Der Mindestlohn lohnt sich nicht für Geringverdiener!

01.03.18
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Von Reinhold Schramm

»Zahlen zu Folgen des Mindestlohns. Löhne nicht mehr ganz so ungleich. Der Mindestlohn lohnt sich endlich auch für Geringverdiener*innen. Viele bleiben aber in prekären Verhältnissen gefangen.«

Vgl. Tageszeitung, taz.de *

Kommentar

Dank des Mindestlohns ... nehme die Ungleichheit der Einkommen neuerdings ab“ = so der Unfug der pseudowissenschaftlichen Relativierung! - im Interesse von Wirtschaft und Industrie.

Würde man so die Relativierung -zwischen den Armen in Indien und den Armen in Deutschland- fortsetzen, dann würden die Armen in Deutschland zu den weltweit Reichen zählen! (?)

Fakt ist: Bei einem gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von Brutto: 8,84 Euro, liegt der Monatslohn bei Brutto: 1529,32 Euro [173 Std.].

Fakt ist auch: Die durchschnittliche Erwerbslebenszeit für Frauen liegt in Westdeutschland bei knapp unter 32 Arbeits-Jahren.

  • Laut der früheren Arbeitsministerin: Ursula von der Leyen, bedarf es 35 Arbeitsjahre, bei einem durchschnittlichen monatlichen Bruttoarbeitslohn von: 2.500 Euro, um damit eine eigenständige Alters-Rente von mtl. rd. 730 Euro zu erwerben! ? Also, damit liegt auch die zukünftig eigenständige Rente auf dem Niveau der gesetzlichen Grundsicherung! - so auch analog ohne Erwerbsarbeit.
  • Nach den statistischen Fakten erreicht eine große Mehrzahl der westdeutschen Frauen – ohne Beamtenposten oder [weiblichen] Vorstandsposten ["Gleichstellung" im Vorstand] – heute keine eigenständige Rente auf dem Niveau der gesetzlichen Sozialhilfe, bzw. “Grundsicherung“.

Im Ergebnis also: Selbst eine kleine Minderheit von w/m Beschäftigten, auf der Basis des gesetzlichen Mini-Mindestlohns, würde auch nach 50-Vollzeit-Arbeits-Jahren keine eigenständige Alters-Rente in Höhe der Sozialhilfe erreichen [ - unterhalb der gesetzlichen Grundsicherung!

  • Es bedürfte bereits schon Heute für w/m Geringverdiener einen garantierten gesetzlichen Mindestlohn von: 15-16 Euro-Std. brutto, um der w/m Mehrheit der abhängig Beschäftigten eine Altersrente über dem geringen Niveau der gesetzlichen Grundsicherung zu garantieren!

Merke: Auch dazu ist die profitable BDI-Wirtschaft und gut-geschmierte Parteien- und parlamentarische Lobby-Politik nicht bereit!

- ungeschminkt!

User-Kommentar von “Agerwiese“:

»"Allerdings macht sich diese positive Tendenz vor allem bei den Stundenlöhnen bemerkbar – bei den Monatslöhnen ist sie weniger, bei den Jahreslöhnen gar nicht zu sehen."

faz schafft auch das positiv auszulegen.

BTW, dass die mittleren Lohne der Niedrigverdiener um 50% eingebrochen sind, ist nicht nur der reduzierten Arbeitszeit zu verdanken. Den Job, den ich 1992 (Spedition) für etwa 2.100 DM netto (StKl 1) ausüben dürfte, wird heute mit etwa 1.300 € netto vergütet. Man kann sich den Realverlust ausrechnen.« Vgl.*

Meine Erwiderung und Antwort, zu “Agerwiese“:

Zuletzt hatte ich im "befristeten Arbeitsvertrag" als Meister einen Bruttoarbeitslohn von ca. 14,50 Euro-Std. = Damit etwa 38 % weniger als mündlich mit dem MGB-Direktor vereinbart!

Danach, noch vor Einführung des sog. gesetzlichen Mindestlohns, selbst noch im ALG I., bekam ich nur noch über die Berliner Arbeitsagentur Tempelhof-Schöneberg ein Arbeitsangebot in Vollzeit für Brutto: 1200,- Euro, als Meister! (= Std. ca. 7,- Euro brutto.)

Trotz überdurchschnittlicher Qualifikation und mehr als 30 Erwerbsjahre in Vollzeit (!) bekam ich nur noch Angebote deutlich unter 50% vom Tarif.

Für die Zeit im Martin Gropius Bau (Berlin) als Tischlermeister lag mein monatlicher Einkommensverlust bei etwa mtl. 1400-1500 Euro brutto! -- Die mündliche Vereinbarung wurde auf dem folgenden schriftlichen Arbeitsvertrag nicht mehr vom KBB-MGB-Berlin eingehalten! [Kunst + Filmfestspiele etc.]

 

* Vgl. Tageszeitung, taz.de am 27.02.2018: Zahlen zu Folgen des Mindestlohns. Löhne nicht mehr ganz so ungleich. Von Hannes Koch.

www.taz.de/!5484840/#bb_message_3597988

 

01.03.2018, Reinhold Schramm







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