9. Juni 2018: Auftakt der überregionalen Anti-Atomkraft-Proteste um 13.00 Uhr am AKW Emsland


Bildmontage: HF

08.06.18
UmweltUmwelt, Bewegungen, Niedersachsen 

 

Von BBU

Rund 80 Initiativen, Verbände und Parteigliederungen rufen für den morgigen Samstag (9. Juni 2018) zur Teilnahme an einer Demonstration in Lingen (Emsland, Niedersachsen) für den sofortigen Atomausstieg auf. Die Demonstration beginnt um 13 Uhr am Atomkraftwerk Emsland (AKW Lingen 2, Am Hilgenberg) und führt zur nahe gelegenen letzten Brennelementefabrik, die in der Bundesrepublik noch in Betrieb ist. Zur Teilnahme an der Demonstration rufen überwiegend Organisationen aus Niedersachsen, aus Nordrhein-Westfalen und aus den Niederlanden auf; der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) ist Mitorganisator der Demonstration.

Ausführliche Informationen über die Demonstration in Lingen, zu Anreisemöglichkeiten und zum Programm unter https://www.lingen-demo.de

Im Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration heißt es: „Im niedersächsischen Lingen wird das Atomkraftwerk Emsland das „neue“ AKW genannt. Dabei wird es am 20. Juni 30 Jahre alt! Dieser Atommeiler, einer der „jüngsten“ in Deutschland, hat eine Betriebsgenehmigung bis Ende 2022. Das Risiko einer so langen Laufzeit können und dürfen wir nicht zulassen, weder in Lingen noch an anderen Standorten! Es gibt keine ’sichere Atomkraft‘, und je älter ein Reaktor wird, desto gefährlicher ist er. Allein durch Materialermüdung und Verschleiß steigt die Anzahl der Störfälle dramatisch an, auch im AKW Emsland.

Gleichzeitig entsteht täglich Müll, der weder jetzt noch in Zukunft sicher gelagert werden kann. Die unflexiblen Atommeiler – ebenso wie alte Braunkohlemeiler – ‚verstopfen‘ außerdem die Netze und blockieren den Ausbau Erneuerbarer Energien. Wir fordern deshalb von der Bundesregierung, im Zuge der Atomgesetz-Novelle bis Ende Juni einen deutlich schnelleren Atomausstieg festzulegen.“

Weiter heißt es in dem Aufruf: „Auch die Brennelementefabrik Lingen und die Urananreicherungsanlage Gronau müssen so schnell wie möglich stillgelegt werden. Es kann nicht sein, dass sich Deutschland zwar zum „Atomausstieg“ bekennt, aber durch   Brennstoff-Lieferungen   die weltweite  Atomindustrie noch jahre- und jahrzehntelang stützt – indirekt sogar Atomwaffenprogramme wie das in den USA.“

Udo Buchholz vom Vorstand des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) betont, dass Atomkraftwerke und sonstige Atomanlagen in jedem Land eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen. „Die Verseuchungen beginnen bereits beim Uranabbau im Niger, in Kanada und anderswo. Beim Atomstandort Lingen ist es die dringende Aufgabe und Pflicht der Landesregierung in Hannover und der neuen Bundesumweltministerin dafür Sorge zu tragen, dass die Anlagen in Lingen und die damit verbundene Atommüllproduktion sowie Nuklearexporte sofort gestoppt werden.“ Und mit Blick auf die Urananreicherungsanlage in Gronau, gegen deren Betrieb auch in Lingen demonstriert wird, fordert Udo Buchholz von NRW-Ministerpräsident Laschet, dass er der Anlage, die sich in Laschets Zuständigkeitsbereich befindet,unverzüglich die Betriebsgenehmigung entziehen lässt. „Ministerpräsident Laschet engagiert sich gegen Atomkraftwerke in Belgien, blendet aber aus, dass in seinem Bundesland in Gronau Uran für den Einsatz in Belgien und anderswo vorbereitet wird. Das ist nicht hinnehmbar!“

 







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