Grundsatzerklärung DIE LINKE. BAG Tierschutz und Tierrechte

18.10.20
LinksparteidebatteLinksparteidebatte, Umwelt, TopNews 

 

Von BAG Tierschutz und Tierrechte in und bei DIE LINKE.

Es reicht bei weitem nicht aus sich antirassistisch, feministisch und antihomophob zu positionieren. Es muss gleichzeitig die Unterdrückung und Ausbeutung anderer Spezies überwunden werden. Es gilt typische Muster zu benennen und zu bekämpfen, die es stets zum Ziel haben ein anderes Geschlecht, andere Menschen oder eben Tiere zu entrechten, um sie effizienter ausbeuten oder benutzen zu können. Dementsprechend positionieren wir uns intersektionalistisch.

Film- und Fotomaterial aus Tierversuchslaboren, von Tiertransporten, aus Schlachtanlagen, Zoos und von Tiervermehrer:innen wird mittlerweile auf sämtlichen TV-Kanälen gezeigt und in den sozialen Netzwerken gepostet und geteilt. Niemand mehr kann noch behaupten, er oder sie wisse nichts von den Grausamkeiten gegen die Tiere. Wir sperren sie ein, wir quälen sie, wir töten sie, wir essen sie, wir beuten sie aus, wir tragen ihre Haut, wir zerstören ihre Lebensräume.

Anstatt uns noch immer zu fragen ob Schimpansen, Kühe, Schweine oder Fische zählen können; ob sie denken, leiden oder sich freuen können, ob sie Muttergefühle oder Mitgefühl haben, ob sie Liebe, Schmerz oder Trauer fühlen, sollten wir uns lieber selbst fragen, ob wir noch etwas fühlen. Wir ignorieren das Leid der Tiere, wir schauen zu, wir profitieren, konsumieren und dulden. Wir erkennen nicht, dass wir die Tiere von diesem Planeten verdrängen. Der Planet gehört den menschlichen und den nichtmenschlichen Tieren gleichermaßen.

Es geht nicht nur um den Artenschutz. Jedes Lebewesen ist als ein Individuum zu achten und zu betrachten. Im Kapitalismus, also in unserem Wirtschaftssystem, werden Individuen verdinglicht und funktionalisiert. Sie werden als Ware verramscht. Das Lebewesen hinter dem Strichcode wird nicht mehr gesehen; es geht nur noch um Profite.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Tierschutz und Tierrechte versteht sich als Teil einer antispeziesistischen, emanzipatorischen Strömung innerhalb der Partei DIE LINKE. Den Grundgedanken der Friedenspartei wollen wir auf Natur und Tierwelt ausweiten. Frieden zu fordern bedeutet für uns aber auch, die Gewalt gegenüber allen Lebewesen sowie deren Ausbeutung zu beenden.

Wir müssen einen grundlegenden Richtungswechsel in der Politik voranbringen, der die Zerstörung aller Lebensräume stoppt. Auch ist ein Erfolg im Kampf gegen die Klimakatastrophe maßgeblich davon abhängig, wie wir in Zukunft Landwirtschaft betreiben. Den Klimawandel kann man nicht allein mit dem Kohleausstieg und einer Verkehrswende aufhalten. Wir müssen die industrielle Landwirtschaft beenden und Tierfabriken dicht machen.

Die BAG Tierschutz und Tierrechte will diese Zusammenhänge aufzeigen und Unterdrückungsstrukturen sichtbar machen. Wir lehnen das Vokabular der CDU ab, die von Tierwohl spricht aber nur Tierleid erzeugt, Ausbeutung und Vernichtung der Tiere ermöglicht und dem Kapitalismus die Türen offenhält. Die willkürliche Einteilung in Nutz- und Heimtiere verdeutlicht die menschengemachten Unterschiede, mit der Absicht die Ausbeutung so effizient wie möglich zu vollziehen. Eine gewaltfreie und gerechte Welt kann so nicht bestehen.

Ein Zitat von Tolstoi bringt es auf den Punkt: „So lange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.“







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz