Kranke Elefantendame Malou bei Circus Voyage zu Auftritten gezwungen:


21.02.20
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PETA zeigt Zirkus wegen Tierquälerei beim Veterinäramt des Landkreises Nordsachsen an

Von PETA

Beim Gastspiel des Circus Voyage als „Berliner Weihnachtscircus“ 2019 dokumentierte die Veterinärbehörde des Bezirksamts Spandau gravierende Mängel bei allen Tierhaltungen. Insbesondere der Gesundheitszustand von Elefantin Malou – die allem Anschein nach an Arthrose leiden könnte – war so besorgniserregend, dass die Behörde ein Auftrittsverbot anordnete. Zudem musste Malou in das Winterquartier in Wiedemar überführt werden, um sie eingehend tierärztlich untersuchen zu lassen. PETA mahnt, dass vor einigen Jahren bereits Elefantendame Mausi die Nachlässigkeit der Zirkusverantwortlichen und der zuständigen Behörde mit dem Leben bezahlte. Gemäß der Verordnung zum Schutz von Tieren beim Transport ist es verboten, kranke oder verletzte Tiere zu befördern. Wegen des Verdachts, dass die kranke Malou bei Circus Voyage mit Schmerzmitteln fit gemacht, transportiert und für Zirkusauftritte eingesetzt wurde, zeigt PETA den Zirkus nun beim Veterinäramt des Landkreises Nordsachsen an und appelliert an die Behörde, die Elefantin aus dem Zirkusbetrieb herauszuholen.

„Schon einmal ist bei Circus Voyage eine kranke Elefantin qualvoll gestorben, weil die Veterinärbehörden nicht rechtzeitig eingeschritten sind. Die tragische Geschichte darf sich keinesfalls wiederholen“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsindustrie. „Wir appellieren an das Veterinäramt, die kranke Elefantendame zu beschlagnahmen und in einer adäquaten Auffangstation unterzubringen.“

Gravierende Tierschutzverstöße bei Circus Voyage
Circus Voyage führt exotische Tierarten wie Elefanten, Giraffen und ein Flusspferd mit. Wiederholt dokumentierten Veterinärbehörden und Tierschützer gravierende Mängel in der Tierhaltung des Zirkusbetriebs, so auch beim „Berliner Weihnachtscircus“ 2019. Die Mängelliste umfasste allein dort 26 Punkte. Bei Elefantin Malou wurde unter anderem eine akut behandlungsbedürftige Bewegungseinschränkung am rechten Hinterbein und Muskelzittern an allen Beinen festgestellt. Alle vier Elefanten wiesen zudem eine schwache Bemuskelung auf, die auf unzureichende Bewegung zurückzuführen ist.

Tod der kranken Elefantendame Mausi

Die Parallelen des aktuellen Falls zur 2012 verstorbenen Mausi sind offensichtlich: Sie litt unter Muskelschwund, Arthrose und Gelenkdeformationen. Auch für Mausi wurde ein Auftrittsverbot verhängt. Dennoch wurde sie mit Billigung des zuständigen Kreisveterinäramtes Nordsachsen im schwerkranken Zustand von den Zirkus-Verantwortlichen weiter auf Tournee mitgeführt. Sie sollte schließlich an einen belgischen Zoo verkauft werden und starb kurz nach dem zehnstündigen Transport, der ihr trotz der Erkrankung zugemutet wurde. Bei Circus Voyage hatte sie einem Gutachten zufolge insbesondere während der Transporte von Ort zu Ort jahrelang heftige Schmerzen.

Erhebliches Leid von Elefanten im Zirkus

Experten zufolge ist die Dressur von Elefanten generell nur mit Gewalt und Zwang möglich. Auch der Bundesrat begründete 2016 in seiner Entschließung, warum insbesondere Elefanten erheblich im Zirkus leiden. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2014 vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

 

Weitere Informationen
PETA.de/Zirkus-Voyage-Alois-Spindler

PETA.de/Rettetmausi

PETA.de/Wildtierdressur







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