Arbeitslosenzahlen - Kein Licht am Ende des Tunnels

04.09.17
NRWNRW, News 

 

Von DIE LINKE. NRW

Zum Arbeitsmarktbericht NRW August 2017

„Wenn die Chefin der Arbeitsagentur für NRW, Christiane Schönefeld, in ihrer aktuellen Pressemitteilung dem Arbeitsmarkt in NRW eine 'insgesamt günstige Situation' attestiert, dann hat das mit der Realität nur noch äußerst wenig zu tun,“ kommentiert der Sprecher für Arbeitsmarktpolitik des Landesvorstands der Partein DIE LINKE in Nordrhein-Westfalen, Jürgen Aust, die Präsentation der aktuellen Zahlen.

„Denn die offiziellen Arbeitslosenzahlen von 713.052 Personen erfassen nicht einmal annähernd die tatsächliche Arbeitslosigkeit, die mit 951.272 arbeitslosen Menschen ca. 30% über der offiziellen Statistik liegt und ein nach wie vor dramatisches Ausmaß hat. Bei den 238.220 nicht als arbeitslos erfassten Menschen handelt sich überwiegend um solche, die in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen abgeschoben werden, alleinerziehend oder über 58 Jahre alt sind. Auch die Dauerbaustelle der Langzeitarbeitsarbeitslosigkeit stagniert mit 292.445 Personen trotz eines geringfügigen Rückgangs weiterhin auf einem erschreckend hohen Niveau. Schließlich stellt auch die Zunahme von ca. 73.000 auf aktuell 1.704.622 Mio. Personen  im Hartz IV-Bezug im Verhältnis zum Vorjahresmonat  der herrschenden neoliberalen Arbeitsmarktpolitik alles andere als ein gutes Zeugnis aus.

Der aktuelle Arbeitsmarktbericht stellt einmal mehr als positive Entwicklung die Zunahme an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung auf 6703.800 Personen (Stand Juni 2017) heraus, was eine Steigerung von 171.100 Menschen im Verhältnis zum Vergleichsmonat des Vorjahres bedeutet. Dass diese Steigerung überwiegend auf der Zunahme prekärer Beschäftigung beruht, wird jedoch beharrlich verschwiegen. Denn während die Vollzeitstellen lediglich um 1,1% gestiegen sind, weisen die Teilzeitstellen eine Zunahme von 4,6% auf. Auch die Leiharbeitsbranche ist mit einer Steigerungsrate von 6,9% (13.400) auf inzwischen 207.000 Beschäftigte in NRW auf Rekordniveau.

Wer Massenarbeitslosigkeit ernsthaft bekämpfen und prekäre Beschäftigung zurückdrängen bzw. beseitigen will, der muss einen deutlichen Kurswechsel in der Arbeitsmarktpolitik vornehmen. Deshalb fordert DIE LINKE in ihrem Bundestags-Wahlprogramm perspektivisch das Verbot von Leiharbeit, Minijobs durch unbefristete Arbeitsverträge mit existenzsichernden Löhnen zu ersetzen, eine deutliche Arbeitszeitverkürzung und einen armutsvermeidenden Stundenlohn von mindestens 12 €. Außerdem ist ein öffentliches Beschäftigungsprogramm erforderlich, welches die Langzeitarbeitslosigkeit nicht nur kosmetisch, sondern so bekämpft, dass sie perspektivisch beseitigt wird. DIE LINKE in NRW sagt jedoch gleichzeitig, dass dies nur gegen den Widerstand der Arbeitgeberverbände und der herrschenden neoliberalen Politik möglich sein wird.

 







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