Rheinland-Pfalz vergibt Forschungspreis für Alternativen zu Tierversuchen

02.06.09
UmweltUmwelt, Rheinland-Pfalz, News 

 

Heute verlieh die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad der Forschergruppe Dr. Christine Pohl, Dr. Maria Hermanns und Professor Dr. James Kirkpatrick vom Institut für Pathologie der Johannes Gutenberg Universität Mainz den Förderpreis für Alternativen zu Tierversuchen des Landes Rheinland-Pfalz. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte begrüßt die Vergabe außerordentlich und fordert, diese Ersatzverfahren auch zügig anzuwenden.

Das Forscherteam wird für seine Arbeit „Ko-Kulturmodelle des distalen und proximalen respiratorischen Systems zur Untersuchung lungentoxischer Fremdstoffe“ ausgezeichnet. Die Wissenschaftler haben ein Ersatzverfahren zu Tierversuchen mit menschlichen Lungenzellen entwickelt, das lungengiftige Eigenschaften von Chemikalien und Arzneimitteln feststellen sowie virusbedingte Lungenerkrankungen erforschen kann.

„Diese Methode muss schnellstens wissenschaftlich und behördlich anerkannt werden, um nicht nur in der Grundlagenforschung, sondern auch an Stelle gesetzlich vorgeschriebener Tierversuche zur Testung von Chemikalien und Arzneimitteln eingesetzt werden zu können. Diese Anerkennungsverfahren dauern durchschnittlich zehn Jahre, in dieser Zeit sterben Tausende Tiere, obwohl ein tierversuchsfreies Verfahren zur Verfügung steht. Jetzt muss alles daran gesetzt werden, dass dieses Verfahren auch schnellstens die vorgeschriebenen Tierversuche ersetzt, alles andere wäre ein Skandal “, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hatte diesen Preis eingerichtet, nachdem 2005 heftige Kritik des Bundesverbandes und weiterer Tierversuchsgegner an der Errichtung eines neuen Tierlabors für 30 Millionen Euro an der Uni Mainz geäußert wurde, während die Landesregierung in die tierversuchsfreie Forschung lediglich 10.000 Euro investiert.







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