Uranmülltransport bei Steinfurt-Borghorst gestoppt !!


Unbewachter Uranzug im Bahnhof Gronau 2006, Bild: anti-atom-aktuell

05.06.08
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

70 AtomkraftgegnerInnen demonstrieren in Münster. Atomunfall in Slowenien alarmiert.

Der Uranmüllzug von Gronau nach Russland wurde gestern Abend gegen 20 Uhr bei Steinfurt-Borghorst von der Polizei für 75 Minuten gestoppt. Die französische Umweltaktivistin Cécile Lecomte hatte sich über der Bahnstrecke abgeseilt. Frau Lecomte hatte mit einer ähnlichen Aktion bereits im Januar bei Steinfurt gegen die Uranmüllexporte nach Russland protestiert. Der Zug fuhr gegen 21.15 Uhr weiter Richtung Münster und Rotterdam und erreichte gegen 23 Uhr mit deutlicher Verspätung den Grenzbahnhof Bad Bentheim.

In Münster hatten zuvor rund 70 AtomkraftgegnerInnen gegen den Urantransport und die unmittelbar bevorstehende massive Erweiterung der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau demonstriert. Die UAA-Betreiberin Urenco und ihre deutschen Aktionäre EON und RWE wollen die Anlage auf 4500 t Urantrennarbeit pro Jahr ausbauen, um dann 35 große Atomkraftwerke mit Uranbrennstoff zu versorgen. Der radioaktive Abfall aus der Urananreicherung wird seit 1996 nach Russland geschickt. Insgesamt waren dies bisher 28 000 t, davon allein in diesem Jahr bis jetzt 4000 t in vier Transporten. In Russland lagert der Uranmüll auf unbestimmte Zeit unter freiem Himmel.

Der ca. 400 m lange Uranmüllzug transportiert das äußerst brisante Uranhexafluorid (UF6). Wenn UF6 mit Luftfeuchtigkeit in Berührung kommt, bildet sich die absolut tödliche Flusssäure. Bei einem schweren Unfall müsste weite Bereiche um die Unfallstelle evakuiert werden. Dennoch werden diese hochgefährlichen Atommülltransporte von der Urenco, von den Genehmigungsbehörden und von der Polizei wie ein Staatsgeheimnis behandelt. Bahnreisende und Anwohner werden über die Gefahren nicht informiert, obwohl sich die Urenco auf ihrer Webseite ausdrücklich zu einem „offenen Dialog" bekennt.

Atomunfall in Slowenien ist sehr besorgniserregend

Große Besorgnis löste die Nachricht vom schweren Atomunfall in Slowenien aus. Es zeigt sich, dass es in kurzen Abständen immer wieder zu brisanten Unfällen kommt. 2006 stand das schwedische AKW Forsmark wenige Minuten vor dem Super-GAU, 2007 brannte es im AKW Krümmel und nun tritt im slowenischen AKW Krsko Kühlmittel aus – doch Politik und AKW-Betreiber spielen die Störfälle immer wieder herunter. Fakt ist: Atomkraft ist nicht sicher und wird auch nicht durch die schönsten Sonntagsreden sicher werden!







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