Viele Nationen bei der Internationalen Woche gegen Rassismus im Atelier Mario Andruet

14.03.18
SaarlandSaarland, News 

 

Von Atelier Mario Andruet                                                                           

Kurdisch, Arabisch, Französisch, Deutsch, Englisch, Spanisch und die Dialekte der Saarwellingen umliegenden Dörfer – in diesem Sprachgemisch verständigten sich ohne Probleme die Besucher und Künstler. Sie trafen sich im Atelier Mario Andruet zum Austausch über Kunstwerke, zur Diskussion über manches noch in der Entstehung begriffene Werk, zu kurdischer Musik von Salah und Khalil   und zu Kaffee und Kuchen.

Das Besondere: Jeder Künstler, unabhängig von seinen Sprachkenntnissen, stellte seine Werke selber vor und war dann sofort im angeregten Gespräch. Rassismus war ein Thema, das jeden berührte; vorgelebt wurde hier das Gegenteil.

In der Kunst des syrischen Kurden Kadro spiegeln sich, wie er selbst sagte, seine gesellschaftlichen und philosophischen Themen wider, die er zurücklassen musste. Sein Landsmann Haider präsentierte Radierungen und Grafiken der inzwischen zerstörten Altstadt von Aleppo, die er noch dort angefertigt hatte, deren Spiel mit Licht und Schatten, harten und filigranen Linien begeisterte.

Der aus Damaskus stammende Maher wagte erst hier in Deutschland seine ersten künstlerischen Schritte und wählte als eines seiner ersten Motive die Loreley, weil ihm die Sage so gut gefällt. Sein Mentor, Wolfgang Milbradt, stellte seinerseits das Flüchtlingsporträt eines Afrikaners aus, der versucht, nach Spanien zu kommen, abgehalten vom Stacheldraht, vor düsterem Hintergrund. Mario Andruet sprach über ein gerade begonnenes Werk, eines seiner typischen riesigen Triptychen, diesmal im Breitformat: eine kurdische Mutter mit ihrem toten Kind im Arm, getroffen von einer Kugel aus einem in Deutschland gebauten Gewehr.

Nebenbei und doch immens wichtig stellte sich dann auch schon einmal die Frage, wie eine kurdische Familie mit einem ganz kleinen Baby eine Wohnung ohne Schimmelbefall und mit besserer öffentlicher Anbindung findet, ob es eine Möglichkeit für einen begabten syrischen Grafiker mit Hochschulstudium gibt, dass er einen Arbeitsraum erhält, oder wie weitere interkulturelle Aktivitäten ins Auge gefasst werden können.

Diesen Austausch wollen wir fördern, so Waltraud Andruet,  mit dem Projektträger „500 Landinitiativen“ zu dem Thema:  KUNST BEWEGT MENSCHEN“. Das Projekt hat das Ziel, Menschen mit und ohne Migrationsbiografie durch künstlerische Betätigung spartenübergreifend zusammenzubringen und mögliche Stereotype abzubauen.

Einig waren sich alle darin, dass das künstlerische Potential, das die Flüchtlinge mitbringen, noch kaum beachtet oder gar gewürdigt wird. Diese Ausstellung ist daher ein Schritt in die richtige Richtung. Sie leitet weitere Aktionen der Woche gegen Rassismus in Saarwellingen ein:

14.3. um 19.00 Uhr Atelier Mario Andruet: Vortrag von Prof. Bernhardt Haupert zum Thema „Rassismus, Faschismus und alter/neuer Populismus“

16.3. um 16.00 Uhr Mahnwache am Schlossplatz Saarwellingen gegen Rassismus, zugleich zur aktuellen Lage im Nahen Osten/Syrien

17.3. um 11.00 Uhr. Aktion Stolpersteine zum Putzen der Steine in der Gemeinde Saarwellingen, Treffpunkt Schlossplatz Saarwellingen







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