Offener Brief von Richard Pitterle, Bundestagsabgeordneter der LINKEN aus Böblingen an die Daimler-KollegInnen


Richard Pitterle MdB

01.12.09
WirtschaftWirtschaft, Politik, Baden-Württemberg, TopNews 

 

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren !
Stunden entlassen statt Menschen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in der Finanz- und Wirtschaftskrise haben viele zu Gunsten der Firma verzichtet, die Belegschaft hat Milliarden hergegeben! Aber zur Krise kommt jetzt noch der ganz normale kapitalistische Wahnsinn dazu: Entlassungsdrohungen, Verlagerungsdrohungen! Dabei ist Daimler bereits wieder in der Gewinnzone! 6.000 Arbeitsplätze bei Daimler, 2.000 bei Zulieferern werden von der Konzernleitung bedroht (diese Zahlen nennt der Betriebsrat)!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

als Bundestagsabgeordneter der Linken aus dem Wahlkreis Böblingen bin ich entsetzt über die Kaltschnäuzigkeit der Konzernleitung. Für die Verzichtsbereitschaft der Belegschaft dankt sie dadurch, dass sie hier in Sindelfingen einem Teil der Belegschaft den Stuhl vor die Tür setzt. Gegenwehr ist notwendig, die Partei DIE LINKE steht solidarisch an Eurer Seite!
Wir unterstützen Euch und alle Eure Maßnahmen, die Ihr mit Hilfe des Betriebsrates und Eurer IG Metall zur Sicherung der Arbeitsplätze unternehmt.
Erst jetzt im November hat die IG Metall in Esslingen, Reichenbach/Fils und Nürtingen mit mittelständischen Maschinenbauern eine Einigung erzielt, die dieses beinhaltet:
• K E I N E  E N T L A S S U N G E N ! (780 waren geplant!)
• 28-Stundenwoche mit Teillohnausgleich
• Erhalt aller Ausbildungsplätze (einschließlich der neuen) und Übernahme aller
• Zwei Prozent der Jüngeren aus der Belegschaft bekommen ein Werksstipendium zur Weiterbildung zum Techniker oder Ingenieur
Die IG Metall konnte sich mit Mittelständlern einigen, die mit größeren Umsatzeinbrüchen kämpfen als Daimler. Warum soll sich nicht auch ein Konzern auf solch eine Lösung einigen können? Daimler wird langfristig nicht darum herumkommen, ökologischere Produkte herzustellen. Die Produktion wird also langfristig umgestellt werden müssen. Aber eine Produktion, die es nicht mehr gibt, kann man auch nicht umstellen. Auch deshalb heißt es: Kampf um jeden Arbeitsplatz.
Wir stehen an Eurer Seite!

Richard Pitterle MdB, DIE LINKE







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