Hebammen brauchen gute Arbeitsbedingungen, höheres Gehalt und Schutz

05.05.20
SozialesSoziales, Feminismus, Politik, News 

 

"Im Jahr der Pflege und Hebammen erleben wir eine Krise, die mit ungeheurer Wucht deutlich macht, welche Berufe für die Existenz unserer Gesellschaft relevant sind: Es sind vor allem die, die sorgen, pflegen und versorgen. Heute ist der Tag der Hebammen und zu Recht weisen die Verbände selbst darauf hin, dass es leider erneut kein Tag zum Feiern ist, sondern einer, an dem auf Missstände aufmerksam gemacht werden muss. Schlechte Bezahlung, Personalmangel und Arbeitsverdichtung, eine schlechter werdende Versorgung durch Schließungen von Kreißsälen prägen seit Jahren die Geburtshilfe in Deutschland. Durch die Corona-Pandemie verschärft sich die Situation weiter: Durch ausfallende Geburtsvorbereitungskurse haben sie Einkommenseinbuße, fehlende Schutzkleidung macht ihnen die Berufsausübung schwer, Hebammen fallen durchs Raster, weil sie weder zum Pflegepersonal noch zum medizinischen Personal gezählt werden", so Cornelia Möhring, frauenpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Bundestag anlässlich des Hebammentags am 5. Mai.

 

Möhring weiter: "Generell kann sich an der desaströsen Situation in der Geburtshilfe nur etwas ändern, wenn die Stressspirale aus Personalmangel und Arbeitsverdichtung gestoppt wird, wir endlich eine verbindliche Regelung für eine Eins-zu-eins-Betreuung haben und die Vergütung massiv angehoben wird. Und: Geburtsstationen müssen aus dem Fallpauschalensystem zur Finanzierung der Gesundheitsversorgung herausgelöst werden. Zu viele Stationen haben geschlossen, weil sie sich nach dieser Logik nicht rentieren. Nicht Zahlen sollten über die Existenz einer guten Versorgung entscheiden, sondern der Bedarf. Was Marktprinzipien in der Versorgung anrichten, können wir in Schleswig-Holstein beobachten: Eine angemessene medizinische Versorgung von Schwangeren und Gebärenden ist mittlerweile in manchen Landstrichen nicht mehr gegeben. Auf den Inseln gibt es schlichtweg keine geburtshilfliche Versorgung mehr, seitdem der Kreißsaal der Nordseeklinik Sylt 2013 und die Inselklinik Föhr-Amrum 2015 geschlossen wurden. Gerade angesichts der derzeitigen Ausnahmesituation muss eine Wiedereröffnung dringend geprüft werden."







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