Zunehmende Kriegsgefahr


Bildmontage: HF

11.04.18
InternationalesInternationales, Debatte 

 

Kommentar von Dr. Martin Radde

Ich denke, die allermeisten Deutschen, die allermeisten Menschen dieser Welt wollen keinen Krieg, dennoch besteht die Gefahr, dass sie sich durch ihre Regierungen in einen solchen hineinziehen lassen. Eine Gefahr, deren möglicher katastophaler Ausgang gar nicht absehbar ist. Angeblich hat der syrische Präsident Assad Giftgas eingesetzt, und Amerika will das mit einem Militärschlag vergelten, vor allem Großbritannien und Frankreich stehen offenbar an seiner Seite. Ohne Despoten wie Assad, Putin, aber auch Erdogan, „schönreden“ zu wollen, bewiesen ist gar nichts. Warum gibt es keine Untersuchung? Es gibt genügend Hinweise, dass „Rebellen“, sehr häufig mit islamistischem Hintergrund, angebliche Beweise fälschen und selbst Giftgas eingesetzt haben. Also: Warum keine genaue Untersuchung? Nicht vergessen ist bspw. die Präsentation gefälschter „Beweise“ für die angeblichen Massenvernichtungsmittel des Diktators Saddam Hussein durch den damaligen US-Außenminister Colin Powell vor dem UN-Sicherheitsrat. Diese zwischenzeitlich von ihm selbst zugegebene und anerkannt enttarnte Lüge sollte die völkerrechtswidrige Invasion des Irak durch us-amerikanische und britische Truppen am 20. März 2003 rechtfertigen. Der Krieg kostete bis zum Ende der Besetzung mindestens 115.000 Zivilisten das Leben. Die Menschen dieser Welt sollten sich Gehör schaffen, Europa und Deuschland sollten sich nicht als willige „Vasallen“ (so ein Originalbegriff des in den USA anerkannten, inzwischen verstorbenen Geo-Strategen Zbigniew Brzezinki) in im Ausgang nicht absehbare, vielleicht katastophale Kriegsabenteuer hineinziehen lassen. Trump, May und Macron haben mehr oder weniger große innenpolitische Schwierigkeiten, wir sollten uns hiervon nicht zum Spielball machen lassen und ihre kriegstreiberischen Muskelspiele nicht unterstützen. Wer glaubt denn, dass Russland, China, Nordkorea, der Iran „und und und“ das alles stillschweigend hinnehmen werden. Und den internationalen Terrorismus werden wir mit solchen Muskelspielen auch nicht wirklich einschüchtern und eindämmen können, ganz im Gegenteil.

Dr. Martin Radde, Gronau



Leserbrief von A. Holberg - 12-04-18 14:45




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