AKW Lingen 2 trotz Proteste wieder am Netz


Bildmontage: HF

01.06.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, Niedersachsen, TopNews 

 

Über 350 Organisationen fordern sofortige Stilllegung

Von BBU

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat die erfolgte Wieder-Inbetriebnahme des umstrittenen Atomkraftwerkes (AKW) Lingen 2 des Energiekonzerns RWE im Emsland (Niedersachsen) scharf kritisiert. Das mehr als 30 Jahre alte AKW wurde nach einer mehrwöchigen Revision (technische Überprüfung) am Pfingstsonntag (31. Mai) wieder hochgefahren. Laut der Deutschen Presseagentur (dpa) wurden bei der Überprüfung drei meldepflichtige technische Mängel gefunden. Damit stieg die Zahl der Pannen und Störfälle in dem AKW nahe der niederländischen Grenze auf über 160 seit der Inbetriebnahme 1988. Am Freitag hatten der Elternverein Restrisiko Emsland und das Bündnis AgiEL (AtomkraftgegnerInnen im Emsland) mit einer Mahnwache in Lingen-Darme gegen die drohende Inbetriebnahme des AKW Lingen 2 demonstriert. „Es ist unglaublich, dass der AKW-Betreiber RWE auch noch ausgerechnet an einem Feiertag das AKW wieder in Betrieb nimmt und damit der besorgten Bevölkerung die Feiertagsruhe raubt“, kritisiert BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz

Adressaten der vielfältigen Proteste gegen das AKW Lingen 2 des BBU und der emsländischen Bürgerinitiativen, aber auch von Initiativen und Verbänden aus Nordrhein-Westfalen und aus den Niederlanden sindder zuständige niedersächsische Umweltminister Oaf Lies, Bundesumweltministerin Svenja Schulze sowie die örtliche und regionale Politik. Grundsätzlich wird die sofortige Stilllegung des AKW Lingen 2 gefordert, dessen abgebrannte Kernbrennstäbe als Atommüll in einem Castor-Atommüll-Lager in Lingen gelagert werden – vermutlich dauerhaft.

Die grenzüberschreitenden Proteste richten sich zudem gegen die letzte Brennelementefabrik in der Bundesrepublik, die sich ebenfalls in Lingen befindet. Sie versorgt Atomkraftwerke in zahlreichen Ländern, z. B. auch in Belgien, mit Nuklearbrennstoff. Trotz beschlossenem Atomausstieg erfolgt der Betrieb dieser Anlage ohne befristete Genehmigung.

Der BBU unterstützt seit Jahrzehnten den Widerstand gegen das AKW Lingen 2. Bereits vor 40 Jahren, Im Herbst 1980, war der BBU Mitveranstalter einer Großdemonstration gegen die damaligen Pläne zum Bau des AKW Lingen 2. Auch in der jüngsten Zeit hat der BBU immer wieder zur Teilnahme an Protestaktionen gegen die noch laufenden Atomanlagen in Lingen, und gegen die damit verbundenen Atomtransporte, aufgerufen. Das AKW Lingen 1 wurde nach Störfällen bereits vor Jahrzehnten stillgelegt.

Über 350 Initiativen, Verbände und Parteigliederungen aus der Bundesrepublik, aus Belgien und aus den Niederlanden fordern aktuell mit der „Lingen-Resolution“ die sofortige Stilllegung der Brennelementefabrik in Lingen und des AKW Lingen 2.

https://bbu-online.de/AK%20Energie/Aktuelles%20AK%20Energie/Lingen-Resolution%202020.pdf

 

 

Auch für das zweite in Niedersachsen noch laufende AKW (AKW Grohnde) fordert der BBU die sofortige Stilllegung. Das AKW Grohnde ging nach der diesjährigen Revision am 23. Mai 2020 wieder in Betrieb. „Nurdie Stilllegung der Reaktoren schützt vor Störfällen und der weiteren Atommüllproduktion“, betont BBU-Vorstandsmitglied Buchholz.







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