4. Juni, 18 Uhr: Anti-Atom-Demo am Hauptbahnhof Münster


02.06.08
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW 

 

„Uranmüllexport stoppen – Urananreicherungsanlagen sofort stilllegen"

Am jetzigen Mittwoch, 4. Juni, 18 Uhr startet am Hauptbahnhof in Münster eine Demonstration gegen den seit Wochen vorbereiteten Uranmülltransport von der Urananreicherungsanlage Gronau zur Endlagerung nach Russland. Zugleich geht es gegen den massiven Ausbau der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage, der laut der Betreiber-Firma Urenco „in den nächsten Wochen" droht. Die münsterländischen Anti-Atomkraft-Initiativen befürchten, dass so der von der Atomwirtschaft mitverhandelte Atomausstieg unterlaufen wird. Angereichertes Uran dient neben militärischen Zwecken nur dem Betrieb von Atomkraftwerken.

Der Hauptbahnhof Münster ist eine Drehscheibe für Uranmülltransporte. Konkret ist zu befürchten, dass am Mittwochabend ein neuer 400 m langer Uranmüllzug mit ca. 1000 t abgereichertem Uranhexafluorid gleich zwei Mal den Hauptbahnhof passieren wird. Die Züge werden erfahrungsgemäß im Güterbahnhof am Alfred-Krupp-Weg umrangiert, bevor sie ihre Fahrt nach Rotterdam fortsetzen, wo der Atommüll auf ein Schiff Richtung St. Petersburg verladen wird. Endstation ist die Geschlossene Atomstadt Novouralsk bei Jekaterinburg am Ural. Dort wird der Gronauer Uranmüll unter offenem Himmel bei extremen Witterungsbedingungen unbefristet gelagert.

Ist Münsters Partnerstadt Rjasan von Uranmüllexport betroffen?

Abgereichertes Uranhexafluorid fällt bei der Anreicherung massenhaft als Abfallprodukt an. Für Münster besonders pikant ist die Tatsache, dass eine der beiden Hauptrouten von Moskau zum Ural ausgerechnet durch die Partnerstadt Rjasan verläuft. Da die Zeiten und Routen der Atomtransporte grundsätzlich geheim gehalten werden, ist nicht auszuschließen, dass die Uranmülltransporte auch durch Rjasan laufen. Hat die Stadtverwaltung in Münster dazu schon mit den Partnern in Rjasan gesprochen?

Eine große Mitverantwortung für den Uranmüllexport tragen Urencos deutsche Miteigentümer EON und RWE. Im April hatten beide Vorstandschefs angekündigt, den Uranmüllexport von Gronau nach Russland 2009 einzustellen. Das heißt, dass der langjährige internationale Widerstand gegen die unverantwortlichen Transporte Wirkung zeigt. Wir fordern nun, dass die Uranmüllexporte sofort eingestellt werden und der jetzige Zug nicht mehr auf die hochgefährliche Reise geschickt wird.

Von der Bundesregierung fordern wir, dass sie den Ausbau der Urananreicherungsanlage Gronau untersagt. Wer den Atomausstieg will, darf nicht in die Versorgung neuer AKWs investieren. Denn in Gronau betreiben EON und RWE still und heimlich den Ausbau der Atomenergie.







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