AKW Brokdorf soll abgebaut werden – „Brokdorf-akut“ und der BBU fordern die sofortige Stilllegung des Reaktors

31.07.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, Schleswig-Holstein, TopNews 

 

Von BBU

Die Initiative „Brokdorf-akut“ und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) weisen darauf hin, dass aktuell beim Energiewendeministerium in Kiel Einsprüche und Stellungnahmen zum beantragten Abbau des Atomkraftwerkes (AKW) Brokdorf eingereicht werden können. Damit nicht weiterhin Atommüll in dem AKW produziert wird, fordern „Brokdorf-akut“ und der BBU die sofortige Stilllegung des AKW Brokdorf. Offiziell soll das umstrittene schleswig-holsteinische Atomkraftwerk erst Ende 2021 stillgelegt werden. „Bis dahin kann aber noch viel passieren, das ist nicht zu verantworten“, kritisiert Karsten Hinrichsen von der Initiative „Brokdorf-akut“.

Die Betreibergesellschaft des AKW Brokdorf, PreussenElektra, hat Ende 2017 bei der schleswig-holsteinischen Reaktorsicherheitsbehörde den Rahmenantrag zur Stilllegung und zum Abbau des Atomkraftwerkes eingereicht. PreussenElektra plant zudem, auf dem Gelände des Atomkraftwerks Brokdorf ein zusätzliches Lagergebäude für schwach- und mittelradioaktive Stoffe zu betreiben. Das Gebäude soll aus einer Halle für die Transportbereitstellung, einem Verladebereich und einem sogenannten Sozialtrakt bestehen.

Einsprüche noch bis 17. August möglich!

Die umfangreichen Planungsunterlagen werden bis einschließlich 17. August 2020 in der Kreisverwaltung Steinburg, der Amtsverwaltung Wilstermarsch in Wilster und in der Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) in Kiel zur Einsichtnahme ausgelegt. Innerhalb dieses Zeitraums können Einwendungen gegen die Vorhaben beim Energiewendeministerium (Abteilung Reaktorsicherheit und Strahlenschutz), Adolf-Westphal-Straße 4, 24143 Kiel, bei der Kreisverwaltung Steinburg, Viktoriastraße 16-18, 25524 Itzehoe oder bei der Amtsverwaltung Wilstermarsch, Kohlmarkt 25, 25554 Wilster erhoben werden. Einwendungen können auch auf elektronischem Weg eingereicht werden, allerdings nicht mit einer einfachen E-Mail.

Weitere Informationen über das formelle Verfahren und die Planungsunterlagen findet man im Internet unter

https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/R/reaktorsicherheit/brokdorfFachberichte.html

Die Initiative „Brokdorf-akut“ und der BBU kritisieren, dass die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Abbau des AKW Brokdorf in den Sommerferien erfolgt. „Brokdorf-akut“ hat eine Sammeleinwendung in Form einer Unterschriftenliste erstellt. Einwendungen können von allen Bürgerinnen und Bürgern im In- und Ausland erhoben werden, die sich von dem Vorhaben betroffen fühlen. Dabei ist die Frist zum Einreichen von Einsprüchen zu beachten (17.8.). Und nur wer einen Einspruch einreicht, kann später auf einem Erörterungstermin für höhere Sicherheitsanforderungen beim geplanten Rückbau des Atommeilers mitreden.

Um Missverständnissen vorzubeugen, betonen „Brokdorf-akut“ und der BBU, dass sie sich generell für die sofortige Stilllegung des AKW Brokdorf einsetzen. Mit Einsprüchen soll aber verdeutlicht werden, dass es auch beim Rückbau zu radioaktiven Freisetzungen kommen kann und mit dem strahlenden Atommüll aus dem AKW nicht leichtfertig umgegangen werden darf.

Brokdorf droht weiterer Atommüll aus Großbritannien

Der hochradioaktive Atommüll aus dem AKW Brokdorf wird mangels Endlager noch für Jahrzehnte im „Zwischenlager“ Brokdorf bleiben. Das Lager ist baugleich mit dem beim AKW Brunsbüttel, das seine Betriebsgenehmigung per Gerichtsurteil verloren hat. Die Sicherheit des „Zwischenlager“ Brokdorf ist also ebenfalls nicht nachgewiesen. Demnächst sollen sogar noch weitere Castor-Atommüll-Behälter aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield hinzukommen. Wegen der mangelhaften Sicherheit hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND,

Landesverband-Hessen) gegen die Einlagerung derartiger neuer Abfälle im „Zwischenlager“ beim AKW Biblis eine Klage auf den Weg gebracht. Die Mängel bestehen aber auch für das Castor-Atommüll-„Zwischenlager“ in Brokdorf. Weil auch die Endlagerung der leicht- und mittelradioaktiven Abfälle noch nirgendwo sicher erfolgen kann, soll in Brokdorf auch noch ein „Zwischenlager“ für diesen Atommüll gebaut werden.

Die Sammeleinsprüche kann man auf der Homepage von „Brokdorf-akut“ unter http://www.brokdorf-akut.de <http://www.brokdorf-akut.de/>ausdrucken.

Interessierte können auch einen Ausdruck der Sammelliste in der Bonner Geschäftsstelle des BBU anfordern (0228-214032, bbu-bonn@t-online.de <mailto:bbu-bonn@t-online.de..Zu>). Zu beachten ist die Rücksendefrist für die Einspruchslisten.

 

1981: 100.00 demonstrierten gegen den Bau des AKW Brokdorf

Udo Buchholz vom Vorstand des BBU erinnert daran, dass das AKW Brokdorf schon vor dessen Bau in den 70er und 80er Jahren heftig umstritten war.

„1981 – vor rund 40 Jahren - haben rund 100.000 Menschen gegen den Bau des AKW demonstriert. Hätte man damals auf sie gehört, wäre Norddeutschland viel Atommüll erspart geblieben“, betont Buchholz.

Seit nunmehr 34 Jahren finden immer am 6. eines Monats Mahnwachen am AKW Brokdorf statt, so auch am 6. August 2020, dem 75. Jahrestag des Atombombenabwurfes über der japanischen Stadt Hiroshima. Bei der Mahnwache sind auch Sammeleinsprüche zum Abbau des AKW Brokdorf erhältlich bzw. sie können dort auch direkt unterschrieben werden. Die Initiative „Brokdorf-akut“ ist auch bei der Formulierung von persönlich gehaltenen Einsprüchen behilflich. „Je näher man am AKW wohnt, desto persönlicher sollte ein Einspruch formuliert werden“, erklärt Karsten Hinrichsen von „Brokdorf akut“.

Die Mahnwache beginnt am Donnerstag, 6.8., um 14 Uhr vor dem Haupttor des AKW Brokdorf.

 

Weitere Informationen: http://www.brokdorf-akut.de <http://www.brokdorf-akut.de/>, https://bbu-online.de <https://bbu-online.de/>

 

 

 







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