Klimapolitik, viel Tamtam um Nichts.


Bildmontage: HF

10.08.18
ÖkologiedebatteÖkologiedebatte, Umwelt, Debatte 

 

Von G. Karfeld

Wie ich vor einiger Zeit schon in einem Artikel geschrieben habe, halte ich von einer Fixierung auf die CO2- Werte, was die Politik gegen den Klimawandel betrifft, nicht sehr viel. Ich will auch deshalb noch einmal auf dieses Thema zurück kommen weil die diesjährige Trockenheit durchaus Anlaß zur Sorge gibt. Die Nahrungsmittel wachsen nicht in den Supermarktregalen, dort wird nur der Profit gemacht. Die Fixierung auf den CO2 Ausstoß verhindert eine ganzheitliche Sichtweise auf das Ökosystem Erde. Das Klima ist ein zentraler Bestandteil dieses Ökosystems, auf dem alles Aufbaut.
Ich bin weder Meteorologe noch Biologe, deshalb befasse ich mich nur mit einem sehr grob gezeichneten Klimamodell das auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit darstellen kann.
Ich will auch damit nicht ausdrücken, dass die CO2- Werte keinen Einfluß auf die Klimaveränderungen haben. Nach meinem Verständnis hat der Wasserhaushalt der Erde einen entscheidenden Einfluß auf das Klima wie auch auf den CO2 – Gehalt in der Atmosphäre. Daher würde ich im Kampf gegen den vom Menschen gemachten Klimawandel diesen Wasserhaushalt in den Mittelpunkt der Politik gegen den Klimawandel stellen.

Fangen wir mit dem Boden (Humus) an.
Wenn wir heute feststellen, ein Stoff braucht ca. 10 Jahre um von der Natur in seine natürlichen Bestandteile umgebaut zu werden, so findet dieser Umbau vor allem in der sogenannten Humusschicht statt. Je idealer die Bedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit und Mikroorganismen) sind, desto schneller findet dieser Umbau statt. In einer trockenen Wüste oder in der Polarregion kann das ganze 100 Jahre dauern. In feuchten tropischen Regenwälder nur 1 oder 2 Jahre für den gleichen Stoff. Denn die Feuchtigkeit ist dabei ein entscheidender Faktor. Die Natur ist also ein sehr effizienter Filter. Wir zerstören immer mehr Natur und gleichzeitig steigt die Flut schädlicher Stoffe immer weiter an. D. h. unsere Umwelt wird immer lebensfeindlicher. Die zunehmenden Allergien dürften damit in Zusammenhang stehen. Man bedenke, Brunnenvergifter wurden früher mit dem Tode bestraft, heute winken ihnen saftige Profite. Dies zeigt wie weit wir uns von einer natürlichen Lebensweise entfernt haben. Wir haben ein gestörtes Verhältnis zur Natur. Sie ist aber unsere Lebensgrundlage.
Alles Leben kommt aus dem Boden (Humus) und kehrt auch wieder in ihm zurück. Das ist der natürliche Kreislauf auf dem alles aufbaut und Wasser ist dabei der entscheidende Faktor. Wasser und Humus sind Voraussetzung für eine Üppige und Artenreiche Natur. Das Artensterben wie auch die zunehmende Trockenheit sind ein Wink mit dem Zaunpfahl. Wir sollten ihn ernst nehmen. Denn, die Natur braucht den Menschen nicht. Sie kann auch sehr genügsam sein, dann hat der Mensch keinen Platz mehr auf dieser Erde.
Die Abholzung oder gar Brandrodung großer Teile der Wälder, die sowohl CO2 Speicher wie Wasserspeicher sind, setzen riesige Mengen CO2 frei und die abgeholzten Flächen nehmen je nach Bebauung weniger bis gar kein Wasser wie auch CO2 auf. Die Niederschläge fließen auf den gerodeten Flächen sehr schnell über die Flüsse in die Ozeane zurück. Sie nehmen Bei Ackerflächen viel Fruchtbare Erde (Humus) mit. Humus ist ebenfalls ein Wasser- und CO2 - Speicher. Es besteht also eine Klare Tendenz zu mehr Trockenheit und höheren CO2– Gehalt.
Der erste Schritt zur Wüstenbildung ist vollzogen, selbst wenn die Fläche agrarisch, im Sinne der heutigen modernen Landwirtschaft, genutzt wird. Sie beutet die Böden aus, d.h. die Fruchtbarkeit der Böden geht zurück, mit ihr die Wasser- und CO2- Speicherfähigkeit.

Zum Wasser.

Alles kommt aus dem Wasser! Wir leben vom Wasser. Alles lebt vom Wasser. Ohne Wasser gibt es kein irdisches Dasein. Der Planet wäre tot.
Die Grundwasserressourcen, die unsere Trinkwasserressourcen sind, werden zur Zeit nicht mehr aufgefüllt. Die kapitalistische Gesellschaft lebt von der Substanz und verbraucht diese in einer erschreckenden Geschwindigkeit.
Unseren Flüssen muss wieder mehr Raum zugestanden. Sie wurden alle begradigt, das Wasser fließt nun viel zu schnell ab in die Meere. Dies hat ein Sinken des Grundwasserspiegels zur Folge. Bebauung jeglicher Art senkt den Grundwasserspiegel ebenfalls ab. Ein hoher Grundwasserspiegel versorgt die obere Humusschicht durch den Kapillareffekt mit Feuchtigkeit die wiederum Voraussetzung für üppige Vegetation wie auch Hohe Nahrungsmittelproduktion ist. Die Böden trocknen nicht so schnell aus.
Pflanzen wir Wald an, wird CO2 gebunden wie auch Wasser gespeichert. Insbesondere bei Auwäldern. Der Landverbrauch durch Bebauung müsste sofort gestoppt werden. Unseren Flüssen sollten wir wieder ein natürliches Bett zugestehen. Sie müßten wieder zu Feuchtgebieten umgebaut werden mit Auwälder und Sümpfen. Die jährlichen Niederschläge sollten so möglichst gespeichert werden. Bewässerung dürfte nur mit Oberflächenwasser erlaubt sein. Bewässerung wäre dann bei vielen Flächen nicht mehr notwendig. Zu trockene Böden sind auch ein wichtiger Faktor beim Waldsterben. Diese Wälder nehmen dann auch weniger CO2 auf. Des weiteren sollte in Bebauten Gebieten das Speichern von Regenwasser zur Pflicht werden. Wir müssen verhindern dass das Regenwasser ungenutzt in die Meere abfließt.
Ein Teil der Temperaturzirkulation der Erde läuft mit der Wasserzirkulation ab.
Unsere Auwälder sind den tropischen Regenwäldern, sehr ähnlich. Die Wälder regulieren das lokale und globale Wetter durch ihre Absorption und Erzeugung von Regen sowie ihren Austausch von atmosphärischen Gasen. Die feuchtheißen Regenwälder der Tropen nehmen nicht nur "klimaschädliches Kohlendioxid auf, sondern produzieren auch Dunstwolken, die, die Erdoberfläche vor weiterer Erwärmung schützen. Denn diese Wolken reflektieren Sonnenlicht, ähnlich wie Schnee- und Eisfelder.
Über dem geschlossenen Kronendach tropischer Regenwälder verdunstet Wasser und steigt als Wasserdampf in Höhen von bis zu 8000 Meter auf. Mit dem aufsteigenden Wasserdampf wird durch Sonneneinstrahlung an der Erdoberfläche erzeugte Wärmeenergie hoch in die Atmosphäre transportiert. Dort erst bilden sich Regentröpfchen. Die Freisetzung von Wärme in diesen Höhen treibt das Wettergeschehen an und beeinflußt die globale Luftzirkulation. Der Verlust der Regenwälder reduziert die Verdunstung, und verändert damit die Wärmezirkulation, was sich gravierend auf das Klima auswirken kann. Zusätzlich heizt sich die Erde durch die fehlenden Wolken stärker auf. Durch die entstehende Trockenheit geht die Vegetation zurück es wird weniger CO2 gebunden d.h. in der Atmosphäre steigt das CO2 und die Erde heizt sich über den Treibhauseffekt weiter auf.
Ein Anstieg der Temperaturen in unseren Breiten, erhöht, „bei ausreichender Feuchtigkeit“, das Wachstum und so auch die Speicherung von CO2. Wir sehen also die Natur hat hier einen Selbstheilungseffekt eingebaut der funktioniert aber nicht mehr, wenn der Mensch diese Rückkopplung außer Kraft setzt. Der Wasserhaushalt hat also eine zentrale Bedeutung, sowohl global wie auch regional auf das Klima. Die Natur hilft uns im Kampf gegen den Klimawandel, wir müssen ihr nur wieder den nötigen Raum geben.
Kommen wir zu den Ozeanen, sie machen mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche aus. Wenn wir sehen wie wir diese als Mülldeponie mißbrauchen, wie lange kann das noch geschehen ohne dass diese kippen, also zu einer toten Salzbrühe verkommen. Auch die Ozeane als funktionierendes Ökosystem sind Klima - relevant und sie sind, wenn sorgsam damit umgegangen wird, eine riesige Nahrungsmittelressource Allein die Plastikabfälle sind schon ein fast erdrückendes Problem. Jährlich gelangen ca. 8 Millionen Tonnen Plastik in unsere Meere. Seefisch essen heißt immer mehr, essen aus der Mülltonne. Doch die Müllflut wird nicht gestoppt. Sie muss wachsen wie alles in der kapitalistischen Gesellschaft. Wissenschaftler der Universität Hawaii sind auf ein bedrohliches Phänomen für das Klima gestoßen. Sie entdeckten, dass zerfallendes Mikroplastik Treibhausgase wie Methan oder Ethylen (auch Ethen genannt) freisetzt. Dieses CO2 spielt in der Klimadiskussion offensichtlich keine Rolle.

Bei Beibehaltung unserer Lebensweise, die vom kapitalistischen System erzwungen wird, ist der vom Menschen verursachte Klimawandel nicht aufzuhalten.

http://www.ddbpage.net/btq/Die_Letzte_Chance_-_PDF_-_2010.pdf

https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-07/klimawandel-erderwaermung-anpassung-biodiversitaet-landwirtschaft

https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-09/regenwald-trockenheit-tropen

http://www.faszination-regenwald.de/info-center/zerstoerung/klima.htm

https://global.mongabay.com/de/rainforests/0906.htm

https://www.heise.de/tp/features/Zerstoererische-Hitzewellen-4130364.html?seite=3


G. Karfeld








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