Pflegenotstand. Ein Pfleger für drei Etagen.


Bildmontage: HF

04.08.18
SozialesSoziales, Debatte 

 

Von Reinhold Schramm

»Spahns neues Pflegegesetz. Ein Pfleger für drei Etagen. Gesundheitsminister Jens Spahn will für mehr Personal in der Pflege sorgen. Das ist schön, doch es reicht bei Weitem nicht aus. Ein Kommentar von Simone Schmollack.«

Vgl. Tageszeitung, tza.de *

Kommentar

Spahn ist für seine Aufgabe ungeeignet.

Meine Bekannte versorgt im Nachtdienst 16 Pflegebedürftige. Jede Stunde, reihum, müssen sie versorgt und neu gelegt werden, um Druckstellen und weitere Verletzungen am Körper zu vermeiden. Wenn aus Krankheitsgründen eine Pflegekraft in der Nachtschicht fehlt, dann kommt auch noch eine Etage hinzu. Gegebenenfalls hat man nachts auch eine 'Hilfskraft', die man/Frau dann aber auch noch zusätzlich ausbilden muss. Da die praxistaugliche Ausbildung von Hilfskräften am Tag nicht ausreichend erfolgt.

Zudem erweisen sich Menschen ohne ausreichende Schul- und Vorbildung, ohne Sprachkenntnisse und ohne die Fähigkeit zur kulturellen Kommunikation, im Umgang mit jungen und alten (behinderten) Menschen in der beruflichen Praxis der Pflege als ungeeignet.

Es kann nicht die Aufgabe der jungen und alten Behinderten in ihren Pflegeeinrichtungen sein, vor allem wenn sie selbst täglich Hilfe benötigen, den für diese (berufliche) Aufgabe ungeeigneten Hilfs- und Pflegekräften auch noch die dringend benötigte Nachhilfe und fehlende schulische Bildung und Ausbildung zu ersetzen.

Von Pflegekräften aus der (täglichen) beruflichen Praxis wird der (billige) Import von Pflegerinnen und Pflegern aus Kosovo, Albanien und Asien, ohne jeden vergleichbaren Standard in ihrer Ausbildung, für sozialpolitischen Unfug gehalten. // Davon unabhängig benötigen diese Länder selbst dringend geeignetes und qualifiziertes Personal für die ausreichende Betreuung ihrer Pflegebedürftigen (in Albanien fehlen Tausende, in China Millionen).

Liebe Gutmenschen und Paternalisten, die Beschreibung der Wirklichkeit ist keine Fremdenfeindlichkeit und auch kein Rassismus. Trotz überlegener bundesdeutscher Qualifizierung in den Pflegeberufen, ohne sprachliche und kulturelle Kenntnisse, in Südosteuropa und Asien hätten auch Europas Hochqualifizierte erhebliche Probleme bei ihrer beruflichen Tätigkeit, wenn man ihnen keine Integrationshelfer*innen zur Seite stellt.

 

* Vgl. Tageszeitung, 04.08.2018: Spahns neues Pflegegesetz. Ein Pfleger für drei Etagen. Gesundheitsminister Jens Spahn will für mehr Personal in der Pflege sorgen. Das ist schön, doch es reicht bei Weitem nicht aus. Ein Kommentar von Simone Schmollack.

http://www.taz.de/Kommentar-Spahns-neues-Pflegegesetz/!5521004/

 

04.08.2018, R.S.

 

 







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