Antwort auf Frank Brauns Replik

01.11.11
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von Joachim Voigt

Lieber Frank Braun,

erst einmal vielen Dank für Deine Replik.

Ich denke, wie Du, dass sicherlich das Projekt PDL eher kontinuierlich diskutiert werden muss. Insofern nehme ich das Diskussionsangebot in diesem Sinne gerne auf. Sicherlich bedarf es für die PDL einer konsequenten Kritik aus dem linkssozialistischen Milieu (nicht abwertend gemeint).

Dass sich die radikale Analyse und Konzeptionierung "sozialistischer Politik" nicht auf sozialdemokratischer Grundlage errichten lässt, ist sicherlich Konsens zwischen uns. Allerdings sehe ich gerade deshalb - möglicherweise unberechtigt - im PDL-Programm noch (!) mehr Chancen als Du. Der antikapitalistische Charakter ist ja gerade im Programm in meiner Sicht erst einmal nicht labilisiert, sondern eher gestärkt worden. Inwieweit das zu einer konsequenteren Politik führt, bleibt nun m.E. abzuwarten. Gerade die Positionierung in NRW sehe ich, wahrscheinlich wie Du, durchaus als "Lackmus-Test". In meiner Wahrnehmung ist es da durchaus zu einer Neujustierung gekommen, ich möchte halt abwarten, als wie "wetterfest" sich diese erweisen wird.

In der  j e t z i g e n  Finanzkrise nehme ich die Positionen der PDL als durchaus konsistent wahr. Allerdings registriere ich auch, dass lediglich 2% der Bevölkerung  sich mit dieser Positionierung laut Politbarometer anfreunden können - ein völlig desaströser Wert. Wie es gelingen kann, größere Teile der Bevölkerung davon zu überzeugen, dass die kurz- und mittelfristigen Gewinne des derzeitigen Krisenmanagements, das ja wesentlich auf den exorbitanten Außenhandelsüberschüssen, die wiederum über einen stetig steigenden Niedriglohnsektor, der dann wiederum "disziplinierend" auch auf die Kernbelegschaften wirkt, aufbaut, sich längerfristig als verheerend  für die Gesellschaft auswirkt, ist mir ein großes Rätsel. Außer dass  s o z i a l d e m o k r a t i s c h e  "Lösungen" keine sind, habe ich dem erst einmal - für die hier und jetzt Betroffenen - wenig anzubieten - leider.

Wirtschaftsdemokratische Konzepte können dabei aus meiner Sicht als "Übergangsforderungen" eine - allerdings wichtige- Rolle spielen, sie dürfen nicht das "Ziel" sein, auch darin sicher Konsens zwischen uns.

Wie gesagt, nehme ich das Angebot der kontinuierlichen Diskussion gerne an; Häme habe ich auch bezüglich Eures Projektes nicht. Dass das Projekt "PDL" scheitern kann, ist mir sehr wohl bewusst, zurzeit betrachte ich es noch nicht als gescheitert, viel wird von der weiteren Ausfüllung des Programms abhängen, das birgt nach meiner Einschätzung halt noch Chancen, möglicherweise bin ich ob des Zurückdrängens des FDS zu euphorisch, das mag sein!

Wir bleiben sicherlich im Gespräch!

Mit freundlichen und solidarischen Grüßen
Joachim Voigt




VON: JOACHIM VOIGT


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