Julia Klöckner kündigt halbherziges Wildtierverbot im Zirkus an


Ein Leben lang in Gefangenschaft: Tiger in Zirkusbetrieben; Foto: © PETA Deutschland e.V.

01.08.20
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PETA: Streichliste muss zumindest auch Tiger, Löwen und Elefanten umfassen

Von PETA

Medienberichten zufolge arbeitet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft an einem Gesetzentwurf, wonach bestimmte Wildtiere wie Giraffen, Flusspferde und Nashörner im Zirkus verboten werden sollen. PETA begrüßt die längst überfällige Ankündigung, kritisiert jedoch, dass Tierarten wie Löwen, Tiger und Elefanten offenbar weiterhin in Zirkusbetrieben gehalten werden dürfen. Ein Kriterium soll der Ankündigung zufolge sein, ob mit den Tieren „trainiert“ werden könne. Jedoch betonte schon der Bundesrat in seinem Entschließungsantrag für ein Wildtierverbot 2016 (Drucksache 78/16), dass fremdbestimmtes „Training“ nicht geeignet ist, um kleine Gehege zu kompensieren und bezeichnete die Annahme als „überkommene Hypothese“. PETA betont zudem, dass die Dressur von Wildtieren im Zirkus stets mit Gewalt und Zwang einhergeht. Peitschen, spitze Elefantenhaken, Stöcke und Gerten sind die gängigen Instrumente, um die Tiere zum Gehorsam zu zwingen. Allein schon wegen wiederholten Ausbrüchen, Verletzungen und Todesfällen durch Großkatzen und Elefanten sind diese umgehend zu verbieten. Die Tierrechtsorganisation fordert Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner auf, ein Verbot sämtlicher Tiere im Zirkus auf Weg zu bringen.

„Es ist für alle Tiere mit Leid verbunden, bis zu 50 Mal im Jahr in dunklen Lkws von Ort zu Ort transportiert und dort meist auf Asphaltplätzen gehalten zu werden. Dass eine zwanghafte Dressur mit der Peitsche ein artgerechtes Gehege ersetzen kann, ist ein Märchen, dass die Zirkusbranche schon vor Jahrzehnten erdichtet hat. Jahr für Jahr erhalten wir zahlreiche Videos auch von schwer verhaltensgestörten Elefanten, Löwen und sogar Pferden. Nur ein generelles Tierverbot wäre eine angemessene Maßnahme“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Mit Unterstützung von Auffangstationen und Zoos könnten sämtliche Tiere innerhalb eines Jahres aus den Zirkusbetrieben gerettet werden.“

Breite Unterstützung für ein Wildtierverbot im Zirkus
PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht dazu da sind, um uns zu unterhalten. Die Tierschutzorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod. Einer repräsentativen forsa-Umfrage von 2014 zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können. Der Bundesrat forderte in seiner bereits dritten Entschließung ein Zirkusverbot für Wildtiere, dem die Bundesregierung bislang nicht nachkam. Bezüglich exotischer Wildtierarten sprechen sich auch die Bundestierärztekammer und sämtliche Agrarminister der Länder für ein Verbot aus. Bundesweit haben bereits über 100 Städte und Kommunalvertretungen ein kommunales Zirkus-Wildtierverbot beschlossen.


PETA setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

 

 

Weitere Informationen:

PETA.de/Tierverbot-Zirkus PETA.de/Wildtierdressur Video: 10 Jahre Pferdequal bei Circus Krone PETA.de/Zirkusunfaelle

 







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