Das BGE der Bourgeoisie


Bildmontage: HF

30.03.18
DebatteDebatte, Soziales, Sozialstaatsdebatte 

 

Von Reinhold Schramm

Die große Verarsche: Das „solidarische Grundeinkommen“ der SPD und Geld für alle.

»Bedingungsloses Grundeinkommen. Keine Reform. Eine Revolution! Ein Grundeinkommen für alle wäre theoretisch finanzierbar. Doch es würde eine historisch beispiellose Umverteilung bedeuten

* Vgl. Tageszeitung, taz.de *

Kommentar

“Alle profitieren – nur die Reichen zahlen.“

Frau Hermann, sie wissen es doch eigentlich auch, die Reichen zahlen nicht. Der Reichtum der Reichen ist ein Ergebnis der Wert- und Mehrwertschöpfung der Lohn-, Gehalts- und Vergütungsabhängigen: vor allem der w/m Erwerbstätigen, bzw. abhängig und meist eigentumslosen Beschäftigten, in der materiellen Produktion. Davon abgeleitet, der private und staatliche Dienstleistungssektor, einschließlich der m/w Angestellten und Beamten im Staatsdienst. Aber auch der Organisations-, Planungs-, Finanzierungs-, Verkaufs-, Handels- und Vorstandsapparat, je nach Betriebsgröße und Aufgabenstellung, der [stofflich-materiell] wertschöpfenden kapitalistischen Unternehmen. 

Allenfalls für Teile der Bourgeoisie und ihre persönlich leistungslosen Erbschaftskinder, realisiert diese Klasse, gegebenenfalls in Eigenregie, ein unvergleichliches „bGe“. Dabei in der Summe deutlich über die aktuellen theoretischen Modelle der bürgerlichen BGE-Gutmenschen.. Beispiele sind die Erben derer von Bismarck, der Familien Bosch, Fam. Siemens und Fam. Quandt. Weitere Tausende Familienmitglieder der deutschen Finanz- und Monopolbourgeoisie. Zehntausende Familien mit Firmenbeteiligungen, mit Grundeigentum und hohen Aktienbesitz. Dabei wird häufig die Vermögensverwaltung an juristische Treuhänder delegiert. Hier sei z. B. an die Rolle von Berthold Beitz erinnert. Als  Generalbevollmächtigter von Alfried Krupp von Bohlen und Halbachs kümmerte sich Berthold Beitz auch um dessen Familienbelange. So auch um die materielle ‘BGE-Versorgung’ des Sohnes von Alfred Krupp.

Bei dem „bedingungslosen Grundeinkommen“ bleibt es lediglich bei einer idealistischen Idee, die sich niemals im Kapitalismus realisieren kann. Die Propagierung dieser idealistischen BGE-Idee dient auch dazu, von der Notwendigkeit der Beseitigung des Kapitalismus abzulenken. Damit werden vorgeblich soziale Alternativen vorgegaukelt, die sich nicht im Kapitalismus realisieren lassen. Allenfalls dient sie dazu, die sozialen Kosten weiter abzusenken und eine weitere Umverteilung des (materiellen) Mehrwerts aus der Wertschöpfung der (produktiven) Arbeit nach oben umzuleiten.

Die BGE-Propagandist*innen sind moderne ideologische und gesellschaftspolitische Zuhälter*innen des Kapitals: der Kapitalisten, insbesondere der m/w Finanz- und Monopolbourgeoisie im 21. Jahrhundert.

Nachtrag

„Die sozialistischen Bourgeois wollen die Lebensbedingungen der modernen Gesellschaft ohne die notwendig daraus hervorgehenden Kämpfe und Gefahren. Sie wollen die bestehende Gesellschaft mit Abzug der sie revolutionierenden und sie auflösenden Elemente. Sie wollen die Bourgeoisie ohne das Proletariat. Die Bourgeoisie stellt sich die Welt, worin sie herrscht, natürlich als die beste vor. Der Bourgeoissozialismus arbeitet diese tröstliche Vorstellung zu einem halben oder ganzen System aus. Wenn er das Proletariat auffordert, seine Systeme zu verwirklichen und in das neue Jerusalem einzugehen, so verlangt er im Grunde nur, dass es in der jetzigen Gesellschaft stehenbleibe, aber seine gehässigen Vorstellungen von derselben abstreife.“ –  (Karl Marx und Friedrich Engels, 1848)

 

* Vgl. Tageszeitung, taz.de am 29.03.2018: Bedingungsloses Grundeinkommen. Keine Reform. Eine Revolution! Ein Grundeinkommen für alle wäre theoretisch finanzierbar. Doch es würde eine historisch beispiellose Umverteilung bedeuten. Von Ulrike Herrmann.

www.taz.de/Bedingungsloses-Grundeinkommen/!5492699/

 

30.03.2018, Reinhold Schramm



Das richtige Marschgepäck! - 14-04-18 20:55




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