Leserbrief von Chris Sedlmair zu "LINKE.Bayern: Michael Wendl zurückgetreten"

05.07.10
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Liebe Edith

Ein guter Artikel, aber ich muß jetzt die Wendl-Wähler in Schutz nehmen. Die Stimmung im LV Bayern war derart aufgeladen auf beiden Seiten, daß die kursierende Liste von Wendl-Zitaten als unüberprüfbare Liste von Aussagen angesehen werden konnte, die aus dem Zusammenahng gerissen hätten sein können. Es spricht für die Delegierten, daß sie darauf größtenteils nicht reagiert haben. (Nein, das ist kein Vorwurf an den Urheber, sondern der Versuch einer Erklärung) Der Wunsch die Spaltung konstruktiv und kooperativ mit der jeweiligen Gegnseite zu überwinden ist denke ich zumindest bei den meisten Delegierten vorhanden. In anderen LVs wurden ähnliche Pattsituationen oberflächlich unvereinbarer Blöcke mitunter auch mit volksnahen Saalschlägereien versucht zu lösen. Das spricht dafür, daß jetzt mit dem Ausscheiden Wendls eine Chance zur wiederherstellugn der Einheit gibt. Die Alternative zu Wendl ist bekannt und sollte nun einvernehmlich von beiden Blöcken den Delegierten empfohlen werden. Das wäre wieder eine Landesführung, die die gesamte Partei vertritt. Auch sollte man davon Abstand nehmen, die restlichen Mitglieder des Landesvorstands für Wendls Verfehlungen in Sippenhaft zu nehmen. Inhaltliche Differenzen müssen diskuiert und über eine Zeit ausgehalten werden und können nicht über die Personalfrage "gelöst" werden, auch wenn der Gedanke verführerisch erscheint. DIE LINKE braucht selbständig denkende Menschen, die sich nicht durch einzelnen Pamphleten (So richtig sie auch sein mögen!!!) von einer mittelfristig getroffenen entscheidung abbringen lassen. Nachdem Wendl die Partei und vor allem "seine" Delegierten so enttäuscht hat, wäre es das richtige Signal der nun bekanntermaßen zu Unrecht knapp abgelehnte Alternative als der richtigen Lösung für das Presonalproblem und die zu überbrückende Kluft in der Landespartei eine wirkliche Chance zu geben. Es kann auf Dauer nicht gut für die Partei sein, daß wir ständig 50:45 oder 45:55 nach den Wahl-Landesparteitagen auseinandergehen.

Ich hoffe man verzeiht mir, daß ich meinen Leserbrief für weitergehende Ausführungen zur Situation in der bayerischen LINKEN ausgebaut habe.

Solidarische Grüße

Chris Sedlmair 



LINKE.Bayern: Michael Wendl zurückgetreten - 04-07-10 22:25




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