Erneut rassistisch motivierter Angriff in Vockerode

16.05.13
AntifaschismusAntifaschismus, Sachsen-Anhalt, TopNews 

 

Von Karawane Halle

In der Nacht zwischen 9. und 10. Mai wurde  ein Flüchtling von zwei Männern bedroht, als er die Sammelunterkunft in Vockerade verlassen wollte:

Er solle wieder hinein gehen, es fielen die Worte wie „Geh wieder rein!“ und „Wenn du nicht wieder rein gehst, bring' ich Dich um!“ Der Flüchtling wurde durch einen Schlag ins Gesicht am Auge verletzt, das später im Krankenhaus behandelt werden musste.

Dies ist der dritte tätliche, rassistische Angriff auf die Bewohner_Innen des Lagers in Vockerode. Wie schon bei den vorherigen Angriffen muss festgestellt werden, dass die Polizeibeamten, die zu Hilfe gerufen wurden, ihre Informationen zunächst ausschließlich aus den Aussagen der Neonazis und/oder der Sicherheitsfirma bezogen, und mit den Opfern des rassistischen Angriffes – den Flüchtlingen – esrt später sprachen. Das hinderte die Polizei jedoch nicht daran, direkt eine Pressemitteilung zu veröffentlichen, die entsprechend der Täterperspektive gefärbt ist. Erneut ist den Polizei-Angaben daher mit größter Skepsis zu begegnen.

Das feindliche Klima gegen die Flüchtlinge in Vockerode tritt offen Zu Tage, ist gefährlich und muss sofort Konsequenzen nach sich ziehen! Was muss erst noch passieren, damit die Flüchtlinge diesen für sie lebensbedrohlichen Ort verlassen dürfen? Muss in Vockerode erst ein Flüchtling von Rassisten getötet werden, bis deren Gefahr für Leib und Leben erkannt wird? Soweit darf es nicht kommen! Genau 20 Jahre nach dem rassistischen Mordanschlag von Solingen und vor dem Hintergrund der Pogrome, die Anfang der 90er Jahre in Lichtenhagen, Hoyerswerda und an anderen Orten in Deutschland stattfanden, ist es an den Verantwortlichen im Landkreis Wittenberg, eine weitere Eskalation der rassistischen Gewalt zu verhindern.

Die Angriffe ließen sich durch das Antirassistische Netzwerk Sachsen-Anhalt und die Flüchtlinge bereits sorgenvoll voraussehen, da auf der Internetseite des Netzwerks (s.o.) hetzerische und feindliche Kommentare hinterlassen wurden – etwa „Ihr werdet schon sehen, wenn der Sommer kommt, werden wir es euch so richtig zeigen“.

Doch Appelle an die Entscheidungsträger in der Politik blieben ungehört, der weitere Betrieb dieses Lagers wurde explizit als Plan des Kreistages bestätigt. Wir verurteilen diese Ignoranz!

Wann endlich wird hier die Notlage der Flüchtlinge erkannt und gemeinsam mit ihnen gehandelt? Mit den bisherigen Angriffen sind die Täter auf dem besten Wege, ihre Drohungen wahr zu machen. Das bedeutet Lebensgefahr!

 

Für die sofortige Schließung des Lagers Vockerode! Für die selbstgewählte Unterbringung aller Flüchtlinge in Wohnungen! Gegen eine rassistische Verzerrung des Geschehens in Polizeiberichten und Presse – für ein solidarisches Miteinander!







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