Uranprotest: Kletteraktivistin zu ihrem Prozess am 4. Juni 2009 in Steinfurt


Cécile Lecomte; Bild: Bewegungsstiftung

01.06.09
BewegungenBewegungen, Umwelt, NRW, TopNews 

 

Die Bilder der beeindruckenden luftigen Protestaktion einer jungen Atomkraftgegnerin gegen einen Urantransport der Urenco von Gronau (NRW) nach Russland sind haften geblieben.
Am 16.-17. Januar 2008 protestierte die französische Kletteraktivitin Cécile Lecomte in Metelen (NRW) über die Bahnlinie gegen den Export von gefährlichen giftigen Uranmüll. Der Transport musste rund 7 Stunden warten, bevor er seine Fahrt fortsetzen durfte, nachdem eine Spezialeinheit der Bundespolizei die Lüneburger Kletteraktivistin aus den Bäumen holte. Die Aktion wird nun am 4. Juni 2009 ein juristisches Nachspiel vor dem Steinfurter Amtsgericht (NRW) haben.

„Die Hauptverhandlung sehe ich als eine Einladung zum Tanz! Dieses mal nicht hoch in den Seilen, sondern politisch, vor Gericht. Ich sehe Protest nicht als strafbar oder ordnungswidrig, sondern als notwendig an!“ erklärt Cécile. „ Die Aktion war sehr erfolgreich und die Staatsanwaltschaft, die die Interessen des Atomstaates vertritt, hat angst vor Nachahmung und will genau diesen Erfolg bestrafen. Doch die Aktion war richtig und notwendig“, erläutert sie weiter.

In der Tat: Durch die Aktion kamen die gefährlichen geheimen Atomgeschäften der Urenco mit Russland verstärkt in die Öffenlichkeit und in der Kritik. Der gemeinsame Druck von AktivistInnen sowohl auf Deutscher als auch Russischer Seite setzte die Betreiberfirma Urenco unter Druck. Diese hat nun angekündigt, den Atommüllexport nach Russland ende 2009 einzustellen. Dafür will sie aber vermehrt Transporte nach Frankreich durchführen. Antiatominitiativen wollen diese Transporte ebenfalls mit Protesten begleiten. Wie am 27. April 2009, als am Bahnhof Münster demonstriert wurde und als Cécile sich erneut vor einem Urantransport -dieses mal nach Frankreich- bei Münster abseilte.

Genau zum Jahrestag einer zweiten luftigen Protestaktion in der Art bei Steinfurt - das Strafverfahren in Bezug auf dieser Aktion wurde bereits eingestellt- wird sich die Kletteraktivistin am 4. Juni 2009 vor dem Amtsgericht Steinfurt für die Aktion von Januar 2008 verantworten müssen.
Amts- und Landgericht haben zwar den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Erlass eines Strafbefehls wegen Nötigung bereits abgelehnt und sehen keine Straftat, aber vielleicht eine Ordnungswidrigkeit.
Die Staatsanwaltschaft beharrt jedoch – was die Aktion von Januar 2008 betrifft- auf eine Anklage wegen Nötigung. Aus diesem Grund wird nun verhandelt.

Zahlreiche Antiatom-Initiativen u.a. aus dem Münsterland unterstützen die Angeklagte und werden ihre Solidarität zeigen. Für Fragen und Pressefotos werden die Aktivistin und einige UnterstützerInnen bereits um 11Uhr30 vor dem Amtsgerichtsgebäude zur Verfügung stehen und flagge zeigen.



Sortir du nuclaire unterstützt Cécile Lecomte, die am 4. Juni in Deutschland vor Gericht steht, weil sie einen Atommüllzug gestoppt hat - 02-06-09 21:15




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