Agrarförderung konsequent auf Lösung der sozialen und ökologischen Krise in der EU ausrichten

09.11.20
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Politik, Internationales, News 

 

„Vor dem Trilog zwischen dem Europäischen Parlament, der EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten zur zukünftigen Agrarförderung steht eine historische Herausforderung. Das Regelwerk muss sichern, dass das Geld ausschließlich die Agrarbetriebe unterstützt, die das Klima, die biologische Vielfalt, Wasser, Luft und Boden schützen. Aber auch fair bezahlte Arbeitsplätze vor Ort sichern. Nur so kann auch mittel- und langfristig die Ernährungssouveränität gesichert werden. Und nur so können die ortsgebundenen, nachhaltig wirtschaftenden Agrarbetriebe auch sozial stabilisiert werden. Gleichzeitig ist das auch ein Beitrag für zukunftsfähige ländliche Räume“, erklärt Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zum Auftakt der Trilog-Gespräche von EU-Agrarrat, Europäischer Kommission und EU-Parlament zur künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) am 10. November. Tackmann weiter:

„Öffentliches Geld für öffentliche Leistung muss endlich Grundprinzip der Agrarförderung werden, statt dass möglich billige Warenproduktion zum Wohle von Konzernen gesichert werden. Dazu gehört beispielsweise, die Geschäftsmodelle landwirtschaftsfremder Investoren nicht zu fördern. Besonders wichtige ökologische Leistungen müssen verpflichtend sein, freiwillige Programme müssen unbürokratisch Spielräume zur Lösung regionaler Herausforderungen ermöglichen. Agrarförderprogramme müssen Anreiz- und Einkommenswirkung haben. Alternative Modelle wie die Solidarische Landwirtschaft muss genauso unterstützt werden wie der Einstieg von Junglandwirten in die Landwirtschaft. Außerdem muss die Agrarförderung auch soziale Leistungen der Agrarbetriebe in den Regionen anerkennen, wie fair bezahlte Arbeitsplätze oder regionale Versorgungssicherung. Agrarförderung muss sozial und ökologisch gestaltet werden, sonst hat sie keine gesellschaftliche Legitimation.“







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