Ein Zwischenruf!


Bild: Ludger Spellerberg

13.07.18
KulturKultur, Debatte 

 

Von Ludger Spellerberg

„Der politische Kompass ist mir abhanden gekommen.“ Was für ein Satz! Man kann nur erahnen, wie vielen Menschen/innen in Deutschland und darüber hinaus dieser Dieser-Tage-Satz vor den Augen erschienen ist. Geht es Ihnen vielleicht auch so?

Seit den Runden mit Sabine Christiansen (1998-2007) haben wir uns daran gewöhnen müssen, dass der politische Diskurs in Talkshows ausgelagert wurde. Dabei können wir einen Überbietungswettlauf der Sender beobachten. Unter dem Druck der Quote ist ein Kampf um die besten Formate entbrannt! Moderatoren und Moderatorinnen werden in Trainingslagern auf Vordermann/-frau gebracht. Manch einer von ihnen ist schon in der Nacht schweißgebadet aufgewacht und hat sich die Frage gestellt: „War ich gut und habe ich die Quote gerissen?“ Stress macht sich breit.

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann in einer dieser „Endlosschleifenwiederholungstalks“ die Frage nach dem politischen Kompass aufgeworfen wird. Es kann bereits in der Anmoderation passieren.
Zum Standard gehört auch, die Kompassfrage an eine auserwählte Person in der Runde zu richten.
War die Auswahl gut, dann steigt die Quote.

Richtig spannend wird es, wenn man danach fragt, warum die Kompassnadel nicht mehr nach Norden zeigen will. Hat sich im politischen Magnetfeld etwas verändert, ohne dass wir etwas davon mitbekommem haben? Spinnt die Nadel? Sind der Nadel die Werte abhanden gekommen?
Fragen gibt es genug, aber gute Antworten sind rar!

Ludger Spellerberg







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