Vor Pariser Autosalon: BUND kritisiert Versäumnisse bei Autowerbung


01.10.10
WirtschaftWirtschaft, Umwelt, News 

 

Berlin: Aus Anlass der Eröffnung des Pariser Autosalons (Mondial de l`Automobile, 2. bis 17. Oktober) hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einer Reihe von Autoherstellern die Missachtung von EU-Vorgaben für die Autowerbung vorgeworfen. Eine vom BUND im September 2010 durchgeführte Analyse von Autoanzeigen großer deutscher Nachrichten- und Automagazine habe ergeben, dass nur jede zehnte Werbeannonce die Vorgaben korrekt umsetze. Bei etwa 60 Prozent der Anzeigen seien die vorgeschriebenen Angaben von Kraftstoffverbrauch und CO2-Emisssionen nicht eindeutig oder „im Kleingedruckten“ versteckt gewesen. Bei jeder dritten Anzeige in „Spiegel“, „Stern“, „Focus“, „Autobild“ und „Auto Motor und Sport“ hätten die Angaben ganz gefehlt. Die EU-Richtlinie 1999/94/EC sieht vor, dass jede Pkw-Werbung Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen der beworbenen Fahrzeuge deutlich sichtbar angibt. Bei den deutschen Herstellern fielen dem BUND die Werbeannoncen von Mercedes, Volkswagen und BMW besonders negativ auf.

Der Verkehrsexperte des BUND, Werner Reh, sieht in diesem Befund einen klaren Beleg dafür, dass Autohersteller und Bundesregierung die Klimaschutzerfordernisse missachten: „Viele Autohersteller ignorieren die EU-Vorgaben zur Verbrauchskennzeichnung in der Autowerbung und die Bundesregierung unterstützt sie dabei mit der unkorrekten Umsetzung der entsprechenden Richtlinie. Wir erwarten, dass unsere bei der EU-Kommission eingereichte Beschwerde gegen diese Praxis bald Erfolg hat und die Autohersteller ihre Werbung endlich korrigieren. Potentielle Autokäufer haben ein Recht darauf, den Verbrauch beworbener Fahrzeuge klar und deutlich zu erkennen. Das gilt selbstverständlich auch für Werbung im Internet.“

Die Autowerbung wecke weiterhin vor allem Begehrlichkeiten nach stark motorisierten und schweren Fahrzeugen. Die Hersteller hätten offensichtlich nur wenig Interesse, über den hohen Verbrauch solcher Fahrzeuge zu informieren.

Reh: „Der Verkehrssektor hat die höchsten Steigerungsraten beim CO2-Ausstoß. Deshalb müssen Autohersteller und Bundesregierung jede Möglichkeit nutzen, hier gegenzusteuern. Dies gilt umso mehr, nachdem die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept die CO2-Minderung im Verkehrsbereich stark vernachlässigt hat.“

Europaweite Defizite in der Umsetzung der EU-Autowerbungs-Richtlinie zeigt auch eine Studie von Friends of the Earth Europe. Eines der Ergebnisse: Nirgends werden die Vorgaben so schlecht umgesetzt wie in Deutschland. So fehlten bei über 90 Prozent der untersuchten Plakatwerbungen in Deutschland jegliche Angaben zu Verbrauch und CO2-Ausstoß, wohingegen beispielsweise in Spanien kein einziges Plakat ohne diese Angaben zu finden war.







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