Verkehrspolitik nicht klimatauglich – Bitte wenden!

20.03.21
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Von "Roden war gestern"

Fahrradkino-Event vor dem Verkehrsministerium fordert Umsteuern in der Mobilitätspolitik

Unter dem Motto „Bitte Wenden“ kamen am Abend des Globalen Klimastreiks am 19.03.2021 150 Menschen zu einem Fahrradkino-Event vor dem Bundesverkehrsministerium trotz eisiger Kälte zusammen. Die zentrale Botschaft des kreativen Protests, bei dem die Teilnehmenden die Energie für das Kino selbst erstrampelten: Ohne Verkehrswende sind die Klimaziele nicht zu erreichen!

Der Verkehrssektor ist für 18% der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich und konnte diese seit 1990 nicht senken, wenn man von der Corona-Jahres-Bilanz absieht. Ramona Meier vom Veranstaltungs-Kollektiv Roden war gestern erklärt: „Der aktuelle Bundesverkehrswegeplan, der die Planung von Fernstraßen regelt, stellt keine Besserung in Aussicht. Unglaubliche 270 Milliarden Euro werden in den kommenden Jahren in den klimaschädlichen Straßenbau investiert. Dieser Plan muss dringend überholt werden. Bis dahin brauchen wir unbedingt einen sofortigen Stopp von umweltzerstörerischen Autobahnneubauten.“

Teil des vielfältigen Programms des Fahrradkinos waren verschiedene Kurzfilme und Gastbeiträge. Die Spanne reichte dabei von Hintergrundinformationen zum Bundesverkehrswegeplan über Bilder von der Rodung des Dannenröder Waldes bis zu alternativen Konzepten am Beispiel von Barcelona und Berlin. Neben einem Input von Werner Reh vom BUND stellten Changing Cities e.V. ihre Idee von 180 verkehrsfreien Kiezblocks für Berlin vor, welche sie in vielen kleinen Volksentscheiden umsetzen wollen.

„Verstopfte Städte, schmutzige Luft und Straßen, die immer mehr Raum fressen und den Platz für das eigentliche Leben blockieren: Stopp mit einem Weiter so – ohne sofortige politische Maßnahmen fahren wir ökologisch und sozial voll gegen die Wand. Statt klimaschädlich und mit einer „nach uns die Sintflut“-Mentalität setzen wir uns dafür ein, Verkehr für alle fair und angenehm zu gestalten. Die Verkehrswende von unten hat bereits begonnen.“ Inge Lechner von Changing Cities e.V.

Das Besondere an der Kinovorführung unter freiem Himmel: der Filmprojektor wurde durch die Muskelkraft der Zuschauenden angetrieben. Der notwendige Strom wurde von wechselnden Freiwilligen auf zehn bereitgestellten Fahrrädern selbst erzeugt. Die Veranstaltung wurde im Livestream übertragen, das Video ist auf YouTube weiterhin verfügbar. Selbstverständlich wurden während der gesamten Veranstaltung die Corona-Schutzmaßnahmen eingehalten.







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