Kunst und Kultur (Teil 5)


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12.01.18
KulturKultur 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Das Schottland Buch. Highlights eines faszinierenden Landes , Kurth Verlag, München 2016, ISBN: 978-3-95504-214-1

Schottland hat nicht nur eine wundervolle Landschaft, mythisch anmutende Schlösser oder moderne Städte zu bieten. Der Dudelsack, der Kilt und der Whisky sind die bekanntesten Elemente der schottischen Kultur. Der Dudelsack hat für Schottlands Kultur besondere Bedeutung erlangt und wird mit ihr assoziiert, obwohl es in ganz Europa Sackpfeifen gibt. Der Kilt als Männerrock war schon in der Frühzeit bekannt. Ob er in seiner schottischen Form auch hier entwickelt wurde, ist umstritten. Die Erfindung des Whiskys reklamieren die Iren für sich, jedoch liegt der tatsächliche Ursprung im Dunkeln. Die Qualität schottischen Whiskys genießt Weltruf.

Auch der Harris Tweed, der nur so bezeichnet werden darf, wenn er auf den Äußeren Hebriden hergestellt wurde, ist weitläufig bekannt. Kulinarisch zählen Shortbread (Butter-, Spritzgebäck), Haggis und Kidney pie zur traditionellen schottischen Küche. Reste altschottischer, in Schottland inzwischen selten gewordener Kultur (vor 19. Jahrhundert), insbesondere in Musik und Tanz, finden sich auf der von hochlandschottischen Auswanderern bevölkerten kanadischen Insel Cape Breton.

Eine weitere Besonderheit stellt das schottische Clansystem, vor allem in den Highlands, dar. Die damit häufig verknüpften Tartans (Karomuster) sind allerdings erst ab Ende des 18. Jahrhunderts in ihrer heutigen Form entstanden. Alljährlich finden von Mai bis Oktober an bis zu 100 Orten in Schottland Highland Games und Highland Gatherings, letztere meist mit musikalischem Schwerpunkt, statt. Der wohl bekannteste dort ausgeübte typisch schottische Wettbewerb ist das Baumstammwerfen.

All diese Facetten Schottland werden in dem Bildband dargestellt. Die großen Städte Glasgow und Edinburgh im Süden und die Highlands sowie die Abgeschiedenheit des Nordens werden mit kurzem Text und atemberaubenden Fotos dem Leser nähergebracht. Was etwas fehlt, ist ein historisches Einführungskapitel und nähere Informationen über spezielle Whiskytouren im gesamten Land. Zusammen mit einem detaillierten Reiseführer zu Unterbringungsmöglichkeiten, Restaurants oder Stadtplänen ist der Bildband die perfekte Vorbereitung für einen Urlaub in Schottland. Die tollen Bilder machen auf jeden Fall Appetit auf Urlaub.

 

Hans-R. Grundmann/Isabel Synnaschke: USA-Der ganze Westen, 21. Auflage, Reise Know-How Verlag, ISBN: 978-3-89662-742-1

Diese komplett überarbeitete Band ist mit einer separaten Planungskarte für die Staaten im Westen der USA versehen. Er beruht auf den jahrelangen Reiseerfahrungen der Autoren bei den Reisevorbereitungen und Problemen vor Ort. Der Band hat als Zielgruppe Individualtouristen, die das Ziel auf eigene Faust entdecken und erleben wollen.

Im ersten Kapitel geht es um die eigentliche Planung des Reisezieles; ein Schwerpunkt ist dabei die Reise mit Kindern. In dem zweiten und dritten Kapitel geht es um die Reisevorbereitung und –organisation sowie Informationen über Mietautos, Motels, Pannenhilfe und Camping. Dann folgt der Reiseteil, der 9 Startrouten ab Los Angeles, San Francisco, Seattle und Las Vegas anbietet und auch einen Abstecher nach Kanada empfiehlt. Dort werden alle Sehenswürdigkeiten ausführlich vorgestellt. Die Highlights dieses Bandes sind die Vorstellung des Yellowstone National Park und dessen heiße Quelle, der Grand Canyon National Park sowie die kulturellen Vorzüge der Großstädte San Francisco und Los Angeles mit ihren tollen Stränden. Die Spielstadt Las Vegas mitsamt seinen Vergnügungen und Kasinos.

Etwas zu kurz kommt der historische und politische Hintergrund der Gegend, so dass der Leser wenig Vorabinformationen bekommt. Wie immer gibt es reichliche Informationen über Hotels, Restaurants und kleineren Karten der jeweiligen Gegend oder Stadt. Insgesamt gesehen bietet dieser Reiseführer einen guten Einstieg für einen Urlaub an der Westküste der USA, viele Karten und Bilder sind eine erste Orientierungshilfe. Urlauber, die zu einem Individualtrip zu bequem oder zu ängstlich sind, bietet sich dieser Reiseführer nicht an. Die Zielgruppe sind selbständige Individualtouristen, die auch sprachlich keine Schwierigkeiten haben, sich dort zurechtzufinden.

 

Toskana, Michael Müller Verlag, 17. Auflage 2016, ISBN: 978-3-95654-229-9, 26, 90 Euro

Die Toskana ist eine beliebte Kulturlandschaft in Mittel-Italien und grenzt im Süden an Latium, im Norden an Ligurien und im Osten an die Marken sowie an Umbrien. Der Tourismus gehört für die Einwohner der Toskana zu den wichtigsten Einnahmequellen. Touristisches Hauptziel ist Florenz mit den Uffizien, dem Dom und vielen Renaissancepaläste. Weitere beliebte Stationen sind Pisa, Siena oder San Gimignano.

Die 400 km lange Küste am ligurischen und tyrrhenischen Meer umfassen die Urlaubsgebiete der Versilia- und Etruskische-Küste. Das Naturschutzgebiet der Maremma am tyrrhenischen Meer ist ein Paradies für Natur- und Vogelliebhaber. Weniger von Touristen besuchte und damit ursprüngliche Regionen sind die Lunigiana zwischen Toskana, Ligurien und der Emilia Romagna sowie der Garfagnana mit ihren Thermalquellen. Die bekannteste Insel ist Elba, darüber gehören die Inseln Isola del Giglio, Isola di Capraia, Isola di Montechristo und Isola di Pianosa zu den Hauptinseln des Archipels. Das mediterrane Klima, die herrlichen und die schmackhaften Produkte machen die Toskana zu einem wunderschönen und abwechslungsreichen Landstrich.

Der bewährte Reiseführer über die Toskana wurde nochmals verbessert und aktualisiert. Er zeichnet sich dadurch aus, dass neben informativen Texten 378 Farbfotos die Schönheit der Toskana illustrieren. Weiterhin gibt es 47 Übersichtskarten und Pläne, so dass sich der Leser überall zurechtfinden kann. Tipps für Hotels, Restaurants oder andere landestypische Besonderheiten sind auch vorhanden. Für Leute, die lediglich Strandurlaub machen möchten, gibt er auch spezielle Informationen zu den schönsten Badebuchten der Toskana.

Im Mittelpunkt steht neben landschaftlichen und naturkundlichen Fakten auch der Genuss der landestypischen Speisen und Getränke. Es existiert auch eine ausführliche Darstellung der Geschichte der Toskana von der Frühzeit bis heute. Die detaillierten Informationen über Land und Leute wird in fünf Regionen aufgeteilt: Florenz und der Norden, Etruskische Riviera und Chianti, Maremma und der Süden, der Osten und die Insel Elba.

Besonders der kulturelle und kunstgeschichtliche Teil über Florenz ist gut gelungen und macht Appetit auf Urlaub und Abenteuer. Die Informationen der Reise mit Kind und Tier ist dagegen nicht ausführlich und detailliert genug. Insgesamt ein gut strukturierter Reiseführer, mit dem man die Toskana individuell entdecken kann.

 

Rod und Lucinda Heikell: Griechische Küsten, Häfen und Ankerplätze, 5. Auflage 2016, Verlag: Edition Maritim, ISBN: 978-3-667-10009-2

Griechenland ist das Land der Gegensätze. Neben einer beeindruckenden Bergwelt, reißenden Flüssen, stillen Seen und aufregenden Metropolen hat das Land eine über 15.000km lange Küste und rund 5.000 Inseln. Jede einzelne Insel und Inselgruppe hat ihren eigenen Charakter, Kultur und Geschichte. So sind die Ionischen Inseln im Westen Griechenlands stark venezianisch bzw. italienisch geprägt und sind am ehesten europäisch einzustufen. Somit weisen sie Ähnlichkeiten zu den italienischen und kroatischen Inseln auf. Um die Schönheit der griechischen Küsten zu erfahren muss man aber nicht unbedingt auf einer der Inseln fahren, da Griechenland eine 5.000km lange Festlandküste mit vielen verschiedenen Urlaubsregionen besitzt. Unabhängiges Segelabenteuer fernab von professionellen Marinas und Massentourismus ist dort noch immer möglich

Die beiden passionierten Segler Rod und Lucinda Heikell legen einen nautischen Reiseführer über Häfen und Ankerplätze an den griechischen Küsten vor. Mit über 600 Plänen und über 300 Farbfotos beschreibt dieser Reiseführer alle griechischen Küsten und Inseln und ist für Fahrtensegler zur Benutzung vor und während des Törns geeignet. Die Häfen dort sind aber recht unterschiedlich: „Von großen Handelshäfen bis zu kleineren Fischereihäfen, in denen sich eine Yacht zwischen die einheimischen Caiquen quetschen muss, ist alles vertreten. In Griechenland liegen alle Ankerplätze höchstens einen Tagestören weit auseinander. Somit ist man bei der Wahl des Anker- oder Liegeplatzes relativ frei.“ (S. 11)

Nach einem einführenden Kapitel mit allgemeinen Informationen über das Segeln an griechischen Küsten und touristischen Hintergrundfakten werden die Häfen und Ankerplätzen Griechenlands in zehn geographische Gebiete aufgeteilt und jeweils einzeln ausführlich besprochen. Darin enthalten sind Informationen zu Seegebiet und Wetter, wichtige Angaben wie Sperrgebiete, Leuchtfeuer sowie Wegpunkte für die Routenplanung inklusive Routenvorschläge. Zu den Häfen gibt es Informationen zu Ansteuerung, Liegeplätzen und Kontaktadressen vor Ort.

Da es kein Buch im Taschenformat ist und schon etwas wiegt, ist es kein normaler Reiseführer für die Westentasche. Die Stärke des Buches ist die Berichterstattung des eigenen Erlebens und die Reflektion der gemachten Erfahrungen, die sicherlich jedem interessierten Segler ob Anfänger oder Profi weiterhelfen werden. Yachturlaub an griechischen Küsten kann sich sicherlich nur eine gehobene Klientel leisten, dafür ist das Buch aber hervorragend geeignet.

 

Olaf Krüger/Kerstin Langenberger: Highlights Island. Die 50 Ziele, die Sie gesehen haben sollten, 6. Auflage, Bruckmann Verlag, München 2017, ISBN: 978-3-7654-6497-3

Island hat trotz seiner überschaubaren Größe eine Menge an Naturschauspielen und wildromantische Landschaften zu bieten: „Feuer und Eis, Wüste und liebliche Vegetation, Berge und Meer, westliche Kultur neben fast unberührter Wildnis“. (S. 15)  Diese Kontraste schildern Olaf Krüger und Kersten Langenberger in ihrem Bildbach Island mit den schönsten 50 Zielen der Insel.

Þingvellir als traditioneller Versammlungsort des Althing wurde 1928 zum Nationalpark und 2004 zum Weltkulturerbe erklärt. Die Stätte gehört zu dem bei Besuchern sehr beliebten Golden Circle, einer Tagestour, die einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands abdeckt. Neben Þingvellir werden auf dieser Tagestour der Wasserfall Gullfoss und das Geothermalgebiet in Haukadalur (Südisland) mit seinen Geysiren besucht. Neben Þingvellir verfügt Island über drei weitere Nationalparks.

Ähnlich wie die Welt im mythischen Bericht der Edda wurde die Insel Island durch die Elemente Feuer und Eis, d. h. durch Gletscher und Vulkane aufgebaut. Die verschiedensten vulkanischen Erscheinungen lassen sich am Mývatn-See rund um den nördlichen Zentralvulkan Krafla oder auch an dem im Süden gelegenen berühmten Vulkan Hekla beobachten. Die bekanntesten großen Gletscherschilde Islands, die auch mit Motorschlitten und Jeeps befahrbar sind, bilden der Langjökull, der Vatnajökull und der Mýrdalsjökull.

Das Hochland von Island hat viele Schönheiten aufzuweisen. Man kann es z. B. auf den Hochlandpisten Kjalvegur, Kaldidalur oder Sprengisandur überqueren und hat dabei einen guten Blick auf die verschiedensten Arten von Gletschern. Die Hochtemperaturgebiete von Landmannalaugar und den Kerlingarfjöll sind bekannt für das bunte Gestein ihrer Berge. Auch die Gebiete der Westfjorde und der Ostfjorde, die sich tief in bergiges Land einschneiden, laden zu Wanderungen ein.

An zahlreichen Orten kann man außerdem Vögel beobachten wie z. B. am Mývatn-See oder auf Vogelfelsen wie dem Látrabjarg in den Westfjorden. Im östlichen Hochland leben Rentiere frei auf den Hochebenen. Polarfüchse leben im ganzen Land, besonders viele rund um den Berg Ingólfsjall im Süden von Island. Walbeobachtungen sind v. a. von Reykjavík und Húsavík aus möglich.

Island zieht längst viele Touristen an, früher galt es mal als Geheimtipp. Dieses Naturparadies wird mit eindrucksvollen Bildern dem Leser nähergebracht, was Appetit auf mehr weckt. Als Einstieg für einen Island-Urlaub ist das Buch sehr zu empfehlen.

 

Reiseführer Kuba, lonely planet, 5. Auflage, 2016, ISBN: 978-3-8297-2199-8

Aufgrund seiner Geschichte und seiner aktuellen politischen Situation gilt Kuba als Reiseziel der besonderen Art. Kuba ist vor allem bekannt für Musik und Tanz, für Rum und Zigarren, für seine spanischen Kolonialbauten und nicht zuletzt für die kommunistische Revolution von 1959, bei der die Bevölkerung mit Hilfe von Che Guevara und Fidel Castro den Diktator Batista von der Insel vertrieb. Der Nordwesten der Insel grenzt an den Golf von Mexiko, der Süden an die Karibik und der Nordosten an den Atlantischen Ozean. Der Tourismus hat eine Spitzenstellung in der Wirtschaft des Landes bekommen und ist die wichtigste Einnahmequelle für Devisen geworden. Um die zuletzt sinkenden Touristenzahlen wieder zu steigern, wurden verschiedene Maßnahmen, wie Senkung der Landegebühren auf den Flughäfen, Senkung der Kerosinpreise auf Weltmarktniveau.

Der auf den neuesten Stand gebrachte Lonely-Planet Reiseführer für Kuba liefert spannende Fotos, verlässliche Empfehlungen für den Umgang mit Land und Leute sowie den Sehenswürdigkeiten der Insel. Die Hauptstadt Havanna mit ihrer historischen Architektur und Kultur und die Lebensfreude der Kubaner sind ein Mittelpunkt des Reiseführers. Der Vorteil dieses Reiseführers sind die Erfahrungen der Autoren, die selbst nach Kuba gereist sind und deshalb dem Touristen Insidertipps gibt. Neben den üblichen Hinweisen zu Unterkunft, Restaurant, Flora und Fauna und Kultur des Landes werden Kubas schönste Tauchreviere vorgestellt. Zum Schluss gibt es praktische Informationen und einen kleinen Sprachführer für die (notwendige) Verständigung. Ein Reiseführer, der hohen Standards entspricht und für Touristen notwendige Hintergrundinformationen über das Land gibt und individuelles Reisen ermöglicht.

 

Ilona Hupe/Manfred Vachat: Reisen in Botswana, Hupe Verlag, 14. Auflage, München 2017, ISBN: 978-3-932084-77-5, 24,90 Euro

Botswana ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika, das hauptsächlich vom Export von Diamanten und dem Tourismus lebt. Das Land bietet sehr viele Sonnenstunden, was ein Motor des Tourismus ist. Die Nationalparks in Botswana wurden eingerichtet, um die noch unberührte Natur von Botswana zu schützen. Die Besiedlung, Nutzung und Veränderung durch den Menschen sind hier verboten. Die bekanntesten Parks sind der Chobe-Nationalpark, der Gemsbok-Nationalpark, der Makgadikgadi-Pans-Nationalpark und der Nxai-Pan-Nationalpark.

Im ersten Teil geht es um Hintergrundinformationen zu Botswana: die Geschichte des Landes, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen, das kulturelle Leben, die Traditionen, die Wirtschaft, die Natur, die Tiere und besonders die Vogelarten werden vorgestellt. Dann werden die verschiedenen Regionen des Landes (Gaborone und der Osten, die Makgadikgadi-Salzpfannen, die Kalahari, der Okravango, die Chobe-Region) mit vielen Straßen- und Stadtkarten mitsamt den Sehenswürdigkeiten in Wort und Bild präsentiert. Dabei finden besondere Camps und Lodges extra Erwähnung. Anschließend werden alle wichtigen Reiseinformationen wie Planung, Gesundheitsvorsorge, Adressen, Anreise, Transport, der Besuch von Nationalparks, Informationen für den Alltag vorgestellt. Zwischendurch finden sich immer wieder Erzählungen und Anekdoten, die dem Leser das Land näher bringen.

Das Buch ist sowohl für Individualreisende als auch Gruppenreisende geeignet. Mit zahlreichen GPS-Daten und präzisen Landkarten ausgestattet wird alles dafür getan, dass man sich dort auch selbst zurechtfindet. Die mehr als 500 Bilder verschaffen einen guten Überblick und machen Lust zur Reise nach Botswana. Die vorangegangene Ausgabe wurde erhielt von der internationalen Tourismusbörse den Titel DestinationsAward als Klassischer Reiseführer. Zu Recht!

 

Andreas Neumeier/Peter Kanzler: Nord- und Mittelgriechenland, 12. Auflage, Michael Müller Verlag, Erlangen 2016, ISBN: 978-3-95654-214-5, 26, 90 Euro

Zielgruppe dieses Reiseführers über Nord- und Mittelgriechenland sind dabei eindeutig Individualreisende, die mit den Tipps zu Unterkünften und Restaurants und mehr gut unterstützt werden. Im ersten Kapitel werden allgemeine Grundlagen der Geologie, Natur- und Pflanzenwelt, Wirtschaft, Umwelt, Brauchtum und Kunst berichtet. Ein weiterer ausführlicher Aspekt behandelt die reiche und wechselhafte Geschichte Nord- und Mittelgriechenlands. Praktische Informationen über die Insel und die Anreise dorthin folgen anschließend. Dann werden die wichtigsten Reiseziele der Insel mit vielen Karten und Bildern für Individualtouristen vorgestellt und die jeweils besten Restaurants empfohlen. Verschiedene Formen der Anreise (Flugzeug, Fähre usw.) und Fortbewegungsmöglichkeiten wie Mietwagen oder Auto oder Motorrad werden vorgestellt. Anschließend werden die einzelnen Regionen und Gegenden behandelt. Über Epirus, Thassalien, Pilion, das geschichtsträchtige Makedonien, die Chalkidiki, Thrakien bis zu den ionischen Inseln (Korfu, Paxos usw.) im Norden, bis zu den Gegenden Mittelgriechenlands einschließlich Athens werden wichtige Anlaufpunkte sowie Sehenswürdigkeiten präsentiert. Für Wandertouristen ist dieser Führer besonders geeignet, da 13 Wanderungen von unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrad angesprochen werden. Weiterhin enthält der Reiseführer mehr als 70 Übersichtskarten und Pläne und mehr als 300 Farbfotos. Außerdem sind die wichtigsten griechischen Begriffe und Sätze auf zehn Seiten aufgeführt, so dass auf sprachlicher Basis keine Probleme zu erwarten sind.

Für Individualreisende deckt der Reiseführer alle Möglichkeiten des Urlaubes, ob nun Wandern, Strand, Kultur, Natur oder alles zusammen ausführlich ab. Dass einzelne Gegenden (Makedonien) und Orte (Delphi), nicht nur Athen, für das antike Griechenland prägend und damit auch für die heutige westliche Zivilisation waren, hätte etwas ausführlicher dargestellt werden können. Wer lediglich Athen und die dortigen kulturellen Sehenswürdigkeiten besuchen will, dem ist ein zusätzlicher Reiseführer über die Stadt zu empfehlen.

 

Jan Rüger: Helgoland. Deutschland, England und ein Felsen in der Nordsee, Propyläen Verlag, München 2017, ISBN: 978-3-549-07494-7

Dieses Buch ist kein Reiseführer Helgolands. Es beschäftigt sich mit den Entscheidungen und politischen Ereignissen sowie die Kultur Helgolands, die die Insel zu einem Mikrokosmos der deutsch-englischen Beziehungen der letzten 200 Jahre gemacht haben. Dabei knüpft der Historiker Jan Rüger an die Tradition der Mikrogeschichte in den Geschichtswissenschaften an, die „das Große im Kleinen entdeckt“. (S. 18) Das Buch ist auch aus der Sicht der Helgoländer geschrieben: „Wir gewinnen ein stimmigeres Bild der Vergangenheit, wenn wir denen Gehör schenken, die ganz direkt im englisch-deutschen Kampf um die Nordsee verwickelt waren.“ (S. 19)

1714 wird Helgoland dänisch. Sechs Jahre später zerstört eine Sturmflut die unterhöhlte Landzunge zwischen dem Buntsandsteinfelsen der Hauptinsel und der Düne, so dass die Insel  zweigeteilt wurde. 1807 erobern die Engländer Helgoland. Sie wollen von hier aus die Kontinentalsperre unterlaufen, mit der Napoleon den Handel mit England unterbinden möchte. Helgoland wird zum Schmugglerparadies – Insulaner, englische Besatzer und Schmuggler erleben goldene Zeiten. Doch schon 1814, nach der Niederlage Napoleons, folgt der wirtschaftliche Abstieg.

Ein Helgoländer gründet dann 1826 ein Seebad, das sich mehr und mehr entwickelt. Schon bald preisen Künstler und Touristen die Schönheit Helgolands. Neben Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der hier das „Deutschlandlied“ dichtet, ist Heinrich Heine der wohl prominenteste Verehrer Helgolands. Sein Ausspruch "das Meer riecht wie Kuchen" ist bis heute bekannt. 

Am 10. August 1890 nimmt Kaiser Wilhelm II. Helgoland für das Deutsche Reich in Besitz. Vor dem Hintergrund des sogenannten "Helgoland-Sansibar-Vertrages" wird die bis dahin britische Insel dem preußischen Staat einverleibt. Dafür verzichtet das Deutsche Reich auf seine Ansprüche auf das Sultanat Sansibar vor der Küste Tansanias.

Mit Beginn des 1. Weltkrieges wird Helgoland evakuiert: es wird zu einer Seefestung ausgebaut, die die Nordseeküste schützen soll. Die Schlachten vor Helgoland bringen verheerende Zerstörungen für die Insel. Als die Insulaner nach Kriegsende wieder zurückkehren dürfen, finden sie die Felseninsel in Schutt und Asche. Als der Fremdenverkehr gerade wieder ein wenig an Schwung gewinnt, rüstet man sich bereits für den nächsten Krieg. Weiträumige Bunkeranlagen entstehen. Der Hafen wird für den Verkehr großer Kriegsschiffe und U-Boote umgebaut.

1937 entwickelt das nationalsozialistische Oberkommando der Kriegsmarine ein umfassendes Hafenkonzept, die sogenannte Hummerschere. Bis 1943 bleibt Helgoland vom Kriegsgeschehen weitgehend verschont, dann nehmen amerikanische Bomber die Insel erstmals ins Visier. Am 18. April 1945 versucht eine Gruppe von deutschen Widerständlern vergeblich, die Insel kampflos zu übergeben. Am gleichen Tag nehmen 1000 allliierte Flieger die kleine Insel unter Beschuss. Als Helgoland wenige Tage nach der deutschen Kapitulation an die englischen Streitkräfte ausgeliefert wird, ist die Insel ein Trümmerfeld.

Die entvölkerte Insel wird zum Bombenübungsziel für die Royal Air Force. 1947 löst sie per Fernzündung den "Big Bang", die größte nichtnukleare Sprengung der Geschichte aus. Das unterirdische Stollensystem des einstigen deutschen Flottenstützpunktes fliegt in die Luft: Doch der Felsen trotzt den rund 4000 Tonnen Sprengstoff. Im Dezember 1950 gelingt es Heidelberger Studenten die Insel zu besetzen. Sie hissen die Europaflagge und verbringen die Weihnachtsfeiertage alleine zwischen den Trümmern. Bald ziehen die ersten Helgoländer nach und kommen zurück auf ihre Heimatinsel. Schließlich gebietet das britische Militär Einhalt. Nach diplomatischen Verhandlungen der Regierung unter Adenauer mit Großbritannien gehört 1952 Helgoland zur BRD. Fast alle Häuser sind zerstört. Der 35 Meter hohe Leuchtturm ist das einzige Gebäude auf der Insel, das den Zweiten Weltkrieg ohne größere Schäden überstanden hat. Bald darauf erstrahlt die Insel in neuem Glanz und wird wieder zum erfolgreichen Seebad.

Die Insel als Zankapfel der imperialistischen Mächte Deutschland und Großbritannien und die Schrecken der beiden Weltkriege mit der fast vollständigen Zerstörung Helgolands soll eine Mahnung sein, in Frieden zu leben. Kein Flächenstaat darf die Geschicke der Insel weiter bestimmen, sondern allein die Helgoländer in Selbstbestimmung. Das ist die Pointe des Autors, die natürlich so zu unterscheiben ist. Ein spannendes historisches Buch, das zum Nachdenken anregt. Es ist nicht nur für Geschichtsfreunde interessant, sondern auch als Lektüre für viele Urlauber, die sich näher mit der Insel und seinen Bewohnern auseinandersetzen wollen.

 

Jan Werner: Törnführer Nordseeküste. Elbe bis Sylt, 5. Auflage, Delius-Klasing, Bielefeld 2017, ISBN: 978-3-667-11080-0

Die Deutsche Nordseeküste als Teil der kontinentalen Nordseeküste erstreckt sich entlang von Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Sie schließt auch Teile der Länder Bremen und Hamburg ein. Bedeutende Städte an der Deutschen Nordseeküste sind unter anderem: Emden, Wilhelmshaven, Bremerhaven, Cuxhaven, Brunsbüttel oder Husum. Die Region Deutsche Nordseeküste Sie wird durch die Ems vom niederländischen Abschnitt der Küstenniederung getrennt. Eine naturräumliche Grenze zum dänischen Abschnitt auf der Halbinsel Jütland/Schleswig gibt es nicht.

Jan Werners Törnführer will wertvolle nautische Hinweise über das Revier der Deutschen Nordseeküste von der Elbe bis Sylt vermitteln. Das inzwischen in der 5. Auflage erscheinende Standardwerk wurde auf den neuesten Stand gebracht, um nautischen Anfängern und auch Fortgeschrittenen das Segelrevier genau zu beschreiben und vor den Tücken zu warnen. Die Angaben zu Gezeiten und Wassertiefen basieren dabei auf dem aktuellen Stand des Bezugssystems LAT der deutschen Seekarten. Neben den nautischen Grundlagen informiert er auch über Geschichte, Kultur und Sehenswürdigkeiten der Nordseeküste.

Zunächst geht es um die notwendigen Voraussetzungen für den Aufbruch und Sicherheitsregeln und Unwägbarkeiten während des Törns. Dann beschreibt er das Helgoländische Segelrevier mit all seinen Naturschönheiten. Anschließend wird das Revier der Elbe von ihrer Mündung bis Hamburg mit seinen Sehenswürdigkeiten dargestellt. Danach geht es um das Dithmarscher Wattenmeer von Cuxhafen nach Büsum und stellt fünf verschiedenen Segelrouten vor. Die Eider von der Mündung bis zum Nord-Ostsee-Kanal ist das nächste vorgestellte Revier. Zum Schluss präsentiert er verschiedene Reviere des nordfriesischen Wattenmeeres: das Revier vor Husum, die Halligen und die Inseln Sylt, Föhr und Amrum.

Der Titel des Buches ist auf den ersten Blick irreführend, da es sich um einen Törnführer ausschließlich für die deutsche Nordseeküste handelt. Fachlich ist das Buch vorzüglich dargestellt, mit vielen Plänen und Bildern erinnert es teilweise an einen Reiseführer. Die hier präsentierten Pläne können jedoch keine See- oder Sportbootkarten oder andere offizielle nautische Unterlagen ersetzen, worauf auch auf der ersten Seite explizit hingewiesen wird. Die Schönheiten der Deutschen Nordseeküste lassen sich mit diesem Törnführer sehr gut erkunden, absolute Sicherheit für den Törn kann es natürlich auch nicht versprechen.

 

Lonely Planet: 500 einmalige Erlebnisse Deutschland, Ostfildern 2017, ISBN: 978-3-8297-2663-4

Der Verlag Lonely Planet ist der weltweit größte Verlag für unabhängige Reise- und Sprachführer. Die Reiseführer des Unternehmens, die mittlerweile zu fast allen Ländern, Metropolen und Regionen erscheinen, sind besonders unter Rucksacktouristen weit verbreitet. Sie erscheinen in 14 Sprachen und dienen als erste Orientierungspunkte für Touristen in einem fremden Land.

Von den Alpen bis an die Nord- und Ostsee, vom Aachener Land bis in die Sächsische Schweiz enthält das faszinierenden Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten. Hierzu gehören sowohl einzelne Denkmäler und Bauwerke als auch Parkanlagen, Naturattraktionen, Musikfestivals, Kulturhighlights, Landschaften und sogar ganze Stadtgebiete. Als Hitparade der Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele sind in diesem Buch die schönsten und beliebtesten Touristenattraktionen Deutschlands aufgelistet und beschrieben. Das Buch ist in deutscher Sprache, Fremdsprachenkenntnisse werden diesmal nicht benötigt.

500 Orte bzw. Sehenswürdigkeiten, gegliedert in verschiedenen Themenbereichen, werden auch in spannenden Bildern, die Lust auf mehr machen, in einem kurzen Einführungstext vorgestellt. Informationen zu Hotels, Verkehrsverbindungen oder empfehlenswerten Restaurants, Cafès und anderen Ausgehmöglichkeiten in der Nähe fehlen allerdings. Es wird nur auf die jeweiligen Internetseiten verwiesen, z. B. www.tollwood.de (S. 124) bei dem Schwerpunkt Musik- und Theaterfestivals.

Nach welchem Schema die 500 Ziele ausgewählt wurden oder warum andere weggelassen wurden, wird nicht erwähnt. Es ist anzunehmen, dass der subjektive Eindruck der Redakteure und Redakteurinnen bei der Auswahl der Ziele im Vordergrund stand. Es ist zum Glück kein Werk, das mit patriotischen oder nationalistischen Slogans versucht, Leser auf den Geschmack zu bringen. Das Buch erreicht nicht ganz den gewohnten Qualitätsstandard der anderen Ausgaben des Lonely Planet, mehr Detailinformationen wären wünschenswert gewesen. Dennoch eine lohnende Anschaffung für Touristen, die die schönen Seiten der BRD entdecken wollen.

 

 







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