Integration — „Wir“ und „Profiteure“?


Bildmontage: HF

01.01.16
DebatteDebatte, Soziales, TopNews 

 

Von Reinhold Schramm

Wenn überhaupt, dann profitiert das Kapital! – das real vorhandene und bestehende entwickelte Ausbeutungssystem einer gesellschaftlichen Minderheit von Profiteuren. Vor allem der differenzierten deutschen Bourgeoisie (Hauseigentümer, Wohnungseigentümer und Eigentümer von Produktionsmitteln etc.), deren gut-geschmierten ökonomischen, ideologischen und politischen Administration, Beamtenschaft und Aktionäre.

Bei aller notwendigen Solidarität mit den verfolgten und drangsalierten Menschen, die bürgerliche Gutmenschen-Propaganda dient dem Kapital, aber nicht der Aufhellung der sozialpolitischen und gesellschaftspolitischen Tatsachen.

Allenfalls, wenn überhaupt, dient die Integrationspolitik gegenüber Asylsuchenden, Kriegs- und Wirtschaftsopfern aus sozialen und ökonomischen Schwellen- und Entwicklungsländern der Menschenverwertung und Kapitalverwertung in den kapitalistischen und imperialistischen Wirtschaftsmetropolen. Wie gegebenenfalls auch in der Bundesrepublik Deutschland.

Ideologisch nüchterne Fakten:

87 Prozent der neu Ankommenden, die bei der Arbeitsagentur gemeldet sind, haben keine abgeschlossene Berufsausbildung.Vgl. Freitag-Buchempfehlung: Syrien verstehen, Geschichte, Gesellschaft und Religion. Von Gerhard Schweizer.

So entspricht auch der Schulbesuch, gebrochene bzw. unstete sechs bzw. acht Schuljahre in Syrien, dem Abschlussniveau von drei Schuljahren in Deutschland.

Bei der bürgerlich-deutschen Gutmenschen-Propaganda dürfen wir uns nicht auf den Verweis vorgeblich hochqualifizierter Fluchtopfer mit „Abitur“ bzw. „Studium“ verlassen. Auch ein Abitur bzw. Studium in den sozial- und bildungspolitischen Schwellen- und Entwicklungsländern, ebenso deren „Abschlüsse“, entsprechen nicht den bundesdeutschen Mindestanforderungen!

Schönwetterpropaganda dient nicht der Aufhellung sondern der (bewussten) Verschleierung der anstehenden Bildungs- und Ausbildungsprobleme. Die es auch im bundesdeutschen (kapitalistischen) Gesellschaftssystem zu bewältigen gilt.

Ein noch größeres Problem für die deutsche Gesellschaft ist auch die gewaltige sozial- und gesellschaftspolitische Differenz zwischen den Geschlechtern [Mann vs. Frau] in der Herkunfts-, Schwellen- und Entwicklungsländern. Nur mit einer einfachen ideologischen Verharmlosung dieses gewaltigen Ungleichheitsproblems, dass auf die bundesdeutsche Gesellschaft insgesamt in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zukommt, kann man traditionell und feudal-religiös geprägte Menschen-Generationen nicht überspringen.

Die jahrhundertelange Prägung von (menschlichen) Bewusstseinslagen (und Beziehungen) kann man auch nicht mit der Ankunft in einer (eigenständig) entwickelten Ökonomie und Gesellschaftsmetropole innerhalb von wenigen Jahrzehnten abstreifen und überspringen.

Nochmals, bürgerlich-ideologische Traumtänzerei löst kein Gegenwarts- und Zukunftsproblem in der entwickelten kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsmetropole. Auch keine notwendige gesellschaftliche Integrationsarbeit!

Schluss mit der ideologischen Gutmenschen-Spinnerei und ran, an die konkreten gesamtgesellschaftlichen Aufgaben und deren praktischen Arbeit!

[– unvollständig.]

Vgl. Freitag-Meinungsmedium, Ausgabe 52/15, 30.12.2015. Wir Profiteure. Integration. Von Matthias Jauch, Freier Journalist, Berlin/Hamburg, unter anderem beim Freitag. »Warum die Asylsuchenden Deutschland auch große Chancen eröffnen«

www.freitag.de/autoren/matthias-jauch/wir-profiteure

01.01.2016, Reinhold Schramm







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz