Hans-Dieter Wege zum Leserbrief von Benno Mulzer vom 01.07.2010

02.07.10
LeserbriefeLeserbriefe 

 

Benno Mulzer schrieb u.a.:

"Zur Information: Ein Lediger hätte derzeit Euro 1.270,00 netto, wenn der geforderte Mindestlohn der Linken von Euro 10,00 gelten würde. Meine persönliche Meinung ist, dass die Menschen von jemandem, der Beispiele von anderen Ländern bringt usw. überfordert sind und uns daher nur für Schwätzer halten, deren Forderungen nicht realisierbar sind. Daher hast Du auch die Zustimmung von Bernd Kudanek (der Menschen, die von anderen Parteimitgliedern gewählt und aufgestellt wurden, die Fähigkeiten abspricht Linke Ziele zu verfolgen) erhalten."

Da mich diese Angaben zum Nettolohn des Herrn Mulzer überraschten, habe ich seine Angaben einmal nachgeprüft. Auch ich bin von einem ledigen Arbeitnehmer ausgegangen, der 38 Stunden in der Woche arbeitet und keine Kirchensteuern zahlen muss.
Laut dem Gehaltsrechner beträgt hiernach der monatliche Nettolohn 1149,56 Euro.

Weiterhin schrieb Herr Mulzer: "Lieber Bernd, bitte diskutiere die von Dir angesprochenen Fehler in der Linken mit Parteimitgliedern.Z.B. wäre ein Vorschlag in der Programmdiskussion eher angebracht und Du würdest uns, die den ganzen Tag "auf Arbeit" sind, die Möglichkeit geben an Ihrem Arbeitsplatz für "Die Linke" zu werben, statt unsere innerparteilichen Diskussionen erklären zu müssen."

Leider finde ich den Hinweis an Bernd Irmler "uns, die den ganzen Tag auf Arbeit sind" als eine Art Vorwurf, der ja eigentlich an alle Erwerbslosen gerichtet ist, die sich an den linken Diskussionen beteiligen.
Und ob die Aufrechterhaltung einer 38 Stundenwoche, nur um auf einen einigermaßen ausreichenden Nettolohn zu kommen wirklich s o z i a l ist, muss wie ich glaube, selbst in der Partei die sich die Linke nennt nicht mehr diskutiert werden.

Außer, man ist vielleicht der Meinung eines Klaus Ernst, der kürzlich in einem Interview in Bremen auf die Frage, ob er Vollbschäftigung für möglich halte, dies im Prinzip bejahte.

www.dielinke-bremen.de/nc/politik/aktuell/detail/zurueck/bremennews/artikel/gewerkschaftspolitische-konferenz-entwickelte-perspektiven-einer-besseren-arbeitswelt-fuer-alle/

Zumindest ein Mindestlohn von 10 Euro dürfte bei gleicher Beteiligung aller erwerbsfähigen Menschen an der vorhandenen Lohnarbeit auf gar keinen Fall mehr ausreichen und da ja auch die Partei die Linke immer auf die Mindestlöhne in anderen EU-Staaten hinweist, muss es auch das legitime Recht eines Bernd Irmler bleiben solche auf das Ausland bezogene bessere Vorschläge möglichst vielen Menschen zu unterbreiten und zwar innerhalb und außerhalb der Partei die Linke.

Und zwar auch dann, wenn er wie Millionen anderer Menschen in Deutschland im Prinzip gezwungener Maßen "n i c h t auf Arbeit ist" oder besser formoliert, nicht an der profitorientierten Lohnarbeit teilhaben kann.

Solidarische Grüße

Hans-Dieter Wege

PS: Ich musste mich hierzu einfach einmischen, obwohl mir alle 3 Personen n i c h t persönlich bekannt sind. 



Leserbrief von Benno Mulzer zum Kommentar von Bernd Irmler am 23.06.2010 - 01-07-10 14:25




<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz