. Stephan Keller, Leiter des Kölner Ordnungsamtes. Eine Abstimmung mit der Kölner Politik hat es nach Informationen aus dem zuständigen Kulturausschuss des Stadtrates nicht gegeben.

Exakt eine Woche vor dem internationalen Gedenktag an den Genozid soll unter Berufung auf das "NRW-Wegerecht" das Erinnern in dieser Stadt unsichtbar gemacht werden. Ein skandalöser Vorgang, der auch der Bundestagsentschließung zum Völkermord an den Armeniern diametral widerspricht. Darin wurde die Zivilgesellschaft zu Aktivitäten ermuntert.

Das “NRW-Wegerecht”, mit dem die Stadt Köln bzw. das Amt für Öffentliche Ordnung die Entscheidung begründet, verlangt sicher nicht die sofortige Vollstreckung. Gefahr ist nicht im Verzuge. Ein erheblicher Schaden für das Ansehen der Stadt dürfte hingegen unweigerliche Folge eines überstürzten Abrisses sein.

Wirklich unerträglich aber wäre die tiefe Kränkung der Opfer, die die Errichtung dieses Mahnmals begrüßt haben. Einer der Paten des Mahnmals, der Kölner Shoah-Überlebende Alfredo Klayman, kritisierte das Abrissvorhaben mit den Worten: "Die Entscheidung der Stadt Köln, das Mahnmal zu entfernen, ist beschämend. Zu viele Gesetze, zu wenig Herz."

Gespräche mit der Initiative "Völkermord erinnern", die für die Errichtung des Mahnmals verantwortlich ist, hat die Stadt Köln nicht aufgenommen.







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