Warum auch Lafontaine recht hat.


Bildmontage: HF

12.01.18
DebatteDebatte, Wirtschaft, Soziales 

 

Kommentar von Reinhold Schramm

Ungeschminkte Wahrheit zu den sozialen Folgen von Migration und Einwanderung für die lohnabhängige Bevölkerung im Kapitalismus der Bundesrepublik.

»Politische Philosophie der Einwanderung. „Ein milder Nationalismus ist nötig“. Welche legitimen Forderungen hat jemand, der kein Flüchtling ist, aber ein besseres Leben will? David Miller über Moral und Migrationspolitik.« –  

Vgl. Tageszeitung, taz.de *

Kommentar

„Eine ist, ob es zu Lohndumping und damit zu Auswirkungen auf das Lohnniveau der arbeitenden Bevölkerung kommt. Das ist umstritten.“ Vgl.*

Da ist nichts umstritten. Die negative Auswirkung (auch) auf das Lohnniveau ist die Realität.

Als vormals selbständiger Handwerksmeister hatte ich keine Chance gegen das Billigangebot, trotz überlegener Qualitätsarbeit.

Mein Bekannter, ein qualifizierter handwerklicher Fleischer und Wurstspezialist, verlor ebenso, wie weitere beruflich gut-qualifizierte Fachkräfte im Fleischerhandwerk, seine zuvor noch gut-bezahlte Anstellung. Alle durch Berufsausbildung qualifizierten verloren ihren Arbeitsplatz, mussten das Berufsfeld wechseln, oder landeten in Arbeitslosigkeit. Die Fleischereifirma [- die rechtlich legale Fleischereimafia] hatte sie zunehmend durch billige und willige osteuropäische Arbeitskräfte ersetzt. Häufig für den halben Arbeitslohn und ohne zeitliche Begrenzung des Arbeits- bzw. Ausbeutungstages. [Anm.: Eine arbeitsrechtliche und/bzw gewerkschaftliche Organisierung ist nicht bzw. kaum möglich!]

Berufsqualifizierte Kollegen, die vor 1990 am hölzernen Elefantentor am Berliner Zoo mitarbeiteten, bekommen damals noch 21 DM-Std. brutto. Bereits 2005 lag für vergleichbare Fachkräfte der Minilohn nur noch zwischen 8–12 Euro-Std. Und wie gering sind heute die Arbeitslöhne für qualifizierte w/m Handwerker und Facharbeiter? [Anm.: Siehe auch in Folge den gesetzlichen Mini-Mindestlohn. Dabei, auch nach 47 Vollzeitarbeitsjahren, eine Armutsrente unterhalb der Sozialhilfe bzw. sog. Grundsicherung.]

Gewiss ging es nicht der bundesdeutschen Wirtschaft und deren Regierung, bei ihrer Aufnahme von Flüchtlingen, um Moral und Humanismus. Wohl eher um den kalkulierten Aspekt der billigen und willigen „Facharbeiter“ und (unfreiwilligen) Lohndrücker. Die waren aber nicht so wie erwünscht gekommen.

Zumindest auf dem Wohnungsmarkt wurde eine umgekehrte Mietpreislawine freigesetzt und verstärkt. Aber auch mit noch nicht absehbaren Folgen für alle (steigenden) sozialen Kosten. Die vor allem auch von den unteren sozialen Schichten getragen werden müssen. / Nur die Wohlhabenden, hohen Beamten, Parlamentarier und Regierenden, Vermögenden und Erbschafts-Reichen, profitieren von dieser Entwicklung.

* Vgl. Tageszeitung, taz.de am 11.01.2017: Politische Philosophie der Einwanderung. „Ein milder Nationalismus ist nötig“. Welche legitimen Forderungen hat jemand, der kein Flüchtling ist, aber ein besseres Leben will? David Miller über Moral und Migrationspolitik. Das Interview führte Martin Reeh, Ressortleiter Inland. – »Welche moralischen Argumente haben wir, jemand den Zugang zu verweigern, der sich ein besseres Leben wünscht?« »Die Bewegung für offene Grenzen hat derzeit viel Unterstützung. Wie erklären Sie sich das?: „Viele Befürworter sind sehr idealistisch. Liberale und Intellektuelle sorgen sich über Ungleichheiten und das Schicksal von Menschen außerhalb des eigenen Landes. Sie denken, dass Öffnen der Grenzen sei die Lösung. Auf der anderen Seite denken Kapitalisten, das Öffnen der Grenzen sei nützlich, um an billige Arbeiter zu kommen und die Gewerkschaften zu umgehen. Es gibt in dieser Frage eine Koalition zwischen links und rechts.“[Anm.: Diese bürgerliche Behauptung ist vorsätzlicher ideologischer Unfug. Es gibt keine Koalition zwischen links und rechts! - R.S.]

www.taz.de/Archiv-Suche/!5472037&s=milder+Nationalismus/

 

12.01.2018, Reinhold Schramm







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