Blockaden ausgeweitet auf Hamburg

31.01.22
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Von Letzte Generation zur Kampagne Essen Retten – Leben Retten

Erstmals ist es am heutigen Montagmorgen in zwei Städten gleichzeitig zu Störungen des Berufsverkehrs auf Autobahnen durch Essen Retten - Leben Retten gekommen, die teils erhebliche Behinderungen zur Folge hatten.  Viele der Bürger:innen klebten sich an der Straße fest. Laut Essen Retten – Leben Retten folgen heute noch Blockaden in weiteren Städten.

Bereits in der vergangenen Woche hatte es in Berlin an drei Tagen zwölf solcher Blockaden gegeben, bei denen es zu 58 Festnahmen durch die Polizei kam. Viele setzten sich nach ihrer Entlassung direkt wieder auf eine Autobahn oder Bundesstraße. Freitagabend war die Berliner Polizei im Zuge der Kampagne das erste Mal gezwungen, vier Menschen in Anschlussgewahrsam zu nehmen, nachdem diese innerhalb weniger Stunden mehrfach den Verkehr an der Invalidenstraße hinter dem Berliner Hauptbahnhof gestört hatten. Vorausgegangen waren am selben Tag u.a. Blockaden der meistbefahrenen Autobahn Deutschlands, der A100.

„Wir sind entschlossen. Wir merken, dass wir immer mehr stören. Dieser Gegenwind zeigt, wie richtig wir liegen. Aus dem Landwirtschaftsministerium wurde uns letzte Woche erneut mitgeteilt, dass das Anliegen dort auch für wichtig empfunden wird und dass man sich damit befasst. Das reicht aber nicht! Weiter wird in Deutschland ein LKW gutes Essen pro Minute weggeworfen und die Klimakatastrophe bedroht weiter das Leben von Milliarden Menschen, während das Essen-Retten-Gesetz als einfacher erster Schritt sofort umgesetzt werden könnte. Wir wollen jetzt Handlungen sehen”, sagte Carla Rochel, eine der Teilnehmer:innen an den Aktionen. 

Gesagt, getan: Am heutigen Montagmorgen fanden Störungen in den beiden Städten an insgesamt vier Orten statt. Die Kampagne kündigte an, die Störungen immer weiter auszuweiten, bis die Bundesregierung unter Olaf Scholz handeln würde.
Die Aktionen der Gruppe waren kontrovers aufgenommen worden, hatten aber auch zu viel Solidarität geführt. Zahlreiche Menschen aus dem globalen Süden unterstützten die Blockaden.[1] In Deutschland hatte z.B. einer der Gründer der Klimaunion, Heinrich Stößenreuther, sich den Forderungen angeschlossen.[2]

„Wir sind verzweifelt! Was bleibt uns noch übrig? Fast niemand macht sich klar, dass drohende Hungersnöte in Deutschland reales Leid bedeuten. Wir müssen jede und jeden hier fragen: Was werden Sie bereuen, wenn uns in einigen Jahrzehnten das Essen ausgeht, weil Ackerbau durch immer schlechtere Böden und extremes Wetter nicht mehr möglich ist?” sagte Raúl Semmler, der an vielen der Autobahnblockaden teilnahm.

“Der Klimakollaps und die damit einhergehenden Katastrophen sind eine reale Gefahr für die Gesellschaft und unser aller Leben”, fügt Pressesprecherin Carla Hinrichs hinzu. “Die Bundesregierung macht sich etwas vor, wenn sie sich die Klimakrise schönrechnet. Alle Klimawissenschaftler:innen wissen: Wir werden 1,5 Grad überschreiten, noch in diesem Jahrzehnt. Die Bundesregierung ignoriert das und will erst 2045 klimaneutral sein. Das ist Verrat am Volk, ein Bruch der Verfassung und Hohn gegenüber den Familien der 182 Menschen, die bei den Fluten im Ahrtal – den Folgen der Klimakrise – gestorben sind.”[3]

Essen Retten - Leben Retten fordert die Bundesregierung auf, den beiden Forderungen nach einem sofortigen Essen-Retten-Gesetz und einer Agrarwende bis 2030, die vom Bürgerrat Klima beschlossen wurde, nachzukommen. Dies sind gesellschaftlich mehrheitlich akzeptierte Schritte, um drohende Hungersnöte zu verhindern und Milliarden von Menschenleben zu retten.[4] Sprecher:innen von Essen Retten - Leben Retten kündigten an, man werde so lange auf der Straße bleiben, bis von der Bundesregierung ernsthafte Schritte in diese Richtung unternommen würden.

Quellen
[1] Solidarität globaler Süden jesuitenweltweit.de/news/blockaden-gegen-klimanotstand-unterstuetzung-und-solidaritaet 
[2] twitter.com/wegeheld/status/1486448575588487193?s=21 
[3] www.deutschlandfunk.de/ein-halbes-jahr-nach-der-flut-100.html
[4] buergerrat-klima.de/; Forsa-Umfrage zur Akzeptanz der Ergebnisse: buergerrat-klima.de/ergebnisse-gutachten







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