Jenseits der 1,5 Grad

19.09.21
UmweltUmwelt, Politik, Bewegungen, TopNews 

 

Von WWF

WWFthink Wahl spezial: „Jetzt reden wir! Eine junge Perspektive auf die Bundestagswahl“ / Carla Reemtsma: „Keine Partei hat ein 1,5-Grad-konformes Wahlprogramm“

„Die Politik schafft es nicht, sich an das internationale Klimaschutzabkommen von Paris zu halten“, so Carla Reemtsma, Klimaschutzaktivistin und Mitorganisatorin bei „Fridays for Future“. „Im Wahlkampf erleben wir, wie alle Parteien Klimaschutz plakatieren, während sie mit ihrer aktuellen Politik die Klimakrise weiter vorantreiben. Dass keine Partei ein 1,5-Grad-konformes Programm hat macht deutlich, wie notwendig der Protest auch weiterhin ist.“ Das sagte Reemtsma beim WWF think Wahl spezial „Jetzt reden wir! Eine junge Perspektive auf die Bundestagswahl“. Das komplette Gespräch mit Lilli Fischer (CDU), Carla Reemtsma (Fridays For Future), Liv Julia Mengel (die Zukunftsmutigen beim WWF) und Jan Schiffer (Sprecher der Linksjugend) wird am 20. September, 11 Uhr, unter https://www.wwf.de/think sowie dem Youtube- und Facebook-Kanal des WWF Deutschland veröffentlicht.
 
In dem WWFthink Wahl spezial warnte Reemtsma zudem davor, die soziale Frage gegen die Klimapolitik auszuspielen: „Die Klimakrise verschärft bestehende soziale Ungerechtigkeiten.“ Die Erzählung, die Bekämpfung der Klimakrise sei sozial ungerecht, die im Wahlkampf immer wieder bemüht werde, sie „totaler Quatsch“, so Reemtsma. „Nur wenn wir die Klimakrise eindämmen, können wir ernsthafte Schritte zur sozialen Gerechtigkeit machen. Konsequenter Klimaschutz ist immer ein Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit.“ Einen CO2-Preis ohne Ausgleich etwa über ein Energiegeld, das an die Bürger zurückverteilt wird, lehnte sie ab: „Das wäre vor allem eine finanzielle Belastung für Menschen mit geringem Einkommen. Das wollen wir nicht, denn das sind die Menschen, die meistens auch am wenigsten zur Klimakrise beitragen. Es ist eine Frage des politischen Willens wie wir die Maßnahmen ausgestalten, damit sie sozial gerecht sind.“ Vorbild seien Modelle wie in der Schweiz oder Schweden: Der dortige CO2-Preis habe eine effektive Rückverteilungskomponente. 
 
Jan Schiffer, Sprecher der Linksjugend, erklärte zudem, angesprochen auf die Frage nach der Zukunft der Mobilität: „Ich glaube nicht, dass E-Mobilität die Zukunft der Mobilität ist. Ich glaube, die Zukunft der Mobilität liegt auf der Schiene. Wenn man sich die Ökobilanz von E-Autos anguckt, die sind zwar im Betrieb tausendmal besser als Verbrenner. Gleichzeitig sind aber E-Autos in der Produktion so umweltzerstörerisch, dass meiner Meinung nach die Antwort sein muss, den Individualverkehr runterzufahren.“ Schiffer fordert einerseits einen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehr  mit besserer Taktung und gerade im ländlichen Raum mit mehr direkten Verbindungen. „Wo noch das individuelle Autofahren benötigt wird, weil es nicht anders geht, ist so was wie Carsharing super spannend.“







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