Mentalisieren: Anmerkungen zur Gestaltung des Innenlebens (9. Teil)

31.12.19
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Von Franz Witsch

Gespenster

1. Vorrede: Intrapsychische Projektionen

Spricht man über verinnerlichte Objekte – Zeichen oder Zeichenketten (Lacan, vgl. T01, S. 4) –, sind es Vorstellungen, mithin realitätsdefizitäre Erwartungen, die Menschen anderen Menschen gegenüber hegen. Das gilt auch im Hinblick auf soziale und ökonomische Sachverhalte oder Systeme. So erwarten wir von “unserem” Wirtschaftssystem, dass es uns möglichst effizient ernährt. Tut es das nicht oder nicht mehr, erwarten wir von Politikern und Wirtschaftsfachleuten, dass sie das Wirtschaftssystem im Hinblick auf seine innere Funktionalität überprüfen und ggf. einen Strukturwandel vornehmen, wenn das System nicht mehr in sich stimmig funktioniert. Es sind freilich Erwartungen an Menschen, dass ihrer Verantwortung gerecht werden. Das werden sie im Hinblick auf unser Wirtschafts- und Sozialsystem gefühlt nicht. Was normal und unproblematisch wäre, würden sie sich als ansprechbar und somit lernfähig erweisen. Das sind sie immer erkennbarer immer weniger – schicht- und parteiübergreifend.

Genau genommen sind es Personen, die wir verinnerlichen, imaginierte Objekte, die unser Innenleben bevölkern und prägen, zu denen wir im Guten wie im Schlechten eine Verbindung im Sinne von intrapsychischen Projektionen unterhalten. Zusammen bilden sie ein Netz von Verbindungen aus, das wir überwiegend imaginär unterhalten, Verbindungen zwischen Objekten (Personen), die wir wünschen, aber nicht immer zu realisieren imstande sind, z.B. wenn wir zwei Menschen miteinander bekannt machen, die nichts voneinander wissen wollen. So etwas könnte enttäuschen oder negative Gefühle, einen Mangel in uns auslösen, der nicht zu beheben ist, über dessen Auflösung wir lediglich träumen können. Nicht allzu befriedigend. Immer aber lösen einzelne Objekte sowie ihre Vernetzung in uns Gefühle aus, die zum Nachdenken über Menschen – genauer: über Vorstellungen von Menschen – anregen; Vorstellungen deshalb, weil sie für gewöhnlich real nicht unmittelbar präsent oder nicht wie gewünscht sich real vernetzen lassen.

Während wir objektbezogen nachdenken, verarbeiten wir Gefühle, vornehmlich die, welche frei nach Lacan einen Mangel in uns anzeigen (vgl. T01, S. 4), d.h. spannungs- oder konfliktgeladen auf andere Menschen verweisen. Verarbeitungsvorgänge sind daher ganz unvermeidlich schwer zu bewältigen, zumal wenn verinnerlichte Verbindungen zu Personen nicht (mehr) real, sondern nur noch imaginär präsent sind, z.B. weil sie tot sind; aber auch wenn sie sich einer sprachgestützten Verbindung entziehen, menschliche Beziehungen beenden oder sich vielleicht nur aus den Augen verlieren.

Auch können verinnerlichte Verbindungen (zu vorgestellten oder realen Personen) mental überfordern, sodass man sie am liebsten “vergessen” und vielleicht auch bald nicht mehr unnötig in sich wachrufen möchten, etwa indem man sie für sich selbst oder noch weniger interaktiv versprachlicht – schon gar nicht im unmittelbaren Dialog. Der wird innerlich dann vielleicht als zu wenig interessant imaginiert; im Sinne eines Desinteresses, das ich “strukturell” nenne (vgl. DP2, S. 25f, DP3, S. 160ff), weil das Desinteresse für gewöhnlich einer Interpretation in einem umfassenderen sozialen Kontext zugänglich wäre, wenn der Narzisst in uns “die Reinheit seiner Gefühle” nicht mit aller Gewalt wahren wollen würde; indem er Innen und Außen im “Modus psychischer Äquivalenz” (vgl. T01, S. 2f) gleichschaltet und damit sich einer differenziellen Vergegenständlichung seines Innenlebens entzieht.

Heidegger plädiert, so könnte man ihn deuten, für eine Seins-Erfahrung kontradiktorisch zum alltäglichen Nahbereich, bei Heidegger das Seiende, was die Entgegenständlichung des Seienden impliziert, um das Sein – frei von gegenständlichen Verunreinigungen – in einer Art von autogenem Training imaginieren (erspüren) zu können. In der wahrscheinlich von Nietzsche inspirierten “übermenschlichen” Seins-Erfahrung sieht Heidegger seinen sogenannten “existenziellen Solipsismus” begründet, als Folge jener Seins-Erfahrung die Möglichkeit eines realitätswirksamen, die Existenz überhöhenden, gefühlssteigernden, wiewohl dann wiederum – igittigitt – gegenstandsbezogenen Aufbruchs in die Welt hinein. Dies aus der ganz und gar ungegenständlichen – gleichwohl erfahrbaren – Singularität menschlicher Existenz heraus, die sich zuvor von allen Vergegenständlichungen (einengenden Bindungen) frei gemacht haben muss, um aus der Seins-Erfahrung heraus möglichst “frei” (ungebunden) – wahrhaft kulturschaffend – die Welt gestalten zu können.

Zu dieser Freiheit, so Safranskis in seiner Heidegger-Interpretation, gehöre, “daß das Dasein das Nichts erfährt.” Dann “vermag es auch das Seiende als etwas zu erfahren, das aus der Nacht des Nichts in die Helligkeit des Seins tritt.” Es ist dies eine Helligkeit, die Heidegger mit dem NS-Regime für machbar hielt (vgl. SaHei, S. 206f, ferner meine Kritik an Heideggers “Sein und Zeit” in DP4, S. 126-136 sowie BB168, S. 173).

Als würden Menschen, wenn sie von ihren vernetzten verinnerlichten Objekten sprechen, dies ganz und gar frei von allen Bindungen tun können, Erfahrungen das Gegenstandsbezogene nicht voraussetzen, wenn sie ihr Innenleben spüren, darüber nachdenken, um das Erfühlte und Gedachte u.U. nach außen hin auszusprechen, real zu vergegenständlichen, und am Ende vielleicht auch entsprechend zu handeln. Wobei Menschen oftmals handeln, ohne vorher zu sprechen, vielleicht weil ihnen der Mut fehlt, sich oder etwas auszusprechen. Dabei wird das Gedachte in Begleitung eines Gefühls in jenes verinnerlichte gedachte Etwas (Objekt) projiziert; gewissermaßen verdoppelt wiewohl mit sich nicht identisch, ein intrapsychischer Vorgang, wenn sich die äußere Realität nicht anbietet, sich vielleicht verweigert oder verdrängt wird.

Allein die äußere Realität wird sich nicht in Luft auflösen können, nachhaltig sich nicht verdrängen lassen; sich dem Innenleben ggf. mit Gewalt aufdrängen, um dann krankmachend und krankheitserzeugend in verzerrter Form wahrgenommen zu werden. Sind imaginierte Personen (Objekte) nicht präsent, z.B. weil sie tot sind oder sich einer Präsenz verweigern, drängen sie sich dennoch auf, dann allerdings nicht real, sondern, so könnte man vielleicht sagen, imaginär in Gestalt von Gespenstern, die in unserem Innenleben ihr Unwesen treiben, herumspuken wie der Kommunismus in die Welt hinein, so Marx im Kommunistischen Manifest.

Der Kommunist versetzt die (Menschen in der) Welt in Angst und Schrecken, weil die Welt es ablehnt, den Kommunismus ernsthaft zu befragen. Auch hier haben wir es mit intrapsychischen Projektionen zu tun, die sich allerdings einer Überprüfung an der Realität wie auch immer entziehen, weil ihnen der Mut fehlt, mit Kommunisten ernsthaft zu sprechen. Ein Drahtseilakt, kann zu viel Mut doch auch Bindungen sprengen, zumal bei zu wenig Selbstbewusstsein psychisch stark belasten. So könnte es auch Nietzsche ergangen sein, als er die Öffentlichkeit mit dem Ausdruck der ewigen Wiederkehr des Gleichen bekanntmachen wollte.

Intrapsychische Projektionen auch in Gestalt von Gespenstern werden allerdings auf Dauer von der äußeren Realität eingeholt. Dann aber wesentlich unspezifisch in Form von Gewalt und Krieg. Das beginnt in der frühen Kindheit im Sinne ursprünglicher Gewalt-Erfahrungen. Dabei werden Verinnerlichungsvorgänge traumatisierend induziert; in Differenz zur außersubjektiven Realität und ihren Gegenständen, dazu angetan, die Unversehrtheit intrapsychischer Projektionen und damit die Identität des projizierenden Subjekts zu bedrohen; den Verlierer im Innenleben (vgl. DP3, S. 92-98) und mit ihm Gespenster, denen man sich nicht gewachsen zeigt, heraufbeschwörend.

Das Subjekt nimmt diesen Vorgang in Form eines negativen Gefühls wahr, das es möglichst zu vermeiden gilt wie um Gespenster unschädlich zu machen, mithin um zu verhindert, dass Traumatisierungen zum Ausbruch kommen und Panikattacken verbreiten. Nicht erst der Krieg, sondern schon die Kriegsbegeisterung zeigt verleugnete Traumatisierungen an, die in hochfühlender Begeisterung versteckt, verschüttet und mit anschließenden Abreaktionen am Feind abgewehrt werden. Noch im Krieg, erst recht nach dem Krieg sieht sich das Subjekt dann von der Realität des Krieges, in scharfer Differenz zur vormaligen Begeisterung, eingeholt, stets umso schmerzlicher und unvorbereiteter, je nachhaltiger das Subjekt schon im gewöhnlichen Alltag sich gedrängt fühlt, sich der Realität menschlicher Bindungen zu entziehen, schon wenn sie verhältnismäßig wenig schmerzt und es nicht allzu viel Mut bedarf, um Bindungen aufrecht zu erhalten oder wiederzubeleben. Lieber nicht – als gebe es so etwas wie die Einübung in die Fähigkeit, Traumata im Innenleben zu generieren.

Allein die Verdrängung negativer Gefühle – des Verlierers in sich (ebd) – gelingt nicht bis hin zu seiner vollständigen Abspaltung, ohne Spuren im Innen, vor allem aber auch in der äußeren Realität zu hinterlassen. Dabei wird das Verdrängte (Verschmähte) wiederbelebt zum Leidwesen des Verdrängenden. Dem Augenschein nach mag die vollständige Abspaltung gelingen und zwar für den Beobachter wie für das abspaltende Subjekt, selbst bis zu einem Punkt, wo das negative Gefühl – der Verlierer in sich – weitgehend nicht gespürt wird; als sei es vermeidbar.

Natürlich ist es vermeidbar, aber nur indem das negative Gefühl sich verwandelt in heimliche Rachegefühle (Ressentiments), in die Gewaltbereitschaft gegen Menschen, die sich als Sündenböcke zur Abreaktion eignen. Das sind Rachegefühle, die Nietzsche in seiner Spätschrift “Zur Genealogie der Moral” im christlichen Frömmigkeitskult nicht ganz zu Unrecht freigelegt sieht (vgl. SaNtz, S. 313f), die der Fromme, wenn überhaupt, “klammheimlich” im Innenleben spüren mag, natürlich ohne sie vor sich selbst und der Welt kenntlich zu machen, indem er sie nach innen oder außen versprachlicht. Dafür fehlt selbst dem Frommen für gewöhnlich der Mut.

Gewaltbereitschaft nach innen, vor allem aber nach außen, mithin Abreaktionen sind ebenso wenig permanent präsent. Und nicht nur deshalb, weil das Leben, wie der Spießer sagt, auch schön ist, man Gläser für halb voll anstatt halb leer bezeichnen kann. Wiewohl negative Gefühle auch unter “normalen” Umständen die innere Ordnung immer wieder unleugbar bedrohen, doch immer nur für Augenblicke, als wenn der Rede nicht wert in einem winzigen Zeitfenster, in denen der Verdrängende vielleicht extern erreichbar wäre und damit Mut beweisen könnte, z.B. um seine Neigung zu Abreaktionen zu reflektieren und Möglichkeiten ihrer Versprachlichung zu suchen und vielleicht auch mal erfolgreich zu finden, wenn denn die mentale Disposition einer inneren Zufriedenheit mit sich selbst nicht permanent im Wege stünde. In einer solchen Disposition werden Ressentiments überwiegend nicht gespürt, sodass man meinen könnte, das Innenleben sei vollkommen zugestellt.

Gewaltförmige Dispositionen habe ich vor über zehn Jahren illustriert am Beispiel von Roland Koch, der damals als Ministerpräsident von Hessen meinte, jugendlichen Straftätern mit einem verschärften Jugendstrafrecht einen Denkzettel verpassen zu müssen (vgl. DPB, S. 50f).

Auch hier könnte man meinen, der Jugendliche existiere lediglich in Gestalt eines imaginier[t]en Objekts, gespensterhaft ohne Bezug zur Realität, die Koch im Modus psychischer Äquivalenz (vgl. T01, S.2f) in eins gesetzt fühlt mit jener verdrängten Realität. Es ist dies eine generelle Möglichkeit, imaginierte Objekte oder Gespenster abzuwehren; die es dann für Koch möglicherweise nicht mehr gibt, es sei denn während kleiner Zeitfenster, die man abtut. Würde man ihn fragen, ob er an Gespenster glaube, würde er es als Unsinn abtun. Der Bezug zum eigenen Innenleben könnte zum Leidwesen der äußeren Realität und umgekehrt gestört werden. Dann nämlich, wenn man von inneren Heimsuchungen zu viel weiß, sie in geringen Spurenelementen ernst nehmen würde und deshalb abgewehrt gehören. Der Jugendliche gerinnt dadurch restlos zum Objekt, das sich mitleidslos instrumentalisieren lässt wie ein gewöhnlicher Gegenstand, z.B. ein Tisch, ggf. brutal zu behandeln ist, wenn er nicht spurt wie er soll; der zwar Ärger, aber doch keine Ängste bereiten muss, wenn er sich nicht fügt, also auch zu Rachegefühlen nicht unbedingt Anlass bietet.

Auch Nietzsche wusste sich nicht ins Benehmen zu setzen in die Ordnung der herrschenden Philosophie. Nicht gut, befand Neukantianer Heinrich Rickert: “Als Forscher haben wir das Leben begrifflich zu beherrschen und zu befestigen und müssen daher aus der bloß lebendigen Lebenszappelei heraus zur systematischen Weltordnung” (zitiert nach SaNtz, S. 332).

Das schrieb Rickert der von Nietzsche inspirierten Lebensphilosophie 1922 ins Stammbuch, ohne zu reflektieren, dass die Ordnung, die er meint, lediglich, wie er im Zitat selbst eingesteht, gedanklich in ihm existiert, ohne mit der tatsächlichen sozialökonomischen Ordnung auch nur im geringsten zu koinzidieren. Genau das vergisst er: die andere “wirkliche” Realität als die nur in ihm Gedachte. Beide schließt er kurz. Ein Kurzschluss. Funkstille. Als Katastrophe wahrnehmbar aus heutiger Sicht.

Gedankliche Ordnungen versprechen für gewöhnlich mehr als die reale sozialökonomische Ordnung zu halten vermag, sodass die Lebensphilosophie alsbald in großen Teilen ihr “Heil” in der NS-Ordnung suchen und auch finden sollte. Beim Rickert-Kritiker Heidegger können wir sehen, wie so etwas geht. Der folgte der Brutalität des NS-Regimes ohne Groll gegenüber seinen ehemaligen philosophischen auch jüdischen Freunden und Freundinnen, mit denen er munter weiter brieflich korrespondierte, voll von Gefühlen wiewohl – wie Rickert – fühllos den gesellschaftlichen Kontext auf Gedankliches reduzierend, dies in Begleitung von Gefühlen, also auf Gefühle reduzierend, wie als würde er gedacht haben, dass alles, das Ganze, das mit den Juden, so schlimm schon nicht kommen werde.

 

2. Gespenster gedankenlos abwehren wollen (Hannah Arendt)

Rachegefühle drängen sich also von Zeit zu Zeit auf; dann nämlich, wenn es etwas abzuwehren gilt, sich die Realität dem Innenleben und seinen Gespenstern irgendwann aufdrängt, ungefragt, unvermeidlich, vornehmlich wenn das imaginierte Objekt – die Vorstellung von einem Jugendlichen oder einem Nazi – sich mit dem wachsenden Wissen der Zeit über jugendliche Straftäter oder über Nazis, Stalinisten konfrontiert sieht (mit dem Stalinismus, den Holocaust, dem NS-Regime). Dann werden imaginierte Objekt im Innenleben fühlbar im Kontext wachsenden Wissens, zum Leidwesen Kochs (Heideggers) in Differenz zum “tatsächlichen” Straftäter (Nazi); eine sich dabei herausbildende (Innen-Außen-) Differenz gilt es dann mit immer mehr Aufwand zu verdrängen, ggf. mit Gewalt. Dann mutiert der imaginierte jugendliche Straftäter vielleicht doch einmal, allen Abwehrversuchen zum Trotz, zum Gespenst, das im Innenleben herumspukt und weniger martialische Typen wie der schließlich im Seins-Kitsch versackte Heidegger (noch während der NS-Zeit) auch schon mal in Angst und Schrecken versetzt, das es daher abzuwehren gilt, vielleicht indem man sich rechtfertigt beim Schreiben, durch Vorlesungen über Nietzsche während der NS-Zeit, oder aber indem man sich wie Eichmann vom Schreibtisch aus an Juden abreagiert, ohne selbst Hand anlegen zu müssen; immer aber, um das Verdrängte nicht wiederzubeleben, was Heidegger nie gelingen sollte. Dazu sah er im Dritten Reich denn doch etwas zu klar, wiewohl er sich bis zum Schluss mit der Niederlage der Nazis nicht versöhnen wollte, bis sie ihn, die Realität, am Ende denn doch einholte, ohne recht zu wissen, wie er mit den damit verbundenen Gefühlen umgehen sollte. Er hielt sich bis zu seinem Tode tatsächlich für unschuldig, was ihm nicht nur Jaspers vorwarf.

Ganz anders Koch. Einer wie er lässt sich nicht ankränkeln, ohnehin immer andere machen, wozu er selbst zu feige ist. Er ist wie Eichmann Schreibtischtäter; kümmert sich um ein verschärftes Strafrecht, womöglich in vollständiger Weltlosigkeit, verbunden mit Gedankenlosigkeit in dem Maße wie er Rachegefühle weitgehend nicht spürt, weil sie in ihm, wie oben gesagt, allenfalls in Spurenelementen präsent sind.

Dem würde Hannah Arendt, vor der Machtergreifung in Heidegger schwer verliebt, heute vielleicht zustimmen können, die in einem vergleichbaren Zusammenhang den so berühmten wie umstrittenen Ausdruck von der Banalität des Bösen geprägt hat in Bezug auf Massenmörder Adolf Eichmann, aber auch auf Heidegger; er sei charakterlos.

Dazu Rüdiger Safranski in seiner Heidegger-Interpretation: “Karl Jaspers und Hannah Arendt haben sich nach 1945 in einem Briefwechsel darauf verständigt, daß Heidegger offenbar ein Mensch sei, dessen moralische Sensibilität der Leidenschaft seines Denkens nicht gewachsen war. Jaspers schreibt: ‚Kann man als unreine Seele (…) das Reinste sehen?‘ (…) Hannah Arendt antwortet: ‚Was Sie Unreinheit nennen, würde ich Charakterlosigkeit nennen, aber in dem Sinne, daß er buchstäblich keinen hat, bestimmt auch keinen besonders schlechten. Dabei lebt er doch in einer Tiefe und mit einer Leidenschaftlichkeit, die man nicht leicht vergessen kann‘ (29.09.1949)” (SaHei, S. 351f).

Ich meine, schlimmer kann man einen Menschen nicht charakterisieren. Arendt wird diese Beschreibung allerdings im weiteren Verlauf ihres Lebens etwas abmildern. Zu unrecht. Es ist einfach unverstehbar, wie man auf so hohem Niveau so amoralisch sein kann. Hier kann es mit den Begriffen nicht stimmen. Mit dem Begriff der Reinheit. Weltentrückter Seins-Kitsch. Gedankenlos transportiert. Deshalb konnte Eichmann (Heidegger sowieso) in Arendts Augen vor Gericht glaubhaft versichern, gegen Juden eigentlich nichts zu haben (vgl. DP3, S. 7-11); dennoch musste er sie – vom Schreibtisch aus, sozusagen “geschäftsmäßig” – der Vernichtung zuführen, weil er schließlich einen Eid auf den Führer geschworen hatte. Während Heidegger sich – blöder geht’s nun wirklich nicht – von Hitler verzaubern ließ; seinen ganz privaten Mythos zelebrierte. Indes empfand er Groll gegen die herrschende Philosophie. Hier musste mal einer aufräumen, bis auf drei Philosophieprofessoren am besten alle aussortieren. Nur dass Heideggers Philosophie von des Gedankens Blässe wohl auch nicht besonders angekränkelt war.

Den Ausdruck von der Banalität des Bösen haben viele, vielleicht die meisten Juden, ja engste Freundinnen und Freunde unter ihnen, aber auch Nicht-Juden der Jüdin Hannah Arendt nicht verziehen. Vermutlich deshalb, weil sich viele Holocaust-Opfer oder Nicht-Juden, die mit ihnen fühlten, durch Arendts Analyse in ihren Abreaktionsbedürfnissen zunächst ertappt und sodann abgeschnitten fühlten. Das können wir vielleicht sagen; ticken wir doch, die wir mit Opfern generell mitfühlen, gar nicht so anders als die Opfer, ohne zu ahnen, dass wir ohne den Blick auf Täter eine Mentalität transportieren, welche die von strafender Rache geprägte Rechtsprechung auf der Grundlage eines fragilen Verantwortungsbegriffs legitimiert (dazu später mehr). Indes erst mit unseren Rachegefühle, mit denen wir eine fragwürdige Rechtsprechung (gedankenlos) legitimieren, sind wir in der Lage – dadurch dass wir sie spüren und nicht abwehren –, unser Innenleben mit all seinen imaginierten und vernetzten Objekten einer sprachgestützten Reflexion zugänglich zu machen, um zugleich Rachegefühle zu kontrollieren, nicht ausleben müssen, sie aber auch als das zu sehen, was sie sind: gefährlich in all ihren Ausprägungen für das menschliche Zusammenleben, wenn wir dazu neigen, sie abzuwehren bis wir sie nicht mehr spüren. Dann könnten sie uns irgendwann einholen in einer Art von Wiederkehr des Verdrängten, worauf wir dann vielleicht nicht ausreichend vorbereitet sind.

Was indes noch mehr zu schaffen machen könnte, ist die Möglichkeit, dass wir zusammen mit dem traumatisierten Opfer gar nicht so anders ticken als der Täter (vgl. DP4, S. 46-50). Das hieße, eine Verbindung zwischen Täter und Opfer für möglich zu halten, die Scham auslöst, für die sich aber insbesondere das Opfer schämt, sodass sich die Verbindung einer Versprachlichung weitgehend entzieht, um sich dann im Innenleben umso traumatischer zu manifestieren und – wie um das Trauma zu bannen – Opfer zu Täter machen könnte, wenn es dem Opfer nicht gelingt, jene Verbindung (sprachgestützt) zu reflektieren; z.B. über Rachebedürfnisse zu reden, um sie zu verarbeiten, zu kontrollieren. Das wird heute einmal mehr wieder immer schwerer, sodass sich Abreaktionen abzeichnen, die sich grausam zuspitzen könnten. Zum Beispiel Abreaktionen gegen Menschen, die ihre pädophilen oder Vergewaltigungs-Fantasien nicht ausleben, sie aber aus Scham nicht versprachlichen, weil sie sonst geächtet werden. Kurzum: Gedankenlosigkeiten im Nahbereich des Subjekts, wohin man guckt, die Menschen in die Kriminalität treiben können, wenn sie es nicht gelernt haben, ihre Gefühle auch dort zu versprachlichen, wo’s weh tun könnte oder Schuldgefühle hochkommen könnten. Eben weil sie nicht wissen, dass es eine uneinholbare Differenz gibt zwischen Vorstellung (Fantasie) und Realität, eine Vergewaltigungsfantasie also nicht bedeutet, dass sie auch ausgelebt werden will. Das Gegenteil ist exakt der Fall.

Kurzum: Gedankenlosigkeiten im alltäglichen Nahbereich des Subjekts sind immens gefährlich, die daher eine Psychoanalyse jenes Nahbereichs nahelegen, um Kriminalität präventiv zu begegnen und nicht immer erst dann, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist. Das gleiche gilt für psychische Störungen und Krankheiten. Im Vorfeld einer psychischen Krankheit vermag das Subjekt über sich und seine Gespenster verständig zu reden, darüber, wie es mit ihnen umgeht bzw. wie es sein Innenleben gestaltet, wie das z.B. Edgar Selge in einem Interview zur Flüchtlingsproblematik zumindest ansatzweise versucht hat (vgl. T08, S. 115). Wahrleich nicht einfach. Für gewöhnlich erwarten wir das erst, nachdem die Krankheit ausgebrochen ist und damit verbundene Scham- und Schuldgefühle dann nur noch schwer zu kontrollieren sind. Dazu seien die folgenden psychosozialen Voraussetzungen, das Bisherige zusammengenommen, noch einmal zusammenfassend erläutert:

Da wären erstens Erinnerungen und Erfahrungen, die das Subjekt in einem ursprünglichen Sinne mit der realen Welt macht; diesen Erfahrungen macht es im Guten wie Schlechten überwiegend in der Kindheit, die deshalb so grausam sein können, weil Kinder das Reflektieren und Sprechen über Gefühle erst noch lernen müssen und Erwachsene ihnen dabei keine guten Vorbilder sind. Sodann lassen sie die Erinnerungen, wie “es tatsächlich gewesen ist”, später weitgehend im Stich. Dann kann es passieren, dass ihnen als Erwachsene die Erinnerung zu Unrecht in einem zu milden Licht erscheint oder mit “Deckerinnerungen” (Freud) verschüttet werden. Zum Beispiel wenn der sexuelle Missbrauch an Kindern mit “Liebe” verwechselt wird. Aber auch Erfahrungen in der Jugend oder im Erwachsenenalter können massiv traumatisieren, Gespenster in uns heraufbeschwören, wenn jene Erfahrungen besonders grausam sind, z.B. bei Juden, die den Holocaust überlebt haben.

Das in die Traumatisierung sich treiben lassende Subjekt muss zweitens seine Gefühle in imaginäre Gegenstände wie Volk, Führer, Nation, Vaterland, Demokratie, Freiheit, Emanzipation, Arbeiterbewegung etc. projizieren können, um sie zugleich einer verdinglichenden Verwendung entziehen, damit sie für den alltäglichen Nahbereich und die Subjekte, die in diesen involviert sind, an Bedeutung einbüßen. Dort werden die Erlebnisse, etwa solche des Missbrauchs, dann nicht mehr so erlebt, wie sie es vielleicht verdienen, eben weil der Nahbereich sich diskriminiert sieht zur höheren Ehre von Imaginationen wie Volk, Vaterland und Nation, die für sich in Anspruch nehmen, das Ganze zu repräsentieren. Das Ganze ist dann alles, der  Einzelne und sein Nahbereich nichts.

Die Bedeutung jener Imaginationen besteht darin, den Nahbereich oder das Subjekt in ihm genau dann zu diskriminieren, wenn es zu jenen Imaginationen (wie Volk, Vaterland, Emanzipation etc.) kein Verhältnis findet. Spielen Imaginationen im Verhältnis zum alltäglichen Nahbereich eine exorbitant verbindliche Rolle, bleibt das sie begleitende Gefühl im Innenleben gefangen, zumal wenn für das Subjekt jene Imaginationen ein Allgemeininteresse, bzw. den gesellschaftlichen Kontext ganzheitlich repräsentieren; dies hinter dem Rücken des Subjekts; das Gefühl also ganz in jenen imaginären Objekten aufgeht; sich zu bekennen hat zur Geltung ganzheitlich verwendbarer Begriffe wie Nation, Vaterland etc., als wären diese in der Lage, ein Allgemeininteresse zu repräsentieren und zwar primär gegenüber dem alltägliche Nahbereich, der sich an jenen Begriffen – Vaterland, etc. – zu orientieren hat, wenn der Haussegen im Nahbereich nicht schief hängen soll.

In diesem Zusammenhang ist wichtig, dass das Subjekt, wie in (T07 und T08) erörtert, eine verdinglichende Verwendung von Begriffen, auch zu solchen, die es – wie z.B. den Begriff der Emanzipation – positiv besetzt, verweigert oder verfehlt, sodass sie für ein konkretes Subjekt ohne handlungsrelevante Bedeutung bleiben. So mag das Subjekt eine positive Vision im Hinblick auf die Gewährung von Grundrechten transportieren, ohne zu gewahren, dass jene Vision belanglos bleibt, wenn Grundrechte nicht für alle Menschen, einschließlich Straftäter, gelten, und wenn ferner ihre Inanspruchnahme nicht unmittelbar einklagbar ist (vgl. T07, S. 85-92). In diesem Fall entziehen sich jene imaginativen Begriffe einer verdinglichenden Verwendung; sie bleiben frei nach Adorno “leer”, wenn sie im Sinne einer Totalität verwendet werden, als genügten sie sich selbst (vgl. T08, S. 121, Anmerkung).

Drittens mag auf der anderen Seite das Subjekt sich noch so sehr bemühen – es kann nachhaltig nicht verhindern, von der Realität eingeholt zu werden. Sie drängt sich dem Innenleben irgendwann auf – z.B. in Gestalt wachsenden Wissens –, um vom Subjekt verzerrt, für gewöhnlich als ungerecht oder “böse”, wahrgenommen zu werden. Dann reagiert man sich an Wissensträgern auch schon mal ab, mehr oder weniger bewusst, begleitet von wachsenden Rachegefühlen, die ausgelebt werden wollen – bewusst, wenn man Rachegefühle spürt oder spürt, dass sich die Realität dem Innenleben widersetzt und deshalb bekämpft werden muss, ggf. im Krieg bis zur vollständigen Vernichtung. Hier reagiert sich das Subjekt auch schon man eigenhändig ab; in Verbindung mit einer stark verzerrten Realitäts-wahrnehmung oder mehr oder weniger bewusst als Schreibtischtäter, z.B. Eichmann ohne Rachegefühle, weil er ja gegen Juden eigentlich nichts hatte. Oder in kleiner Münze, Jürgen Voges bewusst aggressiv, wie zur Einübung für schlimmere Zeiten, oder Jens Wernicke weniger bewusst, der ja gegen mich vermutlich gar nichts hat (vgl. BB168). Dann weiß er es halt nicht besser. Noch im Prozess in Israel war Eichmann – vollkommen weltentrückt – überzeugt, sich gut zu verteidigen und sich damit der Realität entziehen zu können, nicht zuletzt weil es diese für ihn im Modus psychischer Äquivalenz (vgl. T01, S. 2f) nur in der Vorstellung, d.h. identisch mit der wirklichen Welt gab.

Die genannten psychosozialen Voraussetzungen bringen es mit sich, das unsere Verbindung zu Eichmann darin besteht, dass wir uns zur Sichtweise auf die Realität im Modus psychischer Äquivalenz generell verführt sehen, aus Gewohnheit, weil wir Zeichen, Worte, Bilder immer wieder verwenden, gewohnheitsmäßig, sodass sich der Begriff im Wort, Bild, Zeichen identifiziert sieht – zur nominalen Bezeichnung von etwas. Als sei das Zeichen einer Interpretation in einem umfassenden Verwendungszusammenhang nicht bedürftig.

Dass Begriffe der Interpretation bedürftig sind, ist allgemein anerkannt. Dennoch werden sie oft genug so verwendet, als würden sie – eine feste Identität stiftend – einen (sozialen) Sachverhalt – nicht zuletzt unser Ich – präzise identifizieren, so der Begriff “Realität”, naturalistisch, als käme ihm auf natürliche Weise gegenständliche Realität zu, ohne dass wir gewahren, dass es die Realität als solche – das unergründliche “Ding an sich” (Kant) – in unser aller Vorstellung nicht geben kann, unterschlagend, dass der Realität im eigentlichen Sinne ein erkennbarer, mithin im Innenleben “wirklicher” Gegenstand nicht zukommt. Als stünde einem Gegenstand, z.B. der in den Tee getauchte Kuchen in der Recherche von Proust, ins Gesicht geschrieben, welche Gefühle er auslöst, wenn man sich mit ihm konfrontiert sieht (vgl. DPB, S. 81). Deshalb war Eichmann vollkommen realitätsblind überzeugt, seine Unschuld vor der Welt, so auch vor seinen Richtern, in sich stimmig verteidigen zu können und dem Henker entgehen zu können. Er nahm die Realität extrem verzerrt wahr; wusste nicht, wo er sich befand, mit was und wem er es um sich herum zu tun hatte.

So etwas passiert uns ständig. Dem können wir letztendlich nur begegnen, indem wir mit anderen Menschen kommunizieren und die Kommunikation möglichst nicht abbrechen, sich dieser auch gewachsen zeigen, wenn sie schwieriger wird. Immer weniger Menschen sind dazu in der Lage bei immer kleineren Anlässen, weil sie sich nur noch gut “unterhalten” wollen, Unterhaltung als Selbstzweck betrachten ohne weitergehende Ziele. Vielleicht nehmen psychische Störungen, wenn sie denn zunehmen, deshalb zu.

Dass man psychisch “gefährdet” sein könnte, ist vielleicht in Augenblicken spürbar, wo wir Beziehungen beenden oder uns der Kommunikation entziehen. Dann meldet sich das schlechte Gewissen, wenn nicht sogar ein Gespenst in uns. Wie bei Heidegger als er seine jüdische Freundin nicht mehr kannte, weil er sich von Hitler verzaubern ließ, er sich mächtig viel einbildete auf seinen Mut zur Schuld und seine philosophischen Fähigkeit zu entmythologisieren. Das sind Erfahrungen, die wir regelmäßig machen und interaktiv oftmals nicht zureichend verarbeiten, obwohl wir es müssten, um nicht ins sogenannte “Böse” abzugleiten. Hört sich banal an, ein Leichtes, das schwer zu machen ist [1].

Schon Hannah Arendts Ausdruck von der “Banalität des Bösen” legt nahe, dass es eine Verbindung zwischen uns, der sogenannten Normalität, und Massenmörder Eichmann gibt, die wir in uns notwendig erzeugen, als gebe es so etwas wie den Begriff einer Erbsünde; die gibt es natürlich nicht. Doch lässt sie den Begriff der Verantwortung fragwürdig erscheinen. Tatsächlich hat dieser mit der Realität nichts zu tun, auch wenn wir den Begriff unentwegt verwenden als würde er “wirkliche” Realität”, mit sich selbst identisch, bezeichnen. Es gibt ihn lediglich als Konstrukt (Vorstellung), die wir für “wirklich” erachten, damit Gerichte im Sinne der Opfer guten Gewissens Recht sprechen können. Dabei geht es nicht um Schuld, sondern nur darum, uns vor Straftätern zu schützen. Täter werden verantwortlich gemacht, ohne es “tatsächlich” zu sein, was die Ächtung exorbitanter Strafen, namentlich der Todesstrafe rechtfertigen müsste, zumal sie Abreaktionen transportieren, die unser Reflexionsvermögen bis zur vollständigen Gedankenlosigkeit begrenzen.

Vermutlich haben wir hier einen der Gründe, warum ich nicht müde werde, dafür zu plädieren, Gewalt, v.a. aber physische Gewalt, in all ihren Ausprägungen zu ächten, auch wenn es Ausnahmesituationen geben mag, in denen sie kaum zu vermeiden ist, z.B. in Situationen, in denen Menschen – wie nach dem zweiten Weltkrieg – massiv unter Traumatisierungen leiden. Täter sind traumatisiert und bannen diese ihre Traumatisierung durch Abreaktionen, die, wenn sie psychisch dazu nicht in der Lage sind, andere, z.B. Gerichte, vornehmen lassen gegen Menschen, die es angeblich verdient haben, Menschwürde nicht verdienen.

Es kann gut sein, dass uns Ausnahmesituationen – transgenerativ – tief in den Knochen stecken, solche im Zweiten Weltkrieg oder in heutigen Kriegen, die wir nicht hinreichend verarbeiten, sodass wir sie ungebremst – sozusagen überhistorisch oder transgenerativ – auch in Situationen projizieren, denen ein Ausnahmestatus eigentlich nicht zukommt. Davon lebt unsere Kultur. Kriegsfilme von Steven Spielberg, z.B. “Der Soldat James Ryan”, zeugen davon; auch “Schindlers Liste”, sowie der neue Film “1917” von Spielbergs Freund Sam Mendes, dessen Bilder großes Leid richtiggehend feinfühlig registrieren, um es zugleich zu “verschlüsseln” (vgl. T06, S. 62f), unter anderem dadurch, dass sie Vorgänge der Verarbeitung in rührselige Soße tauchen, die eine hinreichende Verarbeitung von Leiderfahrungen bis heute untergraben, um Gewalt immerzu weiter zu rechtfertigen. Unsere alltäglichen Nachrichten tragen entscheidend dazu bei, Ausnahmesituationen so zu inszenieren, dass sie es unausgesprochen gestatten, die Anwendung von Gewalt zu rechtfertigen. Unser Privatleben bleibt davon nicht unberührt, die wir täglich Nachrichten konsumieren. Der tägliche Nachrichtenkonsum könnte psychische und physische Gewalt in den privaten Beziehungen befördern, was wiederum dazu beitragen könnte, Kriege als letztes Mittel gutzuheißen oder die Auslebung verinnerlichter Gewaltpotentiale (Todesstrafe, Liquidierung mutmaßlicher Terroristen, Aufrüstung, Kriege in aller Welt) zu legitimieren.

Ein Film wie Schindlers Liste berührt zweifellos stark; nur trägt er nicht das Geringste dazu bei, Gewalt an Menschen uneingeschränkt zu ächten. Dergestalt ist Spielbergs Kunst Teil einer westlichen Kultur, die unentwegt Ausnahmesituationen wie z.B. Regimewechsel im Irak, in Syrien oder Libyen inszeniert, gegen das “Böse” schlechthin, das sich angeblich nur mit Gewalt bekämpfen lässt, im Namen von Demokratie und Freiheit, versteht sich. Die Folge: Kriege ohne Ende; die genannten Länder kommen für Jahrzehnte nicht zu Ruhe.

Die USA und Israel sind hier ganz vorn mit dabei und liefern damit dem Terror in der Welt beständig neue Nahrung. In diesem Kontext gerinnt der Feind zum inneren Gespenst (so der Araber für den Israeli wie der Israeli für den Araber), dem es sich in der realen Welt zu entledigen gilt, ein Prozess, den die Politik zusammen mit der veröffentlichen Meinung geradezu auf die Spitze treibt, zu dem es, wie gesagt, eine Verbindung gibt zu unser aller Innenleben, das wir Tag für Tag in uns reproduzieren – bis, ja bis der Krug bricht, den wir unentwegt zum Brunnen tragen.

Ich sage ausdrücklich “wir”, weil auch ich mich verantwortlich fühle, diesen Prozess möglichst so zu reflektieren, dass die Gewaltbereitschaft in uns einer Verarbeitung zugänglich ist, v.a. aber bleibt, sodass sie sich so wenig wie möglich ausleben muss. Damit die Würde des Menschen im Sinne eines Allgemeininteresses endlich etwas gilt (vgl. DPB, S. 71f, T07, S. 92f). Bislang gilt sie nichts. Man möchte Konflikte körperlich (mit dem Leib) ausleben. Dafür stand Nietzsches Zarathustra Pate [2]. Ein kruder hermeneutischer Ansatz, von Nitzsche-Interpret Safranski allerdings im Sinne einer seelischen Katastrophe nicht zureichend herausgearbeitet. Vielleicht spukt Nietzsche in seinem Inneren ja als Gespenst herum, ohne dass es ihm bislang gelungen wäre, es einer verarbeitenden Reflexion auszusetzen. Doch nicht etwa weil er ehrfürchtige Angst vor den “großen Geistern” der Geschichte hat und deshalb massive Kritik scheut?

 

3. Verblödung heute durch vergebliche Abwehr

Die im Bundestag vertretenen Parteien, die Partei “Die Linke” (PDL) eingeschlossen, interessieren sich für die Würde des Menschen zu wenig, eigentlich gar nicht, gibt es doch Würde nur ganz, für alle Menschen, oder gar nicht. Der Grund ihres Desinteresses ist “strukturell” und könnte darin liegen, dass Linke wie ihre politischen Gegner glauben, die Welt der Grausamkeiten hätte mit ihrem Innenleben – wie sie es gestalten – nichts zu tun. Derart sind sie nicht überzeugend, jedenfalls nicht “Vorbild” für andere genug. Ob ich es bin, weiß ich nicht. Das darf allerdings massive Kritik nicht ausschließen, die wir ertragen müssen, um unsere Vorbildfunktion nicht von vornherein aufs Spiel zu setzen. Die PDL hat sie längst aufs Spiel gesetzt; gefolgt von der NGfP (www.ngfp.de); die meine Kritik an ihren Linken nicht erträgt; weil sie zu massiv sei, bedeutet man mir. Dabei muss Kritik massiv sein, um wahrgenommen zu werden.

Ohne Selbstkritik bewegen sich Linke seit Ewigkeiten, aus (Ehr-)Furcht ihren Gespenstern gegenüber, in ihren Wohlfühl-Blasen, als gebe es aus ihnen kein Entrinnen, wiewohl sie sich am Ende immer eingeholt sehen von der Realität. Von diesem sozialen Sachverhalt zeugen ihre abergläubischen sozial- und ökonomietheoretischen Bemühungen seit Jahr und Tag. Seit dem Tode von Marx, der fortan als Gespenst in unseren Köpfen herumgeistern sollte (vgl. BrK01), nichts Neues im Westen, allemal z.B. bei Christoph Butterwegge, der, jedenfalls mich, mit seinem neuen Buch einmal mehr nervt (vgl. BuCh2). Seine frei zugänglichen Texte im Internet deuten darauf hin, dass er Systemkontext unserer Ökonomie verfehlt, indem er ihn auf ein Verteilungsproblem reduziert und damit dem abergläubischen Machtinstinkten der Partei “Die Linke” entgegenkommt: Sie will in Parlamenten und Regierungen einfach nur mitmischen, um sich persönlich die Taschen zu füllen. Weil sie sonst, oftmals ohne (abgeschlossene) Berufsausbildung (Studium), in die Abhängigkeit von Hartz-IV geraten könnten. Warum sagen sie nicht, dass sie Angst vor Hartz-IV haben, davor, dass dieses unsägliche Gesetz in ihnen herumspukt? Ganz einfach: man würde ihnen ihren Dreck nicht abkaufen, sie nicht mehr wählen. Also verdrängen sie diesen betrüblichen Sachverhalt bis zur Unkenntlichkeit. Sie werden diesen Spuk nicht los, selbst nachdem sie es nach oben “geschafft” haben. Zurzeit kursieren Ideen einer Fusion von PDL und SPD – doch nicht etwa mit dem Ziel, gemeinsam bei Wahlen im 10%-Turm zu landen? Man mag ja die Realität bis zur Unkenntlichkeit verdrängen; allein sie holt einen immer wieder ein. Nicht zuletzt durch mehr Wissen: massive Kritik. Unter anderem an Figuren wie Butterwegge.

Dass Butterwegge Hartz-IV kritisiert (vgl. BuCh1), macht die Kritik an ihm nicht weniger legitim. Im Gegenteil. Wir kennen solche Kritiker. Überall, wo sie zu etwas mehr Macht kommen, interessieren sie sich für ihr Geschwätz von gestern nicht mehr. Darauf deuten schon ihre theoretischen Bemühungen hin.

Schon die Leseprobe von Butterwegges Buch auf www.buecher.de (vgl. BuCh2) verspricht diesbezüglich nichts Gutes. So die einzelnen Überschriften des letzten Kapitels “6.6 Zukunftsaussichten einer zerrissenen Republik”, wo der Mindestlohn zu einem Lebenslohn entwickelt (6.6.1) sowie eine solidarische Bürgerversicherung und soziale Mindestsicherung für einen inklusiven Sozialstaat eingerichtet werden soll (6.6.2). Und nicht zu vergessen wird noch für eine Abschöpfung des Reichtums, sprich: Vergesellschaftung und / oder Umverteilung von oben nach unten, plädiert (6.6.3).

Kurz: man gefällt sich in schön klingenden Begriffen wie Lebenslohn, Vergesellschaftung, Abschöpfung von Reichtum, die, schaut man genauer hin, Bezug zur Realität vermissen lassen. Einmal an der Macht, macht man den “Frank-Walter Steinmeier” und gefällt sich dann nur noch in salbungsvollen Reden, ganz besonders zu Weihnachten oder ins neue Jahr hinein, für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Geht’s noch ekelhafter?

Muss man sich angesichts dieser trüben Aussichten auf hunderten von Seiten durch Butterwegges Buch wühlen? Ich habe mich durch solche Werke zu oft durchgewühlt, um immer wieder zu erfahren, dass auch Butterwegge hier einmal mehr unterschlägt, dass der Reichtum der Superreichen lediglich auf dem Papier (in Gestalt wertloser Schuldtitel) existiert, auf denen freilich ein Währungszeichens vermerkt ist, um anzuzeigen, dass diese Papiere richtiges Geld (Zinsen) wie aus einem Schneeballsystem heraus generieren, was die soziale Ungleichheit in der Tat beschleunigt. Diese löst sich allerdings nicht dadurch auf, dass man Zinsen, aus wertlosen Papieren generiert, den Armen gibt; die natürlich irgendwann versiegen, nachdem die Schuldenblase nichts mehr hergibt, weil jene exponentiell wachsenden Schuldtitel mit immer mehr Geld bedient werden müssen, um immer weniger bis gar keine Zinsen mehr generieren zu können. Außerdem existieren die wertlosen Papiere nur deshalb, weil sie den Armen nicht gehören. Mit dem Ziel, sie im Müll zu entsorgen.

Alles könnte, oh Schreck, darauf hinauslaufen, dass man den Bedürftigen und Armen Geld aushändigen könnte, ohne dass es zuvor kreditinduziert geschöpft worden wäre, also am Kredit vorbei (vgl. VGeld). Ex-EZB-Chef Draghi glaubte noch während seiner Amtszeit nicht mehr an eine Politik des sogenannten billigen Geldes und stellt deshalb Überlegungen an, Geld zu drucken, um es dem Staat und den Bürgern direkt zu geben; ein erster Schritt, die Verwendung des Geldes an das Bedürfnis zu binden? (vgl. DrGi, ferner WiMg, S. 10, Anm. 5 u. 6). Geht gar nicht. Täte man das, wären Spekulationsgewinne obsolet; sie hätten mit einem Schlag keine ökonomische Funktion mehr. Der Bürger wäre nicht mehr erpressbar, im Müll nicht mehr entsorgbar.

Nun wird man die Maschine zum Gelddrucken für unsere Superreichen mit negativen Zinsen retten wollen. Das macht es wahrscheinlich, dass wir sie bekommen zusammen mit der Abschaffung des Bargeldes. Davor möchten uns ausgerechnet reinrassige Neoliberale wie Ex-EZB-Präsident Draghi oder Monetarist Milton Friedman bewahren. Geht erst recht nicht. Der Kampfbegriff “anti-neoliberal” unserer einfältigen Linken wäre dahin. Sie wüssten dann nicht mehr, warum es sie gibt. Dagegen wehren sich Linke mit Händen und Füssen, schon damals im Jahre 2005 in der WASG, als ich dort das sogenannte Helikopter-Konzept versucht habe vorzustellen. Darauf haben gewisse WASG- und ehemalige SED-Repräsentanten geradezu cholerisch reagiert. Geht’s noch absurder?

Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass eine Umverteilung von oben nach unten auf der Basis kreditinduzierter Geldschöpfung nicht nachhaltig funktioniert, wie die Riester-Rente übrigens zeigt. Man schmeißt Geld in sie hinein, um es buchstäblich für (Super-) Reiche und Besserverdienende verdampfen zu lassen. Eben wegen der Nullzinspolitik der Zentralbanken. Irgendwann könnten negative Zinsen unvermeidlich sein, um privilegierte Einkommen und Sozialstaat zu retten durch ausufernde Finanzierung von Unsinns-Produktionen nach Keynes (vgl. WiMg, S. 10, Anm. 5).

Das alles und anderes mehr bringt die kapitalverwertende Produktion auf der Basis von Mehrwertproduktion mit sich, die es real nicht mehr gibt, die es aber geben muss im Kapitalismus, und die deshalb auf der Basis wachsender Schulden simuliert wird. Das könnte Butterwegge in (DP2) nachlesen, nimmt es aber nicht zur Kenntnis. Seit Jahren schon nicht wie seine linken Freundinnen und Freunde. Schließlich will er sich die Verkaufsnische für seine Bücher nicht verderben. Jedenfalls bekommt er seit Jahren meine Bürgerbriefe. Mit einer spürbaren Reaktion darauf würde er endlich mal überraschen; vielleicht mit ökonomischen Problemstellungen konfrontiert, von denen er noch nie gehört hat. Stattdessen ignoriert er, was ihm nicht in den Kram passt, jedenfalls öffentlich, und zieht es stattdessen wohl vor, dass auch ich irgendwann mal als Gespenst in seinem Innenleben herumspuke.

Bei mir liegt der Fall anders: Butterwegge spukt mittlerweile in der Tat in mir herum als entfernte, unwirkliche Person, die ich nicht verstehe, weil er für mich nur als Gespenst existiert und sich als Gespenst nicht befragen lässt; wiewohl es sich in mir von Zeit zu Zeit meldet, allerdings ohne auf Fragen zu reagieren.

Butterwegge ist nicht der einzige, der sich mit Inkompetenz hervortut. Gleiches gilt für Marc Friedrich, der zusammen mit seinem Partner Mathias Weik den Bestseller “Der größte Crash aller Zeiten” geschrieben hat. Jedenfalls muss sich Friedrich vom bräsigen Keynesianer Peter Bofinger in einem Spiegel-Streitgespräch erklären lassen, dass die Zentralbank-Geldmenge kreditinduziert nur moderat steigt bei sinkenden Zinsen (vgl. BoFr) und auch kontrollierbar stiege selbst bei negativen Zinsen.

Zentralbank-Geld ist das Geld, mit dem Bürger einkaufen und Unternehmen in die reale Produktion investieren können, auch wenn dies zunehmend über Kreditkarte/Bankguthaben – ohne Papiergeld und Münzen – geschieht. Investieren und einkaufen tun Bürger und Staat laut Bofinger allerdings nur unzureichend, sodass man sie mit sinkenden Zinsen und staatlichen, bzw. staatlich geförderten Investitionen ermuntern muss – durch deficit-spending nach Keynes – und auch könnte, ohne dass hohe Inflationsraten zu erwarten wären.

Wie das systemintern funktioniert, weiß Friedrich ganz offensichtlich nicht; und weiß deshalb auch nicht, warum “der größte Crash aller Zeiten” nicht kommen muss, nämlich dann nicht, wenn lediglich die Masse geldferner Wertpapiere wie Bundes- oder Unternehmensanleihen mit Hilfe sinkender Zinsen steigt – getrennt vom Geld, das zum Einkaufen und Investieren tatsächlich zur Verfügung steht, wohlgemerkt zum Investieren in die Realproduktion und nicht in Aktien oder andere geldferne Papiere zu Spekulationszwecken.

Sinkende Zinsen bis in den Negativbereich sorgen sogar dafür, dass der Crash (vermutlich zum Leidwesen Friedrichs und seiner Kunden, die nach zinsbringenden Anlagen lechzen) ausbleiben muss, jedenfalls solange der Staat dafür sorgt, dass das geliehene Geld in die Produktion von Unsinn – z.B. Aufrüstung und Kriege – investiert wird, also nicht in das, was die (Welt-) Bevölkerung real ernährt. Was lernen wir aus dem Streitgespräch? Nicht viel, außer dass es ernüchternd ist, wie wenig es braucht, um Bestseller zu landen.

 

Anmerkungen

[1] Das wusste der von Heidegger immens verehrte Nietzsche: erkannte Wahrheiten können so einfach sein, sind aber ganz und gar nicht einfach aussprechbar, ohne sich restlos zu blamieren. Nietzsche hat sich mehrere Jahre dem Ausdruck der “Ewigen Wiederkehr” sowie dem “Übermenschen” annähern müssen, klammheimlich, still und leise, um beides schließlich in der Öffentlichkeit, im “Zarathustra”, zu vertreten (vgl. SaNtz, S. 286f). Banal und aufwendig, sprachlich schön verpackt. Aus meiner Sicht “dummes Zeug”, das sich nicht “schön” reden lässt.

[2] Man will Konflikte körperlich, nicht definitiv gedämpft, ausleben; d.h. orientiert an Grundrechten, die alle in Anspruch nehmen können müssen, einschließlich Straftäter. Unsere Gefühle mögen sich dagegen wehren; deshalb müssen wir Grundrechte definitiv für alle wollen.

Quellen

BB168: Franz Witsch. Was wir von Greta Thunberg auch über uns lernen können.

http://film-und-politik.de/Politik/BB-bis200.pdf (S. 173)

BrK01: Klaus-Jürgen Bruder: Von der Notwendigkeit, das Gespräch mit den Gespenstern zu führen.

http://web.fu-berlin.de/postmoderne-psych/texte/bruder_gespenster.htm

BuCh1: Christoph Butterwegge, Auf dem Weg zu einem neuen Sozialstaat?

KN vom 13.02.2019

https://kritisches-netzwerk.de/forum/auf-dem-weg-zu-einem-neuen-sozialstaat

BuCh2: Christoph Butterwegge, Die zerrissene Republik, Weinheim Basel 2020 (Verlag Belz Juventa)

BoFr: Spiegel-Streitgespräch: “Also immer mehr Geld drucken?” “Es wird kein Geld gedruckt”. Marc Friedrich prophezeit den “größten Crash aller Zeiten”, Bofinger hält das für Quatsch. Der Spiegel 52/2019.

DPB: Franz Witsch. Die Politisierung des Bürgers, 1. Teil: Zum Begriff der Teilhabe. Norderstedt 2015 (1. Auflage 2009)

DP2: Franz Witsch. Die Politisierung des Bürgers, 2. Teil: Mehrwert und Moral, Norderstedt 2017 (1. Auflage 2012).

DP3: Franz Witsch. Die Politisierung des Bürgers, 3. Teil: Vom Gefühl zur Moral. Norderstedt 2017 (1. Auflage 2013).

DP4: Franz Witsch. Die Politisierung des Bürgers, 4. Teil: Theorie der Gefühle. Norderstedt 2015 (1. Auflage 2013).

DrGi: Letzter Ausweg Helikopter-Geld? EZB-Präsident Draghi nannte einen Geldregen für Verbraucher kürzlich ein “sehr interessantes Konzept”

Telepolis vom 06.04.2016, von Ralf Streck

https://heise.de/-3379421

SaHei: Rüdiger Safranski. Ein Meister aus Deutschland. Heidegger und seine Zeit.

Frankfurt /Main 2001, 9. Auflage 2015, erstmals erschienen 1994.

SaNtz: Rüdiger Safranski. Nitzsche. Biographie seines Denkens. Frankfurt/Main 2002, 8. Auflage 2018, erstmals erschienen 2000.

T01: Franz Witsch, Störfall oder das Zeichen will nichts mehr bedeuten

http://film-und-politik.de/Politik/K14.pdf (S. 2-7)

T02: Franz Witsch, Begreifen, was man sagt

http://film-und-politik.de/Politik/K14.pdf (S. 8-18)

T03: Franz Witsch. „Projektive Identifizierung“ oder unreflektiert existiert das Zeichen im Einklang mit dem Gefühl

http://film-und-politik.de/Politik/K14.pdf (S. 19-27)

T06: Franz Witsch. Psychopathologisierung sozialer Strukturen

http://film-und-politik.de/Politik/K14.pdf (S. 56-84)

T07: Franz Witsch. Die herrschende Sozialtheorie: nicht gesellschaftsfähig

http://film-und-politik.de/Politik/K14.pdf (S. 85-125)

T08: Verlogen auf der Basis einer mit sich selbst identischen Moral

http://film-und-politik.de/Politik/K14.pdf (S. 126-125)

VGeld: Monetäre Staatsfinanzierung durch Helikoptergeld. Quantitative Easing als Direktfinanzierung staatlicher Ausgaben durch die Zentralbank. Aus: Vollgeld. Website für Analyse und Reform des Geldsystems von Joseph Huber

https://vollgeld.page/monetaere-staatsfinanzierung

WiMg: Franz Witsch. Erzeugt der Kapitalismus das Flüchtlingsproblem?

http://film-und-politik.de/Politik/WIF-MIG.pdf

 







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