Leserbrief von Rainer Schäfchen zur Entwicklung von SALZ

12.07.10
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Hei, Ihr Lieben,

"solch" kritische Artikel zur Struktur der Linken lese ich mit sehr großem Interesse.

Ich habe mich schon vor Jahren aus eigenen leidvollen Erfahrungen mit den "Gegebenheiten der Menschen in Gruppen" beschäftigt, der "Gruppendynamik" meinetwegen.

Die Entwicklung der Linken verläuft überall gleich, nur die Namen und Details unterscheiden sich. Aber kommen wir hier mal zum SALZ, man könnte auch die "Moderne Solidarität" nehmen, ph! oder die LiMAK (besser: deren Reklamegetöse!).

Immer setzen sich nach den Initiativen einer Basis die vermeintlichen "Kenner" (Allesbessiwissis) und die "Alten" an die Spitze ... nach einer adhoc Aktion ist das Pulver verschossen und von nun an werden die Bälle flach gehalten. Das ist die typische Entwicklung von Machtverhalten der Menschen "niedrigen Niveaus". Meist in unfreiwilliger Sippenhaft, denn alle Beteiligten, die sich das gefallen lassen ... hängen dort Gefangen und Befangen drin rum, bis das Ganze endlich (meist) qualvoll zerfällt. Das kann Jahrzehnte dauern. In dieser Zeit bilden sich diese Seilschaften, das sind treue Gefolgsleute die nicken und nachbabbeln können, früher im feudalen Mittelalter: Hofstaat. Nach Arno Gruen: "Macht reduziert das Denken", dazu rechnet Herr Gruen auch die "hulluzinierte" Macht. Ich meine noch dazu: Macht stumpft die Sensibilität ab ... der Folge ist der Verlust zur Gemeinde, zum Sozi = Mitmensch/en.

Das SALZ habe ich noch neu voller Hoffnung begrüßt und sofort auf deren Webseite nachgesehen, was dort geschieht, die ersten Wochen immer und immer wieder. Dort haben sich alle Profeuers und Le Docteurs an der Spitze niedergelassen, eine Veranstaltung ... und  - siehe oben - sie hatten fertig. Von denen wird nie wieder was kommen. Datt Dingen issja schon plattgehauen tot, döder geht datt garnich' mehr!

In der "Modernen Solidarität" gibt es immerhin heute noch den einen oder anderen Artikel ... z. B. aus der Parlamentarie ... aber das Dingen ist totgeboren, so tot wie ... ich weiß nich'. So geht es Modernismen, sie kommen aus der Mode, sind eines Tages nicht mehr en vogue (Modezeitschrift).

Die Linke hat die LiMAk gegründet, gleich als "Akademie" mit überzogenen Ansprüchen ... und dient sich gleich der wendehalsigen Medien an. Die dort als Werbung (!) eingesetzte taz hat ihren Hals schon so oft verdreht (Spezial: Barbara Dribbusch) die hat da, wo andere ihren Hals haben - egal in welchem Zustand - da hat die ein wired cabel. Was von da an aufsetzten Texten rübberkommt, kannja wohl kein Schwein für was halten! Der neue Mainstream-Stil: Gewinne durch Übertriebes Selbstbewußtsein und überschreite auch die Grenzen der Wahrheit, Lüge wenn es Erfolg verspricht. (Erich Fromm zum "Erfolg": "... ist trügerisches Glück".)

Nun zu Euch. Was soll das mit dem "modernen" und "Antikapitalismus"? Reitet Ihr auch auf dieser Schiene? Das verreckt doch schon im Ansatz, das sehe ich doch. Ihr fallt doch über Eure eigenen Füße. Aber alles das, was über dieser Zeile steht, ja das ist das Problem mit den Linken und ihren Linken Ritualen und Funktionären und den Pöstchen und den Brimborien-Zeremonien und dem ganzen Müll. Die Linke ist ein Müllhaufen mit ein paar Brillianten drauf. Die Brillianten machen a bisserl "Politik" für die "Polis" (griech. die Einwohner), a bisserl Feuer und der Rest wendehalst im Ernstfall: Jede Regierungskoalition ein weiteres 180-Grad-Wendehals-Risiko! Bloß nich' noch in NRW, das wäre das absolute Ende der Linken in Deutschland.

Ich guck' alle paar Monate mal bei den drei genannten und anderen weiteren, aber erwarten kammer da ja wohl nix mehr. Oder, haha, guckt doch mal auf http://www.sopos.org/ , die sinnieren noch aus uralten Zeiten, das Heute gibt es garnicht mehr. So kommt mir auch die Linke im Umgang mit der Wirklichkeit vor.

Viel Spaß beim Diskutieren, Schäfchen



"SALZ wird zunehmend lediglich noch Spielgeld für parteiinterne Manöver der Partei ‚Die Linke.' darstellen." - 09-07-10 23:13




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