Theokratie


Bildmontage: HF

02.01.13
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von Andreas Krödel

„Theokratie (griechisch  Krat(e)ía- Herr- schaft) ist eine Herrschaftsform, bei der die Staatsgewalt allein religiös legitimiert und von einer (in der Sicht der Anhänger der Staats- religion) göttlich erwählten Person (gottbe- rufener Prophet, gottbegnadeter König usw.), einer Priesterschaft (Klerus) oder sakralen Institution (Hierokratie) auf der Grundlage religiöser Prinzipien ausgeübt wird. Ein auf der Theokratie basierender Staat wird auch als Gottesstaat bezeichnet.

Christen erwarten für die Zeit nach der Wiederkunft Christi beim Jüngsten Gericht eine „Königsherrschaft Gottes“ (basileia tou theou) unter der unmittelbaren „Macht und Herrlichkeit“ des Herrn Jesus Christus, die seit der Frühzeit des Christentums mit chiliastischen und millenaristischen Vorstellungen verbunden ist.

Die Zeugen Jehovas und generell die Bibelforscherbewegung, erwarten eine konkrete, diesseitige Theokratie auf der „gereinigten Erde“, während die traditionellen Christen das Reich Gottes als ein jenseitiges Himmelreich in der Ewigkeit des allmächtigen Herrgottes - außerhalb der Raum-Zeit-Dimension - begreifen.

Der Theokratismus dagegen möchte an der Verwirklichung dieses Reiches Gottes „auf Erden“ mitwirken und die Theokratie als politisches Gestaltungsbild durchsetzen und wird dadurch zur politischen Religion. Die absolutistische Vorstellung des Gottesgnadentums kommt einer theokratischen Vorstellung sehr nahe.

Westliche Staaten strebten seit der Aufklärung eine Trennung zwischen Staat und Religion an. Manche versuchen sogar explizit einen Laizismus zu vertreten, was aber nicht selten fundamentalistische Gegenreaktionen ausgelöst hat.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Theokratie (Auszug)

„Theokratie“ wird dem jüdischen Geschichtsschreiber Josephus aus dem ersten Jahrhundert u. Z. zugeschrieben, der ihn offensichtlich in seinem Werk Gegen Apion (2. Buch, Abs. 17) prägte.
Bezüglich der über Israel am Sinai eingesetzten Regierung bemerkte Josephus: „Hier hat man die Regierung der Staaten Monarchen, dort wenigen mächtigen Familien, anderwärts den Massen in die Hand gegeben. Unser Gesetzgeber dagegen hat auf keinen solchen Vorgang hingeblickt, sondern den Staat, wie man mit einem etwas erzwungenen Worte sagen könnte, zu einer Gottherrschaft [gr.: theokratían] gemacht, indem er Gott die Gewalt und Herrschaft anheimgab.“
http://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/1200002615
(Auszug)

Ja, zum materialistischen Begriff „Kommunismus“ gibt es die idealistische Vorstellung der Theokratie. Beide sehen in ihrer Verwirklichung ein „Wohlergehen“ aller Menschen, eine Art Idealzustand.

Die Theokratie geht noch wesentlich weiter, unter der Herrschaft Gottes wird es ein freies Leben aller Menschen in einem „Paradies“ hier auf Erden geben, ohne Gewalt, Krankheiten oder Tod, eben in absoluten Frieden und totaler Gleichberechtigung.

Fasst man die Texte aller Religionen zusammen, bringt sie auf den entscheidenden Punkt, so bleibt der absolute Grundsatz für die Theokratie:

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Bibel – Jakobus 2:8).
Damit fallen alle Dinge von sich aus, welche „böse“ sind, einfach weg.

Nun stellt sich die Frage: „Was ist böse?“

Da steht die gegenwärtige Welt an sich da, unter der Herrschaft „Satans“ dem Teufen ist sie verkommen zu Krieg, Missgunst, Ungerechtigkeit, Brutalität, der Unterscheidung zwischen arm und reich, gar der Unterscheidung nach Herkunft oder Rasse.

Das aber ist nie „Gottes Wille“ gewesen und er wird dies auch für immer beseitigen, nur mußte er dies zulassen, um die „Unmöglichkeiten“ wider ihn selbst den Menschen zu beweisen.

Soweit die Theokratie, dies hat absolut nichts damit zu tun, was „Kirchen“ (in allen Deutungen/Namen/ Arten/ Facetten an sich) heute unter „Religion“ zu verstehen denken; den Menschen „predigen“! Dies ist der Abschaum, die Nutzung der These: „Sie sitzen am Tisch der Reichen und predigen den Menschen Demut!“.

So wie wir die Trennung von „Staat“ und „Kirche“ fordern, das Streben nach Reichtum und Macht nach heutiger Art durch Religionen verurteilen, so verlangt es dem Grunde nach auch die Theokratie.

So gesehen ist Hegel Satz: „Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit.“ nie umgesetzt worden, denn er setzt eine freiwillige Einsicht voraus, welche allen bisherigen Formen menschlichen Lebens auf dieser Erde voll entgegensteht.

Nur ist sie wie der Kommunismus leider fern, zu fern, als das ich so etwas in meinem beschränkten Leben zu erwarten hätte.

Denkt darüber nach!
Andreas Krödel

„Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muß!
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn!
Zurn Augenblicke dürft ich sagen:
Verweile doch, du bist so schön!
Es kann die Spur von meinen Erdetagen
Nicht in Äonen* untergehn.
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
Genieß ich jetzt den höchsten Augenblick“

(Aus "Faust" , II.Teil) Johann Wolfgang von Goethe

 

 


VON: ANDREAS KRÖDEL






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