Teilerfolg für den Klimaschutz nach Verfassungsklage: Jetzt muss auch die Tierhaltung beschränkt werden

29.04.21
UmweltUmwelt, Politik, Bewegungen, TopNews 

 

Statement von PETA

Fridays for Future und andere Klimaschutz-Organisationen haben gegen das Bundes-Klimaschutzgesetz geklagt. Die Karlsruher Richter haben der Verfassungsbeschwerde nun teilweise recht gegeben – die Regierung muss nachbessern, da das Gesetz laut Bundesverfassungsgericht zu kurz greift. Die Richter haben die Bundesregierung dazu verpflichtet, bis Ende kommenden Jahres die Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen für die Zeit nach 2030 genauer zu regeln. Ilana Bollag, Fachreferentin für Klima und Ernährung bei PETA, freut sich über den Teilerfolg. Sie appelliert jedoch an die Bundesregierung, bei der Neugestaltung des Gesetzes die Tierwirtschaft zu beschränken und stattdessen die bio-vegane Landwirtschaft zu fördern.

„Die wissenschaftliche Lage ist eindeutig und besorgniserregend: Die Tierwirtschaft – und damit der Konsum tierischer Produkte – verursacht die größten Umweltprobleme unserer Zeit. Erst diesen Februar kam eine Studie unter Beteiligung der UN-Organisation UNEP abermals zu dem Ergebnis, dass der Fleischkonsum – inklusive Biofleisch – die Hauptursache für die Zerstörung der Natur ist. Durch Tierhaltung entstehen mehr Treibhausgase als durch den gesamten Verkehrssektor zusammen. Die Produktion tierischer Produkte verbraucht wesentlich mehr Wasser, Landflächen und andere Ressourcen und erzeugt mehr schädliche Emissionen als vegane Nahrungsmittel – ganz gleich, ob Bio oder konventionell. Es muss daher dringend einen Bewusstseinswandel im Sinne von Mensch, Natur und Tier geben. Trotz allgemein bekannter Fakten befeuern wir mit unserem Konsum und unserer Landwirtschaft die Erderwärmung immer mehr. Gleichzeitig läuft uns die Zeit, in der wir noch handeln können, davon. Eine 2020 veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluss, dass wir uns durch einen weltweiten Umstieg auf pflanzliche Ernährung im Bereich eines Temperaturanstiegs von 1,5 ºC halten könnten. Die bio-vegane Landwirtschaft steht für die Zukunft: Eine tier- und umweltfreundliche Landwirtschaft. Denn nur diese kann Umweltproblemen wie dem Artensterben, der Nitratbelastung des Grundwassers und der Versauerung der Böden entgegenwirken. Wir appellieren deshalb an die Bundesregierung, ihren im Grundgesetz verankerten Pflichten nachzukommen und zwingend die bio-vegane Landwirtschaft in der Neuregelung zu fördern. Im selben Zug muss die Tierwirtschaft beschränkt werden. Von der Tierwirtschaft müssen wir genauso wegkommen wie von der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen, sonst werden wir unsere Klimaziele schlichtweg nicht erreichen – mit katastrophalen Folgen.“







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