Fußball: Der Afrika Cup 2022 zeigt die mediale Ausgrenzung eines ganzen Kontinentes

07.02.22
KulturKultur, Internationales, Saarland, TopNews 

 

Von Aktion 3. Welt Saar

Spiele des Afrika Cup waren nicht im frei empfangbaren TV zu sehen


„Der Senegal hat am Sonntag den 33. Afrika Cup 2022 gegen Ägypten gewonnen und keiner hat es mitbekommen. Die Tatsache, dass die Spiele dieses großen Fußball Events sowohl in Deutschland wie in Frankreich vom Free TV bis auf das Endspiel im französischen TV de facto boykottiert wurden, dokumentiert für mich die mediale Ausgrenzung eines ganzen Kontinents“. So kommentiert Mark Unbehend von „…in den Lauf. Fußball.Fans.Kultur“, der Fußball AG der Aktion 3.Welt Saar e.V.. „Mit dieser medialen Ausgrenzung wird ein ganzer Kontinent unsichtbar gemacht.“

Dabei lässt sich diese Ausgrenzung fußballerisch nicht erklären. Immerhin spielen Fußballer aus afrikanischen Ländern in europäischen Top Ligen: Zum Beispiel Mo Salah (Ägypten) und Sadio Mané (Senegal) in Liverpool, Edmond Tapsoba (Burkina Faso) in Leverkusen, Omar Marmoush (Ägypten) in Stuttgart (früher Wolfsburg, St. Pauli), Achraf Hakimi (PSG, früher Dortmund), Taiwo Awoniyi (Nigeria) in Berlin oder die beiden Bayern Profis Bouna Sarr (Senegal) und Eric Maxim Choupo-Moting (Kamerun).

„Der europäische Blick auf Afrika ist häufig noch von Abwertung und einem aus der Kolonialzeit herrührenden Überheblichkeitsgefühl geprägt. Afrika wird gerne auf Musik, Rhythmus im Blut, sonnige Strände, aber auch Elend, Slums, Bürgerkriege, Naturkatastrophen und wilde Tiere reduziert“, so Unbehend. Die afrikanischen Wirklichkeiten in den 55 Ländern dieses Kontinents geraten dadurch zu einer Kulisse für europäische Phantasien einer eigenen Überlegenheit. „Wir treten ein für einen Fußball, der universell ist, keine Grenzen kennt und allen gehört. Deshalb wünschen wir uns, dass zukünftig auch Spiele des Afrika Cups frei empfangbar im hiesigen TV gezeigt werden“, so Unbehend.







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