Nach Meuthens Austritt wird sich auch die Hamburger AfD weiter radikalisieren

30.01.22
AntifaschismusAntifaschismus, Hamburg, TopNews 

 

Von Hamburger Bündnis gegen Rechts

Auch der Hamburger AfD diente der nun Ex-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen in den letzten Jahren als Feigenblatt für ihre Strategie der Selbstverharmlosung. Nach dessen Rückzug tritt sie genüßlich nach und wird sich weiter nach rechtsaußen bewegen.

Jörg Meuthen hatte, ähnlich wie zuvor Frauke Petry, die Kooperation mit Björn Höcke uns dessen neofaschistischem „Flügel“ gesucht um seine Macht innerparteilich zu sichern. Als dann Anfang 2020 offenbar wurde, dass die Überwachung der gesamten Partei durch den Verfassungsschutz drohte, mutierte Meuthen zum konservativen Märchenonkel, der seine braunen Steigbügelhalter nun fallen ließ. Eine Machtpolitik, welche letztendlich krachend scheiterte.
Von reinem Machtkalkül, Selbstverharmlosung und Gedächtnisverlust ist auch die Strategie der Hamburger AfD-Fraktion geprägt. Im Februar 2019 freute sich der Hamburger Vize-Chef der AfD  Alexander Wolf noch : „Das ist stark:  Alice Weidel und  Prof. Dr. Jörg Meuthen Hand in Hand - um die Partei vor dem Narrensaum zu retten! Weiter so“ (1) Anlässlich der Bürgerschaftswahl 2020 traten Parteichef Dirk Nockemann und Meuthen dann gemeinsam zum Abschluss des Wahlkampfes in Henstedt-Ulzuburg auf, um ein bürgerliches Image vorzugaukeln. Und im  März 2020, im Angesicht des Inlandsgeheimdienstes, erklärte Nockemann noch: „Wer den "Flügel" weiter wie in der Vergangenheit gewähren lässt, gefährdet die Zukunft der gesamten AfD.“(2)

Inzwischen hat der völkische Narrensaum längst die organisierte Mehrheit in der AfD, auch wenn der „Flügel“ pro forma aufgelöst wurde, denn seine Strukturen existieren weiter. In Hamburg gehören MdBÜ Olga Petersen und die Funktionärin Nicole Jordan zu den eifrigsten Unterstützer*innen der Rechtsaußen. Die Fraktion schweigt, anders als früher, zu rechten Umtrieben im Landesverband und der Chef traf sich derweil schon 2018 klandestin mit den braunen Straßenkämpfern von „Merkel-muss-weg“, wie der NDR im September 2021 offenlegte.(3) Die Strategie der Selbstverharmlosung ist endgültig gescheitert und im Frühjahr wird aller Voraussicht nach der Inlandsgeheimdienst die gesamte AfD, inklusive des Hamburger Landesverbandes beobachten.
Felix Krebs vom Hamburger Bündnis gegen Rechts: „Dirk Nockemann erklärte aktuell dem ausgetretenen Meuthen fehlte es zuletzt an 'Kampfeswillen'. Angesichts der Entwicklung in der Partei kann dies nur als Drohung aufgefasst werden, sich nun, befreit vom letzten konservativen Feigenblatt noch aggressiver in den Kampf zu stürzen.“

Hamburger Bündnis gegen Rechts

1) https://www.facebook.com/Alexander.Wolf.AfD/posts/2280184658699655/
2) https://www.zdf.de/nachrichten/politik/afd-meuthen-fluegel-aufloesung-100.html
3) https://www.ndr.de/nachrichten/info/Nockemann-Auf-ein-Bier-mit-ganz-rechtsaussen,afd2808.html







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