MARX – ENGELS - LENIN in Kürze


Bildmontage: HF

07.12.17
TheorieTheorie, Kultur 

 

Von Richard Albrecht

Der als links geltende Kölner Papyrossa-Verlag veröffentlichte Ende 2017 zwei Elementarbücher über die drei Marxisten Marx Engels Lenin. Beide papyrossa-Autoren wurden in der 1990 aufgelösten DDR als Wisenschaftler  „sozialisiert“, waren an dortigen Hochschulen tätig und publizieren auch post-realsozialistisch über Marx, Engels, Lenin.

Nachdem Kopf im letzten Jahr eine größere Studie zur politikgeschchtlichen Wirkungsgeschichte von Marx´ Das Kapital veröffentlichte[1], geht es im Marxismus-ohne-Engels-Band sowohl um den personal-lebensgeschichtlichen, gedanklich-analytischen und politisch-publizistischen Zusammenhang beider Begründer des Marxismus im 19. Jahrhundert und/als marxistische ´Klassiker´ wie auch und im besonderen um Engels als selbständigen Theoretiker. Ohne Friedrich Engels, so die Grundthese des inzwischen zum profunden China-Kenner avancierten Autors, gäbe es kein Marx-Engels´sches „System“ mit seiner Geschichtstheorie und der Bedeutung des Kampfs gesellschaftlicher Klassen. Sondern nur einen gleichsam halbierten Marxismus. Kopf erinnert speziell an Engels Beiträge zur Dialektik der Natur sowie an dessen Sicht auf  den Doppelcharakter menschlicher Existenz. Gewiß läßt sich im einzelnen um Einzelnes streiten, etwa über Engels´ zentrale Rolle als Herausgeber der beiden Folgebände von Das Kapital. Gleichwohl überzeugt das Buch, das keine weitere Engels-als bzw. Enges-und-Fragestellung abhandelt, in Wirkungabsicht und Gesamtanlage.

Bollingers Basisband schließt an dessen Bücher Lenin Träumer und Realist (2006) und Oktoberrevolution (2017) an und versucht, ähnlich Georg Lukács mit seiner zuerst 1924 erschienen Broschüre Lenin. Studie über den Zusammenhang seiner Gedanken den als Weltrevolutionär gescheiterten und als praktischen Politiker höchst erfolgreichen Wladimir Iljitsch Lenin [Uljanow] (1870-1924) nahezubringen. Das geschieht im Dreischritt  Theoretiker Stratege marxistischer Realpolitiker (nebst Anhang: Zeittafel, Glossar, zahlreiche Lenintexte zur empohlenen Lektüre, drei Seiten Literatur über Lenin) und mag entsprechend der Wirkungsabsicht für eine erste Grundeinführung ausreichen. Bleibt freilich darüber hinausgend sowohl im Gesamtzusammenhang als auch mit Blick auf speziell bei Lenin als Marxist in theoretischer, philosophischer und wissenschaftsmethodischer Hinsicht zu oberflächlich. So gesehen, und auch um Leser/innen durch Hinweis auf (m)einen in der weiland linksakademischen Zeitschrift Das Argument 74/1972 veröffentlichten Grundbeitrag speziell zum Philosophen Lenin nicht zu  überfordern, sei gern noch ergänzend die Lektüre von Hartmut Krauss´ systematisch-kritischen Anmerkungen zum Werk Lenins aus kritisch-marxistischer Sicht (1994) empfohlen.[2]

 

[1] Eike Kopf, Ein Buch geht um die Welt. Zur Wirkungsgeschichte von ´Das Kapital´. Köln: Papyrossa, 2006, 307 p. [Hochschulschriften 96]

 

[2] http://www.glasnost.de/autoren/krauss/lenin1.html [letzter Zugriff 201117]

 

 

Doppelbesprechung der Bücher

-Eike Kopf, Marxismus ohne Engels? Köln: Papyrossa, 2017, 135 S., 14 € [= Hochschulschriften 99]

-Stefan Bollinger, Lenin. Theoretiker, Stratege, marxistischer Realpolitiker. Köln: Papyrossa, 2017, 147 S., 9.90 € [= Basiswissen]







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