Neuerscheinungen Sachbuch

22.11.20
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Zack Scott: Wolkenkratzer: Droemer, München 2020, ISBN: 978-3-426-27829-1, 32 EURO (D)

Zack Scott präsentiert in diesem Buch eine Geschichte der Wolkenkratzer vom Ende der Steinzeit bis in die 2000er Jahre. Das Buch ist in vier Hauptabschnitte unterteilt. Im ersten Kapitel wird die Geschichte der Wolkenkratzer von der Steinzeit bis zur industriellen Revolution vorgestellt.

Beginnend mit Stonehenge bewegt sich das Buch durch die Große Pyramide von Gizeh, den Parthenon, die Pyramide der Sonne, den Brihadisvara-Tempel, die Pagode des Fogong-Tempels und das Ulmer Münster bis zur Ditheringtoner Flachsmühle. Dies war das erste vollständig mit Eisenrahmen versehene Gebäude und wird als „Großvater der Wolkenkratzer“ angesehen. Scott schaut sich jedes Gebäude an und erklärt, was wir über ihre Bauweise wissen, sowie wichtige architektonische Konzepte wie die Verwendung der Perspektive bei der Gestaltung des Parthenon.

Das zweite Kapitel behandelt Wolkenkratzer in den USA von den 1880er Jahren bis zur Großen Depression und zeigt das Auditorium in Chicago bis zum Flat Iron, Woolworth, Chrysler und Empire State Building.Auch hier  untersucht es Form und Funktion der Gebäude. Die technologischen und strukturellen Durchbrüche, die die Weiterentwicklung der Gebäudegröße ermöglichten, und die sozioökonomischen Bedingungen der Zeit, die zu immer höheren Gebäuden führten.

Im dritten Abschnitt werden Wolkenkratzer weltweit vorgestellt. Es beginnt mit der Struktur, die vielleicht die bekannteste der Welt ist, dem Eiffelturm. Weitere Gebäude in diesem Abschnitt sind das Royal Liver-Gebäude in Liverpool, das Fairmont Royal York, die die Moskauer Sieben Schwestern, der Pirelli Tower in Mailand, dem Bank of China Tower bis zum Aucklands Skytower.

Im vierten Kapitel werden moderne Meisterwerke, ausgewählter Wolkenkratzer um die Jahrtausendwende wie den Petronas-Türmen in Malaysia und endend mit dem Lotte World Tower, Taipei 101, der Burj Khalifa, The Shard oder One World Trade Center.Dabei bilden für Form- und Gestaltungsprinzipien von Gebäuden einen Schwerpunkt.

Über das gesamte Buch hinweg werden die Bilder in gedämpften Tönen präsentiert, anstatt Farbfotografien zu verwenden. Dies hat den Vorteil der Betonung des Pathos und der Aura, aber auch den Nachteil der fehlenden farblichen Feinheiten. Viele Diagramme werden verwendet und Hintergründe zum Bau, dem Stil und den Architekten erzählt. Ein sehr informatives Buch, das die architektonische Faszination von hohen Gebäuden wiederspiegelt.

Buch 2

Christoph Giesa: Echte Helden, falsche Helden. Was Demokraten gegen Populisten stark macht, Droemer, München 2020, ISBN: 978-3-426-27809-3, 14,99 EURO (D)

Der Publizist Christoph Giesa beschäftigt sich in diesem Buch mit einer Bestandsaufnahme der deutschen Demokratie und dem Aufkommen der Neuen Rechten. Als Nutznießer von Unzulänglichkeiten der liberalen Demokratie hat sich in den letzten Jahren die AfD etabliert. Diese profitieren laut Giesa von einer fehlenden Emotionalisierung in der Politik und den Streben nach Leitfiguren, die Politiker vom rechten Rand als „Helden im Kampf für deutsche Interessen“ für sich zu nutzen wissen. (S. 16f) Dagegen müsse sich die liberale Demokratie wieder neu erfinden und „Emotionen (…) wecken und (…) begeistern, ohne auf eine kollektivistische Karte zu setzen.“ (S. 19) Außerdem bräuchte es „demokratische Helden“: „Menschen sehnen sich also nach starken Persönlichkeiten, hinter denen sie sich im Sinne der gemeinsamen Sache versammeln können. Selbst dann, wenn diese nicht perfekt sind. Eine starke deutsche Demokratie braucht Leitfiguren, die unter schwierigen Bedingungen und bei Gegenwind Kurs halten, Orientierung geben und bereit sind, etwas zu riskieren.“ (S. 24)

Dies ist nicht überzeugend. Anstatt Leitfiguren benötigt es eine Stärkung der direkten Demokratie und mehr Mitbestimmung, die Lösung von sozialen und ökologischen Fragen und mit einer offensiven Auseinandersetzung mit rechten Parolen. Die Diagnose der emotionslosen Politik ist auch nicht nachvollziehbar, strukturierte und fachliche Debatte mit Argumenten ohne Ausgrenzung sind sogar demokratiefördernd.

Womit Giesa Recht hat, ist die Tatsache, dass eine Vertrauenskrise gegenüber des herrschenden Establishment gibt und der die Fehler in der Politik vor allem „Volksparteien“ CSU, CDU und SPD das Emporkommen der Neuen Rechte, an der gar nicht so viel neu ist, erst ermöglicht hat.

Notwendige Gegenmaßnahmen sind die Verteidigung der Werte der Vielfalt, der Rechte von Andersdenkenden und die Würde des Menschen, die mit Leben gefüllt werden müssten, die Entlarvung der Eigenbehauptung von Rechtspopulisten, für „das eigentliche Volk zu sprechen und es gegen vermeintliche Eliten zu vertreten“, einen konsequenten Antirassismus, gegen eine rechte Wende innerhalb der CDU/CSU, die Bedeutung der Sprache im Diskurs, die Verantwortung des Journalismus zur Diskussion von Lösungsvorschlägen gegen rechts, den konsequenten Schutz von Minderheiten, gesellschaftliche Allianzen auf der Basis für gemeinsames Handeln, die Wiederbelebung der Demokratie durch Mitgestaltung auf allen Ebenen sowie die Überwindung des Demokratiedefizites in der EU.

Seit Mitte der 1980er Jahre, einleitet durch Kohls „konservative Wende“, ist ein steter Ruck nach rechts nachweisbar, auch wenn keine rechten Parteien lange Zeit davon dauerhaft profitieren konnten. Siehe dazu die Heitmeyer-Forschungen und die FES-Studie. Dies manifestiert sich nun in den Stimmenzuwächsen für die AfD. Die hier genannten Gegenmaßnahmen sind hilfreich neben einer Vielzahl von anderen. Die gesellschaftliche Normalität von Hass, Ausgrenzung und Rassismus ist dabei das größte Problem.

Buch 3

Jakob Hein: Hypochonder leben länger und andere guten Nachrichten aus meiner psychotherapeutischen Praxis, Galiani, Berlin 2020, ISBN: 978-3-86971-272-7, 20 EURO (D)

Jakob Hein arbeitet seit zwanzig Jahren als Psychiater in seiner eigenen Praxis in Berlin. Nebenbei ist er auch noch Autor von Romanen. In diesem Buch verbindet er beides und nimmt seine Leser mit auf einer Reise durch seinen Alltag als Psychiater.

Dabei spricht er unter anderen über Fernsehfilmen über Psychiater und den daraus folgenden Klischees. Als er in einer Klinik als Ansprechpartner für die Öffentlichkeit arbeitete, gab es viele Anfragen von Produktionsfirmen, bei welcher Firma denn die Zwangsjacken in der Psychiatrie bezogen werden. Als dieser Mythos aufgeklärt wurde, war die Enttäuschung groß. Er wehrt sich auch gegen den Begriff „normal“ in Bezug auf seine Arbeit: „Das Problem besteht für mich darin, dass dieser Begriff eine Dichotomie, eine Zweiteilung, der Welt impliziert, die ich nicht teile, nämlich in Dinge auf dieser Welt, die normal sind, und eben Dinge, die unnormal sein sollen. Ich finde diese Zweiteilung sehr problematisch und unvorteilhaft“ (S. 16)

Wichtig sei es, sich zwar um Lösungen von Patientenproblemen zu kümmern, aber sich diese Probleme nicht zu eigen mache: „Es ist nicht sinnvoll oder zielführend, wenn ich ebenso unter den Schwierigkeiten leide, wie diese es tun.“ (S. 191) Dies würde seinen Rückzug aus dem Beruf nach einiger Zeit zur Folge haben, von daher müsse man eigene Distanz aufbauen.

Er begegnet in seiner Arbeit immer wieder dem Wunsch von Patienten, für diese doch eine Entscheidung in Lebensfragen zu treffen. Dagegen weigert er sich allerdings: „Die Antworten auf die wichtigen Fragen in unserem Leben kennen nur wir selbst. Nicht selten sind sie irgendwo verborgen, verschüttet zwischen eingebildeten oder tatsächlichen Zwängen, die die Sicht auf das, was wir eigentlich wollen, wie mit Scheuklappen wegsperren.“ (S. 98)

Er warnt davor, Cannabis als psychoaktive Droge zu unterschätzen. Dabei schildert er den Fall eines seiner Patienten mit einer schweren cannabisinduzierten Psychose, dessen Symptomatik auch dann nicht verschwand, als er monatelang nicht mehr konsumierte.

Der Stil des Buches erinnert ein wenig an die Bücher von Manfred Lütz‘„Irre“ oder „Neue Irre“, obwohl hier mehr Aussagen über den Alltag und die Herangehensweise des Psychiaters gemacht werden. Anhand von vielen Beispielen aus dem praktischen Alltag bekommt man einen umfassenden Einblick in das Feld der Psychotherapie und Psychiatrie. Dabei schafft Hein den Spagat, ein ernstes Thema mit einer Prise Humor, aber mit Respekt vor dem Leiden von Betroffenen darzulegen.

Buch 4

Marcus S. Kleiner: Streamland. Wie Netflix, Amazon, Prime und Co. unsere Demokratie bedrohen, Droemer, München 2020, ISBN: 978-3-426-27831-4, 20 EURO (D)

Der Medienwissenschaftler Marcus S. Kleiner beschäftigt sich in diesem Buch mit den Schattenseiten des Siegeszuges von Streaming-Diensten zu neuen Leitmedien. Dabei tauschen Zuschauer abwechslungsreiche Inhalte gegen Angebote ein, die von Algorithmen gesteueert werden und nur noch das vorschlagen, was Klicks verspricht. So nimmt man nur noch einen Ausschnitt der Wirklichkeit wahr und wird zum passiven Konsumenten: „Sie werden zu unseren Wirklichkeitsbrillen, die die Welt für uns filtern und neu aufbereiten. Wir vertrauen blind den Streaming-Algorithmen und verlieren die Fähigkeit, uns auf Inhalte einzulassen, die nicht speziell auf uns zugeschnitten sind.“ (S.16) Durch das Marktmonopol einiger weniger Streaming-Dienste und deren Möglichkeit zur Manipulation einer Wirklichkeit sieht er Gefahren für die Demokratie. Ein Prozess, der nicht zukunftsoffen und gestaltbar verläuft, sondern ausschließlich mathematisch definiert ist, sei keine autonome Willensbildung mehr: „Doch genau diese Autonomie verbinden wir mit unserer Demokratie mit Wahlfreiheit. Und hier wird auch unsere Demokratie bedroht. Bald sind Programmier*innen und Digitalunternehmen mächtiger und einflussreicher als Politiker*innen.“ (S. 233)

Der gläserne Mensch ist nicht mehr Herr der digitalen Welt, sondern ihr Sklave, Objekt der Internetfirmen zum Scheffeln von noch mehr Geld.

Im Verlauf des Buches setzt er sich mit konkreten Serien und Filmen auseinander. Außerdem nennt er Zahlen und Fakten zu Kunden, Macht und Profit sowie Marktanteile der einzelnen Unternehmen. Kleiner beleuchtet die Streaming-Dienste auch aus der Perspektive eines Überwachungskapitalismus. Außerdem stellt er die Macher und Digitalanbieter näher vor.

Die Rückgewinnung der Souveränität des Menschen über sein Verhalten ist das Credo des Autors, ehe es zu spät ist. Es ist richtig, dass die wichtigsten Streaming-Dienste die Sehgewohnheiten von Kunden formen. Die Gefahr durch die Unternehmen für die Gesellschaft ist eine zu hohe Marktkonzentration und der damit verbundene Verlust von demokratischer Kontrolle betrifft allerdings alle Bereiche des digitalen Lebens. Die Gefahren vor Augen zu führen und zu bewussteren Medienkonsum ist die Stärke des Buches. Auch wenn manche seiner Prognosen etwas zu düster sind. Erstaunlich ist, dass er als Medienwissenschaftler nicht auf die Notwendigkeit von digitaler Medienbildung in Schulen hinweist. Ansätze dazu gibt es seit langem.

Buch 5

Guido Steinberg: Krieg am Golf. Wie der Machtkampf zwischen Iran und Saudi-Arabien die Weltsicherheit bedroht, Droemer, München 2020, ISBN: 978-3-426-27840-6, 20 EURO (D)

Seit 2011 verschärft sich der Konflikt zwischen Iran und Saudi-Arabien um die Vorherrschaft in der Region. Die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran haben sich in den letzten Jahren zugespitzt, auch in Stellvertreterkonflikten im Irak, in Syrien, im Libanon, in Bahrein und im Jemen. Seit 2017 ergriffen die USA offen Partei für ihren Partner Saudi-Arabien und tragen so zur Verschärfung bei. Eine Folge war der Angriff auf Ölanlagen, die erste direkte Attacke auf Saudi-Arabien seit 1996.

Seit der Aufkündigung des Atomabkommens durch US-Präsident Trump 2018, wohl iranischen Angriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien und dem Mord an dem General Soleimani im Irak droht ein Krieg am Golf. Der Islamwissenschaftler Guido Steinberg erklärt in diesem Buch den brisanten Konflikt und zeigt dessen Auswirkungen für die Weltpolitik und im drohenden Kriegsfall auch für die BRD auf. Dabei wird besonders auf die Ursachen und den Konfliktherd zwischen 2011 und 2020 eingegangen, auch auf die Rolle der Religion.

Steinberg beschreibt in der Einleitung drei Phasen des Konfliktes seit der iranischen Revolution 1979, in der sich Eskalation und Entspannung abwechselten, ohne dass Iran und Saudi-Arabien ihre Beziehungen normalisierten.

Danach folgen fünf Teilbereiche: In ersten Teil wird dargelegt, wie Iran und Saudi-Arabien so stark werden konnten, dass ihre Dualität die Ereignisse im gesamten Nahen Osten zu prägen vermag. Dazu werden die Entscheidungsprozesse in den beiden politischen Systemen, die Grundlinien der Außenpolitik und die Einsatzfähigkeit der Streitkräfte beider Staaten analysiert. Im zweiten Teil werden die Auswirkungen des Konflikts auf die lokalen Unruhen, Aufstände und Bürgerkriege im Nahen Osten untersucht. Im Einzelnen sind dies die Proteste und ihre Niederschlagung in Bahrein, der Bürgerkrieg in Syrien, der Konflikt im Irak und der Jemen-Krieg ab 2014. Die Rolle anderer Akteure wie Katar und VAE wird im dritten Teil beleuchtet. Im vierten Teil geht es um die weltpolitischen Dimensionen des Konflikts mit den USA und Israel als zentralen Akteuren. Der fünfte Teil beschäftigt sich dann mit den Folgen des Konflikts für die Weltpolitik, Europa und der BRD.

Für Sternberg ist der Konflikt mehr als der zweiter Regionalmächte: „Er hat eine weltpolitische Dimension, deren wichtigster Akteur die USA als Schutzmacht des Königreiches ist.“ (S. 21)

Die Folgen für die BRD wurden durch die Zunahme von Geflüchteten von 2014 bis 2016 offenbar, von denen viele aus Ländern wie Irak oder Syrien stammten. Ländern, in denen der Konflikt zwischen Iran und Saudi-Arabien mit besonders großem Einsatz ausgetragen wird. Steinberg empfiehlt als Vorgehensweise der BRD und der EU, zu verhindern, dass Iran in den Besitz einer Atombombe kommen kann und sich an der Seite der USA und Israels zu positionieren. Angesichts des Rückzugs der USA aus dem Nahen Osten und der Probleme zwischen den USA und der EU werde das aber nicht ausreichen: „ Deutschland und Europa werden nicht umhinkommen, eine eigene Nahostpolitik zu entwickeln, die im Zweifelsfall auch ohne die USA betrieben wird. (…) Um überhaupt als Akteure wahrgenommen zu werden und eines Tages auch Einfluss auszuüben, muss Europa gemeinsam auftreten, es benötigt neben Verbündete in der Region und ein starkes Militär, um der eigenen Diplomatie im Notfall Nachdruck zu verleihen.“ (S. 308)

Der Autor beschreibt anschaulich die geostrategischen Akteure und die Wurzeln des Hegemoniekonfliktes. Er hat Recht, dass sich die EU des Themas verstärkt annehmen sollte und ein einheitliches Vorgehen beschließen sollte. Der Umgang mit der Staatsführung im Iran ist schwierig; darin könnte ein Schlüssel zur Regulierung des Konflikts liegen. Ob ein verstärkter Konfrontationskurs hilfreich ist, bleibt fraglich. Auch die Rolle der USA nach den Wahlen. Die Tatsache, dass die BRD Waffen in die Krisenregion liefert und damit indirekt zu einer Eskalation beiträgt, findet zu wenig Erwähnung. Eine militärische Eskalation wäre eine Katastrophe, alle Möglichkeiten der Diplomatie sollten daher ausgeschöpft werden.

Buch 6

Dr. med. Yael Adler: Wir müssen reden, Frau Doktor! Wie Ärzte ticken und was Patienten brauchen. Das Rezept für eine besondere Beziehung, Droemer, München 2020, ISBN: 978-3-426-27802-4, 18 EURO (D)

In diesem Buch geht die Ärztin Yael Adler auf die Faktoren einer funktionierenden Arzt-Patienten-Beziehung ein, die manchmal sogar Leben retten kann. Dabei stellt sie die beiden Blickwinkel, den des Arztes und den des Patienten, nebeneinander vor.

Sie stellt zunächst verschiedene Arzttypen, also verschiedene Charaktere vor. Dazu erklärt sie, was für den Typ bei einem Gespräch wichtig ist und wie man mit ihm am besten umgeht. Danach präsentiert sie verschiedene Patiententypen nach demselben Schema wie bei den Ärzten. Die Ebene der Kommunikation und was Vertrauen schafft, wird ebenfalls behandelt. Sie zeigt auch die Fehler auf, die die Ärzte und Patienten in einem Gespräch miteinander begehen können, zum Beispiel fehlende Empathie, zu wenig Zeit oder nervige Arztsprüche.  Im Falle des Misstrauens gegenüber dem Arzt wird auch erklärt, wann ein Arztwechsel angebracht ist. Oder auch der Fall, dass sich Patienten und Arzt vor Gericht treffen.

Sie empfiehlt für ein gelingendes Arzt-Patienten-Gespräch das so genannte SPIKES-Modell. Dies sind die Gestaltung des Gesprächsrahmens, das Fragen nach dem Kenntnisstand beim Patienten, Einfühlen in den Patienten, die verständliche Erklärung der Krankheit, Sensibilität für den Patienten und dem Patienten aufzeigen, wie die nächsten Therapieschritte aussehen sollen. Patienten sollten sich auf den Arztbesuch gut vorbereiten, ggf. eine Vertrauensperson mitnehmen, Mündigkeit und Verantwortungsbereitschaft mitbringen. Danach geht sie noch auf Patientenrechte vor, während und nach der Behandlung ein, ebenso auf Pflichten der Patienten.

Beide Perspektiven nehmen ungefähr denselben Raum im Buch ein. Adler erklärt genau, wie beiden Seiten effizient kommunizieren und was die Faktoren für eine vertrauensvolle Beziehung sind. Dabei werden in der Regel keine Kommunikationsmodelle auf wissenschaftlicher Grundlage vorgestellt, sondern in einer klaren und verständlichen Sprache.







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